28. Juli 2020 / 08:09 Uhr

Warten auf Testspiele und uneingeschränktes Training

Warten auf Testspiele und uneingeschränktes Training

Andrè Haase
Kieler Nachrichten
Coach Sven Boy (rechts) und seine Neuzugänge beim Fußball-Oberligisten PSV Neumünster, hinten von links: Co-Trainer Christoph Pfützenreuter, Tim Möller, Vincent Born; vorne, v.li.: Julius Alt, Rene Wilhelmsen, Til Küffner.
Coach Sven Boy (rechts) und seine Neuzugänge beim Fußball-Oberligisten PSV Neumünster, hinten von links: Co-Trainer Christoph Pfützenreuter, Tim Möller, Vincent Born; vorne, v.li.: Julius Alt, Rene Wilhelmsen, Til Küffner. © Jan-Phillip Wottge
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Drei Landesligen, sechs Verbandsligen, zwölf Kreisligen: Das ist die Tannenbaumstruktur unterhalb der zweigeteilten Oberliga, mit der der Schleswig-Holsteinische Fußballverband die Folgen der frühzeitig beendeten Corona-Spielzeit in der Saison 2020/21 auffangen will.

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SHFV-Pressesprecher Karsten Tolle erklärte, dass die meisten Vereine positiv auf die entsprechenden Vorschläge reagiert hätten. Die endgültige Entscheidung trifft das Präsidium voraussichtlich in den nächsten Tagen – alles unter der Prämisse, dass der Spielbetrieb im September wieder erlaubt sein wird. Tolle sagte: „Wir hoffen alle, dass es ab dem 10. August mit vollen Mannschaftsstärken im Trainingsbetrieb und mit Testspielen weitergehen kann. Wir sind in ständigem Austausch mit dem Innenministerium und vorsichtig optimistisch. Wie die Auflagen aussehen könnten, ob ohne Zuschauer oder in begrenzter Anzahl, werden wird man sehen und ist im Moment nicht unser Hauptaugenmerk“, so Tolle weiter. Die Teams jedenfalls sind mehr als bereit.

PSV Neumünster

Beim Fußball-Oberligisten sieht man die bestehenden Einschränkungen noch ganz entspannt: „Nach der langen Pause arbeiten wir aktuell schwerpunktmäßig an der Grundlagenausdauer. Das geht problemlos in kleineren Gruppen. Allerdings sind bei mir auch schon in der Vor-Corona-Zeit viele Übungen in Kleingruppen praktiziert worden, so dass die Umstellung nicht allzu schwer fällt ", sagt PSV-Coach Sven Boy.

Seit dem 11. Juli sind die Polizisten wieder im Corona-Trainingsbetrieb. Die neue Normalität sieht das Umziehen in drei getrennten Kabinen vor. Seine Teamsitzungen hält Boy mittlerweile an der frischen Luft ab, wo Abstand halten kein Problem ist. Die Rohplanung der Vorbereitung musste der PSV-Coach trotzdem über den Haufen werden. „Alle bis zum 10. August geplanten Testspiele sind wieder abgesagt worden. Aber das trifft ja auf alle Teams gleichermaßen zu. Wir arrangieren uns mit der ungewohnten Situation und nehmen sie wie sie kommt. Ändern können wir sie eh nicht.“

An der Stettiner Straße geht man von einem Saisonstart rund um den 11. September aus. Darum gönnt Boy seinen Jungs nach den ersten drei Trainingswochen eine siebentägige Pause. „So können die Spieler noch einmal Urlaub machen, ohne anschließend in der letzten Vorbereitungsphase, dann hoffentlich mit Testspielen, zu fehlen", erklärt der 43-Jährige und fügt an: „Sollte sich der Saisonstart weiter nach hinten verschieben, scheue ich mich auch nicht, den Spielern nochmal eine Woche Pause einzuräumen. Das tut dem Teamklima immer gut."

Doch so lange bleibt den Polizisten noch Zeit, um die fünf Neuzugänge Julius Alt, Vincent Born, Tim Möller (Holstein Kiel II), Til Küffner (TSV Kropp) und Rene Wilhelmsen (TS Einfeld) zu integrieren. „Wir haben das Ziel, bestmöglich vorbereitet zu sein, wenn es mit dem Testspielbetrieb losgeht“, so Boy. JPW

Preetzer TSV

Chefcoach Andreas Möller und sein Co. Jirka Heine vom Verbandsligisten Preetzer TSV hatten am Sonntag zum Trainingsauftakt gebeten. „Wäre die Saison unter ganz normalen Umständen gestartet, hätten wir Anfang Juli angefangen. Da es lange Zeit unklar war, wann der Ball voraussichtlich rollt, haben wir gesagt, wir starten am 26. Dann haben wir noch immer sechs Wochen Zeit, die Jungs vorzubereiten. Meine Spieler haben eine Hausaufgabe mitbekommen. Sie haben schon zwei Wochen Ausdauer- und Intervalltraining bestritten und haben mir ihre Screenshots geschickt. Ich muss sagen, sie waren sehr fleißig“, berichtet Möller.

Der 54-jährige Übungsleiter kann also gleich mit dem Balltraining loslegen. „Es wird nach der langen Corona-Pause auch Zeit, dass es los geht. Das Hygienekonzept bei uns steht. Trotz der Einschränkungen freuen wir uns natürlich“, sagt Möller. Übers verlängerte kommende Wochenende geht’s für die „Blaue-Herde“ ins Trainingslager nach Kühlungsborn. „Wir haben uns für Mecklenburg-Vorpommern entschieden, da dort die Möglichkeit besteht, Testspiele auszutragen“, erklärt der ehemalige Holstein-Akteur.

Mit genügend Abstand und in zwei Gruppen dehnen sich die Spieler des Verbandsligisten Preetzer TSV.
Mit genügend Abstand und in zwei Gruppen dehnen sich die Spieler des Verbandsligisten Preetzer TSV. © PTSV
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Nortorfs Trainer Fabian Doege freut sich, dass er in der Vorbereitung nicht alle Inhalte in fünf Wochen integrieren muss. 
Nortorfs Trainer Fabian Doege freut sich, dass er in der Vorbereitung nicht alle Inhalte in fünf Wochen integrieren muss.  © Jan-Phillip Wottge

Tus Nortorf

Ganz gelassen geht TuS-Chefcoach Fabian Doege mit der Corona-Situation um. Seit dem 6. Juli trainiert der Verbandsligist schon wieder, doch mit entsprechenden Pausen. Am gestrigen Montag bat Doege nach neun freien Tagen wieder zum Training. „Im August werden wir auch wieder eine kleine Unterbrechung einstreuen. Alle Einheiten sind gut besucht und werden unter Einhaltung des Hygiene-Konzepts abgehalten“, versichert der 33-Jährige, für den die nächsten beiden Monate schwer planbar sind. „Wir hangeln uns von Aussage zu Aussage, die vom SHFV kommen. Trotzdem machen wir das Beste aus der Situation, denn wir sind einfach froh, dass wir auf dem Fußballplatz stehen können. Aus der Sichtweise des Trainers finde ich es charmant, dass wir die Vorbereitung strecken können und nicht in fünf Wochen alle Inhalte reinstopfen müssen. So bleibt auch Platz für das Privatleben“, erklärt der Übungsleiter.