13. November 2020 / 15:12 Uhr

Warum Dynamo Dresdens Daferner besonders heiß auf das Spiel gegen 1860 München ist

Warum Dynamo Dresdens Daferner besonders heiß auf das Spiel gegen 1860 München ist

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Christoph Daferner fühlt sich in Dresden bestens aufgenommen.
Christoph Daferner fühlt sich in Dresden bestens aufgenommen. © Getty Images
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Der Sommer-Neuzugang vom SC Freiburg hat in der Vergangenheit auch mal drei Jahre für die "Löwen" gekickt und erinnert sich gern daran zurück. Doch jetzt will er mit den Dresdnern den Rückstand auf die "Sechzger" verkürzen.

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Dresden. Er stammt aus Bayerisch-Schwaben, hat in der Jugend selbst für 1860 München gespielt und daheim mehr Sechzger-Fans in seinem Freundeskreis als Anhänger des FC Bayern: Dynamo-Stürmer Christoph Daferner steht daher zwangsläufig besonders im Fokus, wenn die Sportgemeinschaft am Sonntag (14 Uhr) die "Löwen" aus München-Giesing erwartet. Für den 22-Jährigen ist es das erste Spiel gegen seinen Ex-Verein und keinesfalls eines wie jedes andere: "Für mich ist es schon ein besonderes Spiel, das kann ich nicht verleugnen." Der Angreifer, dessen Bruder selbst Fan der Sechzger ist, weiß, dass das Duell der beiden Traditionsvereine von vielen Anhängern mit Spannung erwartet wird: "Ich glaube, es freuen sich sehr viele Leute auf dieses Spiel."

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Keine engen Kontakte mehr

Der Stürmer, der aus einem nur 120 Einwohner zählenden Ortsteil der 2500-Einwohner-Gemeinde Pöttmes im Landkreis Aichach-Friedberg stammt, denkt gern an seine Zeit in München zurück, wo er von 2014 bis 2017 auflief. Während der Jahre an der Isar habe er sein Fachabitur gemacht, unter guten Trainern arbeiten können, viel gelernt, versichert Daferner. "Rückblickend war es eine schöne Zeit", fällt seine Bilanz positiv aus.

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Dabei lernte er auch Dennis Dressel kennen, der noch immer bei 1860 kickt und momentan mächtig für Furore sorgt. Nach seinem Viererpack beim 6:1 gegen den Halleschen FC ist der Mittelfeldspieler aktuell mit sechs Treffern bester "Löwen"-Torschütze und in aller Munde. Daferner freut sich mit dem Ex-Kameraden: "Dennis ist ein super Junge, sehr bodenständig, man hat in der Jugend schon seine Anlagen gesehen."

Bruder drückt trotzdem die Daumen

Enge Kontakte zu ihm oder anderen aktuellen Spielern von 1860 pflegt Daferner aber nicht mehr. So wird es ihm auch nicht schwerfallen, sein laufintensives, körperbetontes Spiel gegen seinen Ex-Verein kompromisslos aufzuziehen. Nach der bitteren 1:2-Niederlage in Saarbrücken sehnt er umso mehr ein Erfolgserlebnis herbei. Über sein Tor im Saarland konnte er sich nach dem Last-Minute-Gegentreffer, der zum Knockout der Sachsen führte, nicht mehr freuen. "Ich hätte mich gefreut, wenn mein Tor zu einem 1:1 gereicht hätte, aber nach so einem Nackenschlag verfliegt die Freude schnell." Sein Ziel ist es nun, gegen den Tabellenzweiten drei Punkte zu holen, "damit der Abstand nach oben nicht zu groß wird". Gegen die "Löwen" müsse jeder Dresdner Profi an seine Leistungsgrenze gehen, im Zweikampf alles geben: "Da müssen wir gallig und griffig sein", fordert Daferner.


Sollte er dem alten Verein weh tun, dann muss er aber keine nennenswerte Kritik aus der Heimat fürchten. Selbst von seinem Bruder nicht, einem echten Sechzger-Fan, der "in so einem Spiel mir die Daumen drückt", wie Christoph weiß. Außerdem gebe es in Bayerisch-Schwaben durchaus Sympathisanten der SGD: "Auch bei mir zu Hause gibt es einige Fans, die Dynamo gut finden."