15. Oktober 2020 / 12:06 Uhr

Warum Weltmeister Kroos vorm Champions-League-Start an Wolfsburg denkt

Warum Weltmeister Kroos vorm Champions-League-Start an Wolfsburg denkt

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Erinnerungen: Der VfL (l. Rodriguez) besiegte 2016 Real Madrid (r. Kroos).
Erinnerungen: Der VfL (l. Rodriguez) besiegte 2016 Real Madrid (r. Kroos). © pa
Anzeige

Es ist das Highlight in der Wolfsburger Europapokal-Geschichte - und plötzlich war der 2:0-Sieg des VfL gegen Real Madrid im Viertelfinale der Champions League 2016 auch das Thema im Podcast "Einfach mal Luppen" von Weltmeister und Real-Star Toni Kroos sowie dessen Bruder Felix (jetzt Eintracht Braunschweig).

Anzeige

"Einfach mal Luppen" - diesen Podcast gibt es seit Mai dieses Jahres, in der Bestenliste von Spotify ist er der am höchsten platzierte Sport-Podcast. Die Kroos-Brüder unterhalten sich dabei gut gelaunt und unterhaltsam über Sportliches und Privates.

In der aktuellen Folge "Jetzt bloß nicht den Ballack machen!" war dann die Champions-League-Gruppe der Madrilenen das Thema. Real startet am 21. Oktober gegen Schachtar Donezk, trifft auf Inter Mailand - und Mönchengladbach, am Samstag VfL-Gastgeber in der Bundesliga. Die Königlichen treten am 27. Oktober im Borussia-Park an. "Gladbach war aus Topf 4 in meinen Augen die beste Mannschaft, die man bekommen konnte", sagt Toni Kroos. Und Grund genug für den Weltmeister von 2014 mal auf die jüngere Geschichte der Auftritte von Madrid in Deutschland zu schauen.

Wolfsburg besiegt Real Madrid

Wolfsburg besiegt Real Madrid Zur Galerie
Wolfsburg besiegt Real Madrid © Oliver Schwandt

Bruder Felix war im Stadion

Denn ein Champions-League-Spiel in Deutschland, das weckt in Toni Kroos den Fußball-Historiker: "Kannst du dich eigentlich noch erinnern, das letzte Spiel, was wir in Deutschland verloren haben, gegen einen deutschen Vertreter in der Champions League?" Bruder Felix, seit dieser Saison bei Eintracht Braunschweig unter Vertrag, muss tatsächlich kaum überlegen: "Ja, stimmt! Da war ich doch auch da. Das war in Wolfsburg, oder?" Der Real-Star staunt: "Ja, warst du da, ehrlich?" Bruder Felix war da, er spielte damals nämlich bei Union in der 2. Liga und "von Berlin war Wolfsburg keine große Entfernung".

Was Felix Kroos dann auf dem Rasen der Volkswagen-Arena sah, war ein groß aufspielender VfL, es war der magische Abend von Wolfsburg – fast die ganze Fußball-Welt hatte einen Sieg von Real Madrid beim VfL erwartet, doch für die Galaktischen gab‘s die Bruchlandung. Der Wolfsburger Fußball-Bundesligist entzauberte die Königlichen mit einer starken, cleveren und disziplinierten Leistung, siegte nach Toren von Ricardo Rodriguez per Elfmeter und Maximilian Arnold sensationell mit 2:0 (2:0).

Zwei Siege in München

Toni Kroos und die Madrilenen haben in ihrer Champions-League-Geschichte danach "in München zweimal gewonnen, ich glaub' in Dortmund haben wir zweimal gespielt, ich glaube einmal gewonnen, einmal unentschieden. Die letzte Niederlage in Wolfsburg. Kann man sich heute vielleicht gar nicht so vorstellen. Es war damals aber auch verdient, sehr verdient. Das war schon ein eher bitterer Abend."

Immerhin: "Wir haben es dann Gottseidank noch drehen können. Dreimal Cristiano im Rückspiel. Da stand am Ende auch der Titel, aber das war dann auf dem Weg auch die einzige Niederlage. In Wolfsburg. Das hat viele überrascht - und mich auch."

Erfolgreichste VfL-Saison im Europacup

Mit dem Erreichen des CL-Viertelfinals war 2015/16 trotz der 0:3-Niederlage im Rückspiel in Madrid die erfolgreichste Europacup-Saison in der Geschichte des VfL, zuvor hatte Wolfsburg zweimal in der Europa League die Runde der letzten Acht erreicht - nach 2010 gegen Fulham und 2015 gegen Neapel.

Erst 2019/20 spielte der VfL wieder international, kam in der Europa League bis ins Achtelfinale. Dort gab es zwei Geisterspiel-Niederlagen gegen Schachtar Donezk, das Hinspiel (1:2) fand im März in der leeren VW-Arena statt, das Rückspiel (0:3) wegen der Corona-Pandemie erst im August. In dieser Saison musste der VfL in die Qualifikation zur EL-Gruppenphase, scheiterte dort nach Siegen in Albanien gegen FK Kukesi und im AOK-Stadion gegen Desna Chernihiv im letzten Spiel mit 1:2 bei AEK Athen.