02. August 2020 / 09:04 Uhr

Was für ein Lauf! VfL-Sprinter Deniz Almas ist in 2020 der schnellste Europäer und hat DM-Gold im Blick

Was für ein Lauf! VfL-Sprinter Deniz Almas ist in 2020 der schnellste Europäer und hat DM-Gold im Blick

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Dennis Almas 100m Männer Sieger; Foto Anja Schneider
Schnellster Europäer in 2020: Mit seinen 10,08 Sekunden führt Deniz Almas die Jahresbestenliste des Kontinents an. © Anja Schneider
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Was für ein Sprint! Diese 100 Meter in Weinheim waren eine Ansage eine Woche vor der Leichtathletik-DM. Deniz Almas und seine 10,08 Sekunden. Schneller war in 2020 in Europa niemand. Der Sprinter des VfL Wolfsburg ist nun der Favorit auf Gold am Samstag in Braunschweig.

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Einfach nur "baff"

10,08 Sekunden bedeuten persönliche Bestzeit. 10,08 Sekunden bedeuten Vereinsrekord. 10,08 Sekunden bedeuten Landesrekord, 10,08 Sekunden bedeuten deutsche Jahresbestleistung. 10,08 Sekunden bedeuten europäische Jahresbestleistung. 10,08 Sekunden machten Deniz Almas einfach nur "baff". Der Top-Sprinter des VfL Wolfsburg setzte beim Leichtathletik-Meeting in Weinheim das Glanzlicht. Der deutsche Hallenmeister gewann bei der „Kurpfalz Gala light“ am Samstag den Sprint in starken 10,08 Sekunden - bei 1,4 m/Sek. Rückenwind. Zweiter wurde der Münchner Yannick Wolf (10,27 Sekunden). Wegen der Corona-Beschränkungen waren nur knapp 300 Zuschauer im Sepp-Herberger-Stadion dabei - doch sie sahen einen sensationellen Lauf von Almas.

"Ich kann es immer noch nicht ganz glauben", sagte der 23-Jährige, der immer schneller wird, staunend. Erst am 10. Juli hatte er in Dresden seine Bestzeit auf 10,24 Sekunden geschraubt, sich damit mit an die Spitze der deutschen Jahresbestenliste gesetzt. Dort hatte ihn Joshua Hartmann (Köln) am 25. Juli mit einer 10,14 in Zeven abgelöst. Jetzt schlug Almas zurück, mit einer Zeit, die auch in Wolfsburg für Jubel sorgte. "Das ist ein guter Konter von Deniz. Das muss ihm erst einmal einer nachmachen. Die Zeit ist ein kleines Hämmerchen", sagte VfL-Trainer Werner Morawietz, wohl wissend, dass diese Zeit ein echter Hammer ist. In dem Jahr, das die Athleten aufgrund von Corona seit Monaten vor besondere Aufgaben stellt, vieles in den Abläufen anders macht als sonst, da geht Almas steil.

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"Wir sind hier alle happy. Eine 10,15 habe ich ihm dieses Jahr zugetraut, vielleicht auch, dass er den Landesrekord angreift", so Morawietz. Der lag bis gestern bei 10,13 Sek. Aufgestellt vom Wolfsburger Sven Knipphals. Der in Leipzig ansässige langjährige Top-Sprinter des VfL war es, der dem 23-Jährigen einen Wechsel zum VfL schmackhaft gemacht hatte und als Chiropraktor zum Trainerteam von Almas gehört. Knipphals war seine 10,13 Sek. am 6. Juni 2015 in Regensburg gelaufen, fünf Jahre später knackte Almas nun diese Bestmarke, kletterte in der ewigen deutschen Bestenliste damit auf Platz fünf!

Almas und seine 100 Meter von Weinheim - zuletzt war der Wolfsburger mit seinen Läufen nicht ganz zufrieden, diesmal gab es keinen Grund zum Meckern. "Bei dieser Zeit ist sehr viel sehr gut gelaufen. Hinten raus war es die letzten Wochen schon sehr gut, diesmal habe ich auch beim Start gezeigt, was ich kann!" Die Bedingungen in Weinheim waren für die Sprinter gut, bei schlechteren hatte Almas drei Wochen zuvor in Dresden seine Bestzeit zunächst auf 10,24 Sek. gestellt. "Deshalb dachte ich schon, dass ich in diesem Jahr unter die 10,20 komme." Seine 10,36 und 10,38 Sek. in Wetzlar am 18. Juli waren zwar solide, aber Almas war auch "genervt", weil er besser starten kann. Das gelang ihm nun in Weinheim.

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Warm-up in Wolfsburg

10,08 Sekunden - damit ist er der Favorit auf DM-Gold am kommenden Samstag in Braunschweig. "Das ist gut so", sagt Almas. "Damit kann ich umgehen!" Am Freitag kommt er nach Wolfsburg. "Zum Warm-up", sagt Morawietz. Die Nacht zu Samstag verbringt der 23-Jährige dann in einem Hotel im DM-Austragungsort Braunschweig. Am 8. August will Almas dann zum Titel sprinten.