11. Januar 2021 / 19:23 Uhr

Was Judo-Ass Scoccimarro 2021 anders macht

Was Judo-Ass Scoccimarro 2021 anders macht

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wettkampf ohne Fans: Giovanna Scoccimarro (o.) steht in Doha beim Masters auf der Matte.
Wettkampf ohne Fans: Giovanna Scoccimarro (o.) steht in Doha beim Masters auf der Matte. © IJF (2)
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Spitzensport in Zeiten von Corona findet in sogenannten Bubbles statt. Die Athleten leben nach Negativ-Testung wie in einer Blase, abgeschirmt unter einer Kuppel. So auch Giovanna Scoccimarro, die heute beim Judo-Masters in Katar das Olympia-Jahr 2021 mit einem Ausrufezeichen beginnen möchte – und die Lessienerin, die für den MTV Vorsfelde startet, hat diese Bubble für sich sogar noch ausgedehnt. Denn wer nach der Auslosung am Persischen Golf in der Klasse bis 70 Kilogramm am Dienstag, 12. Januar ab 11 Uhr auf die 23-Jährige wartet, wollte sie zunächst nicht wissen.

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Die Bubble ist die neue Normalität. Mindestens für die nahe Zukunft. Judo-Ass Giovanna Scoccimarro lebt in Doha zum zweiten Mal in dieser Blase. Umso wichtiger, da Katar vom auswärtigen Amt weiter als Risikogebiet in Sachen Covid-19 eingestuft wird. Und so reiste die Lessienerin, die vor dem Abflug schon drei Testungen hinter sich hatte, in diesen Zeiten auch „nicht mit einem mulmigen Gefühl“. Vor Ort wurde sofort ein Corona-Test gemacht. „Wir werden separat als Team Deutschland ins Hotel gebracht, werden auch nicht mit den anderen Nationen vermischt.“ Bis das negative Testergebnis da war, musste sie die Zeit auf ihrem Zimmer verbringen. „Wir sind also in dem Maße sicher“, sagt das Judo-Ass.

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Nach eineinhalb Tagen konnte Scoccimarro dann das Zimmer auch wieder verlassen. „Trainieren konnten wir auch ganz gut, zum Glück auch ein bisschen an die frische Luft gehen“, berichtet die Lessienerin, die gestern auch in der Halle war. „Wir konnten bei den Kämpfen zuschauen.“ Weitere Zuschauer sind beim Masters nicht erlaubt.

Mehr über Giovanna Scoccimarro

Die Lusail Multipurpose Sports Arena kennt Scoccimarro jetzt also – ihre Gegnerinnen in Pool D dagegen zunächst lange nicht. „Ich mache es dieses Jahr ein bisschen anders, ich schaue mir meine Auslosung vorher nicht an. Ich denke, das ist einfach besser für mich.“ Klingt danach, als wolle sich die 23-Jährige im Vorfeld noch mehr auf sich und ihre Stärken fokussieren. Ob sie dann am Abend vor oder am Morgen des Kampfes schaut, wer da zum Auftakt auf sie wartet, hatte sie gestern noch nicht entschieden.

Wenn sie aufs Tableau schaut, wird sie – an Nummer 6 gesetzt – ein Freilos zum Auftakt entdecken. Danach geht’s gegen die Siegerin des Duells zwischen Barbara Matic (Kroatien) und Alice Bellandi (Italien). Favoritin in diesem Pool ist die Weltranglisten-Dritte Sanne van Dijke.

Für Scoccimarro ist es der zweite Auftritt beim Masters, das eigentlich den Abschluss und nicht den Auftakt eines Sportjahres bildet. Ihre Premiere feierte sie im Dezember 2019 in Peking (China), dort musste sich die Lessienerin damals der Spanierin Maria Bernabeu im Golden Score geschlagen geben. Diesmal soll es weiter gehen: „Ich werde mein Bestes geben!“