11. Dezember 2019 / 08:10 Uhr

Was Markus Kauczinski mit Dynamo Dresden vorhat

Was Markus Kauczinski mit Dynamo Dresden vorhat

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Markus Kauczinski bemüht sich sehr Optimismus zu verbreiten.
Markus Kauczinski bemüht sich sehr Optimismus zu verbreiten. © Jochen Leimert
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Neuer Trainer möchte den Schwarz-Gelben den Glauben an die eigene Stärke zurückgeben und warnt vor Panikmache.

Dresden. Einen Tag nach seiner Vorstellung als neuer Trainer von Dynamo Dresden beginnt für Markus Kauczinski an diesem Mittwoch die Arbeit mit seiner neuen Mannschaft. Um 14 Uhr hat der 49 Jahre alte Fußballlehrer aus Karlsruhe das erste Training mit den ihm größtenteils nur aus Spielen gegen seine bisherigen Teams und aus dem Fernsehen bekannten Spielern angesetzt. Zuvor wird der Coach, der schon für den Karlsruher SC und den FC St. Pauli in der 2. Bundesliga tätig war, eine erste Ansprache in der Kabine halten.

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Kauczinski über Dynamo Dresdens Chancen auf den Klassenerhalt

Dabei sowie in den kommenden Tagen und Wochen geht es dem gebürtigen Gelsenkirchener vor allem darum, der Mannschaft Mut und Optimismus einzuimpfen. Aus seiner Sicht ist die schwierige Aufgabe, den Tabellenletzten aus der Abstiegszone zu führen, allemal lösbar: “Wir müssen nicht Vierter, Fünfter, Sechster werden, sondern wir müssen Viertletzter werden. Jedes Spiel ist wichtig, aber die nächsten sind noch keine Endspiele.” Er wisse, was es bedeutet, Endspiele angehen zu müssen, habe selbst schon welche erlebt, erklärte der Trainer. Von Endzeitstimmung könne bei Dynamo keine Rede sein: “Man hat noch genug Gelegenheit, noch genug Zeit, um auch Punkte zu holen. Dazu muss man besser werden, sich steigern, aber möglich ist das. Das ist anderen auch schon gelungen.” Es sei schließlich nicht so, dass die Dresdner abgeschlagen mit 20 Punkten am Tabellenende stünden, so Kauczinski. Er ruft jedem in Erinnerung: Nur zwei Zähler fehlen zur Nichtabstiegszone, 18 Spiele stehen noch aus. In Panik auszubrechen sei völlig fehl am Platze.

Gute Ansätze weiter verfolgen

Der als Retter verpflichtete Fußballfachmann, der 2015 den Trainerpreis des deutschen Fußballs erhalten hatte und damit Vorgänger von Julian Nagelsmann war, erklärte weiter: “Es ist das größte Anliegen von mir, dass eine Mannschaft da ist, die an sich und an ihren Weg glaubt.” Er werde alles tun, um die Truppe mental aufzubauen und ihr die richtige Spielweise zu vermitteln. Wie die genau aussehen soll, das ließ er offen. Er müsse sich dazu erst ein genaueres Bild von der Mannschaft und den individuellen Fähigkeiten der einzelnen Spieler verschaffen. “Wichtig ist, etwas zu finden, was die Mannschaft schnell verinnerlichen kann, um sich gut und sicher zu fühlen und was uns in die Lage bringt, vorn gefährlich zu sein und hinten Tore zu verhindern”, so der Trainer. Stück für Stück müsse man neue Abläufe finden, sie automatisieren.

Markus Kauczinski über seinen Wechsel zu Dynamo Dresden

Erste gute Ansätze habe das Spiel gegen den SV Sandhausen (Endstand 1:1) schon gebracht, die müsse man jetzt weiter verfolgen, versicherte der Trainer. Gut möglich also, dass Kauczinski weiter mit einer Abwehr-Viererkette agieren lässt, wie sie Co-Trainer Heiko Scholz als Interimscoach im letzten Heimspiel schon bevorzugte. Einen neuen Kapitän will der neue Cheftrainer übrigens frühestens in der Winterpause ernennen oder wählen lassen, zunächst habe das keine Priorität. Er müsse die in Frage kommenden Spieler erst persönlich kennen lernen, um ihre Eignung besser einschätzen zu können. Ob er einen weiteren Co-Trainer braucht, werde er auch erst später entscheiden.