19. Mai 2021 / 19:43 Uhr

"In allen Punkten überlegen": Waspo 98 fertigt Spandau im ersten Finale mit 12:6 ab

"In allen Punkten überlegen": Waspo 98 fertigt Spandau im ersten Finale mit 12:6 ab

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Julian Real feiert einen Treffer für Waspo 98 - und am Ende einen deutlichen Heimsieg.
Julian Real feiert einen Treffer für Waspo 98 - und am Ende einen deutlichen Heimsieg. © Debbie Jayne Kinsey
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Die Leistung von Waspo 98 Hannover im ersten Spiel der Best-of-Five-Serie um die deutsche Meisterschaft hätte definitiv Zuschauer verdient gehabt. Die Mannschaft von Karsten Seehafer fertigte die Wasserfreunde Spandau 04 mit 12:6 ab. "Wir waren in allen Punkten überlegen", freute sich der Trainer.

Es dürfte das erste Finalspiel um eine deutsche Wasserballmeisterschaft gewesen sein, das unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen worden ist. Dieses hätte aber durchaus Zuschauer verdient gehabt, denn es war ein denkwürdiges Duell. Titelverteidiger Waspo 98 schlug Spandau 04 mit 12:6 (2:1, 4:2, 2:2, 4:1) und führt in der Best-of-Five-Serie mit 1:0.

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„Das ist eine Denksportaufgabe für Spandau, die können erstmal überlegen, was hier heute passiert ist“, sagte Waspo-Coach Karsten Seehafer, „wir waren in allen Punkten überlegen.“ Nun haben die Berliner am Wochenende zweimal Heimrecht.

Bilder von Spiel eins der Best-of-Five-Serie um die deutsche Wasserball-Meisterschaft zwischen Waspo 98 und Spandau 04

Darko Brguljan kommt zum Abschluss für Waspo 98. Zur Galerie
Darko Brguljan kommt zum Abschluss für Waspo 98. ©

Im Sportleistungszentrum (SLZ) waren die Jalousien heruntergelassen, die Sonne hätte die Spiele geblendet neben dem künstlichen Licht. Selbst von draußen war kein Blick möglich auf das recht muntere und bisweilen übertrieben harte Treiben möglich, Zuschauer waren ohnehin nicht gestattet. Und ein Livestream ist im SLZ nicht möglich wegen des schlechten Empfangs.

Küsschen auf die Kappe von Kubisch

Waspo schaltete sich rasch ein in diese Partie und regelte die Lautstärke hoch. Der hervorragende Ante Corusic glich zum 1:1 aus, Ivan Nagaev sorgte für das 2:1, beide Treffer wurden von der Bank heftig bejubelt. Waspo sollte diese Führung nicht mehr abgeben. Als Phillip Kubisch im zweiten Viertel einen Fünfmeter-Strafwurf herausholte, gab es als Lohn ein Küsschen von Seehafer auf die Kappe.

Die Strafwürfe waren in dieser Partie ein wichtiges Thema – Waspo bekam fünf davon zugesprochen. „In dieser Halle kannst du nicht um die deutsche Meisterschaft spielen. Bei 1,80 Meter Wassertiefe können Center und Centerverteidiger stehen“, monierte Hagen Stamm, Spandaus Präsident und ehemaliger Bundestrainer. „Aber Waspo gewinnt zu Recht.“

Wichtige Szene für Waspo im dritten Abschnitt: Nagaev fing beim Spandauer Konter einen langen Ball des Torwarts ab, der Gegenzug brachte einen weiteren Strafwurf, den der Russe selbst zum 5:3 verwandelte. Ärger gab es kurz vor der Halbzeit beim Tor von Jörn Winkelhorst, als Waspo eine Auszeit nehmen wollte. Der Treffer zum 6:3 soll kurz vorher gefallen sein, entschieden die Schiedsrichter. Sehr laut wurde es nun, die Unparteiischen mussten sich einiges anhören. Aufseiten der Berliner herrschte Kopfschütteln vor.


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Selbst nach dem 7:3 durch Petar Muslim gab Spandau jedoch nicht auf. Nach einer Strafzeit gegen Waspo knallte Seehafer wutentbrannt den Ball mit beiden Händen auf den Boden und sah ebenso Gelb wie später Spandaus Coach Petar Kovacevic. Die Gäste verkürzten auf 5:7, ehe wieder Corusic traf. Zwei Strafwürfe zu Beginn des Schlussviertels entschieden die Partie. Der starke Torhüter Moritz Schenkel (11 Paraden) kassierte nur noch einen Treffer.

„Wenn wir so konzentriert auch in Berlin spielen, können wir da gewinnen. Aber es steht nur 1:0, mehr nicht“, sagte der völlig ausgepumpte Corusic. Waspo-Präsident Bernd Seidensticker konnte es nicht glauben: „Ich bin echt sprachlos, und das passiert ja eher selten. Aber wir waren total dominant.“