05. Februar 2021 / 18:28 Uhr

Nationalteam knapp verpasst: Waspos Linkshänder Schütze aber vor Comeback

Nationalteam knapp verpasst: Waspos Linkshänder Schütze aber vor Comeback

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Fynn Schütze (rechts) mit Bundestrainer Hagen Stamm.
Fynn Schütze (rechts) mit Bundestrainer Hagen Stamm. © imago/Hentschel
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Nach einem Handbruch ist Waspos Fynn Schütze wieder ins Training eingestiegen. Viel hatte nicht gefehlt und er hätte das Nationalteam bei der anstehenden Olympia-Qualifikation unterstützen können. Schütze kann nur auf seine Olympia-Chance hoffen. Lob gab es derweil von Bundestrainer Hagen Stamm.

So viele Testspiele haben die Wasserballer von Bundesligist Waspo 98 selten gemacht. Was in Zeiten der Pandemie ein großer Vorteil gegenüber vielen Rivalen ist, zumal es gegen das deutsche Nationalteam geht. Ab Sonntag ist der Wasserball-Meister wieder im Einsatz in Warendorf und gibt den Trainingspartner für die DSV-Auswahl, weil Brasiliens Nationalmannschaft nicht einreisen durfte.

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„Ich bin Waspos Trainer Seehafer dankbar dafür, das ist die aktuell beste Lö­sung für uns. Andere Trainingspartner sind ohnehin nicht zu bekommen“, sagt Bundestrainer Hagen Stamm. Ein Spieler ist für Waspo dabei, der eigentlich selbst die DSV-Kappe hätte schnüren sollen: Fynn Schütze.

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„Als sie dick und blau war, stand aber fest, dass da etwas nicht stimmt“

Der Lindener ist nach überstandenem Handbruch wieder ins Training eingestiegen. Viel hat nicht gefehlt und er hätte den Deutschen noch bei der ab 14. Februar in Rotterdam anstehenden Olympia-Qualifikation helfen können. „Das ist bitter für Fynn, er hat sich gut entwickelt und ist ein Mann für die Zukunft, das habe ich ihm auch selbst so gesagt“, lobt Stamm, „Linkshänder haben wir in Deutschland nicht viele.“

Schütze hatte sich im Dezember in der Champions League gegen Herceg Novi die Mittelhand gebrochen und das erst spät ge­merkt. „Als sie dick und blau war, stand aber fest, dass da etwas nicht stimmt“, sagt der 22-Jährige. Immerhin war es ein unkomplizierter Bruch und musste nicht operiert werden. „Das ist in diesem Fall untypisch, da habe ich echt Glück gehabt“, so Schütze, der im vergangenen September mit Waspo die Meisterschaft feierte.

Er kommt aus der großen Hildesheimer und namhaften Wasserballfamilie Schütze. Vater Rainer hat erfolgreich für Hellas 99 gespielt, einer seiner drei Onkel, nämlich Dirk, holte 1993 mit Waspo den Meistertitel. Fynn Schütze ist Sportsoldat, er will später Medizin studieren und vielleicht Orthopäde werden. Momentan steht Wasserball aber an erster Stelle, am Sonntag wird er für Waspo spielen.

Waspo profitiert: Corona-Regeln verwehren Brasilien die Einreise

Bis Dienstag bleibt Hannovers Team in Warendorf, etliche Tests sind geplant. „Da­von profitieren wir auch“, sagt Waspo-Coach Karsten Seehafer. Bereits in der vergangenen Woche war Waspo zu Testspielen in die bestens abgeschirmte Bundeswehr-Sportschule gefahren, da der DSV ein Vier-Nationen-Turnier in Montenegro vorsichtshalber abgesagt hatte. Nun war Olympia-Teilnehmer Brasilien als Sparringspartner auserkoren. „Die hatten ihre Flüge, sollten dann fünf Tage in Quarantäne, alles war fertig“, berichtet Stamm.


Wegen der verschärften Corona-Regeln erhielt das Team aber keine Einreiseerlaubnis. „Ein weiterer Rückschlag in der Vorbereitung zu den fünf Ausfällen, das muss man sagen“, so Stamm. Neben Schütze fielen auch Waspos Tobias Preuß (Schulter) und Torwart Kevin Götz (Sehnenriss am Ellbogen) sowie die beiden starken Duisburger Dennis Eidner und aus Ben Reibel aus.

Schütze hat die Olympia-Qualifikation zwar verpasst, ein Tokio-Kandidat jedoch bleibt er. Für die Vorbereitung, sollte der DSV das Ticket lösen, ist er schon nominiert. Und seinen Teamkollegen in Holland die Daumen drücken kann er auch wieder. Die Hand ist überraschend gut und schnell verheilt.