27. März 2020 / 08:55 Uhr

Kraftpaket mit Geduld: Waspos Ante Corusic und sein Not-Trainingsprogramm (mit Video)

Kraftpaket mit Geduld: Waspos Ante Corusic und sein Not-Trainingsprogramm (mit Video)

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Training, aber nicht im Wasser - das ist der aktuelle Alltag von Waspos Ante Corusic.
Training, aber nicht im Wasser - das ist der aktuelle Alltag von Waspos Ante Corusic. © Florian Petrow
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"Normalerweise ist im März volles Programm angesagt" - für Wasserballer, und natürlich im Becken. Doch in der Corona-Krise gilt auch für Ante Corusic und seine Mitspieler von Waspo 98 Hannover, alternativ zu trainieren. So geht der Kroate viel laufen - und stählt seinen Körper in den eigenen vier Wänden.

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Natürlich fehlen Ante Corusic die aufreibenden Zweikämpfe im Wasser und die ganze Action. „Du musst sehr vielseitig sein, Kraft haben und schnell sein“, sagt der Kroate in Diensten von Bundesligist Waspo 98 Hannover. Einstweilen muss sich der Meister und Pokalsieger von 2018 aber gedulden, die Schwimmbecken sind gesperrt.

Langweilig wird dem Kraftpaket aber auf keinen Fall, und das liegt nicht allein am Trainingsprogramm, das Waspo-Fitnesscoach Sven Goslar den Spielern als Videoclip geschickt hat. Corusic hat ein Hobby, er setzt 3D-Puzzle zusammen.

Ante Corusic von Waspo 98 trainiert in den eigenen vier Wänden

In seiner Wohnung in der Nordstadt lebt der 29-Jährige mit Waspos Ex-Wasserballerin Sabrina Eckhardt zusammen. Sie hat nach einer Ellbogenverletzung vor anderthalb Jahren mit Wasserball aufgehört. Beide laufen oft gemeinsam durch die Herrenhäuser Gärten. „Das kommt für mich der Belastung beim Wasserball am nächsten“, sagt Corusic.

"Normalerweise volles Programm im März"*

Dass er jetzt nicht ins Schwimmbecken kann, fühlt sich für den stämmigen Athleten (1,88 Meter bei 102 Kilogramm) seltsam an: „Normalerweise ist im März volles Programm angesagt.“

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Zur Corona-Krise kam für den aus Split stammenden Corusic ein weiterer Schreck hinzu, das Erdbeben in der kroatischen Hauptstadt Zagreb. Verwandte und Freunde leben dort. „Für sie kam das völlig überraschend, so ein starkes Beben hat es seit 140 Jahren nicht gegeben. Es waren schlimme Bilder. Aber es geht zum Glück allen gut“, sagt der zurückhaltende Corusic lächelnd.

Waspo-Grillabende müssen warten

Mit einem Expander und Kraftgymnastik trainiert sich der Center-Angreifer durch die Krise. Theoretisch könnte er mit den Waspo-Kollegen gemeinsam üben: Landsmann Petar Muslim, Torwart Moritz Schenkel und Darko Brguljan wohnen im selben Haus. Fünf weitere Spieler leben in der unmittelbaren Nachbarschaft. Da stehen mal gemeinsame Grillabende in einem Hinterhof an.

„Aber das muss jetzt natürlich noch warten“, sagt das Kraftpaket, das in der unterbrochenen Bundesligasaison 15 Tore in zehn Partien erzielt hat. „Sein Job ist es aber in erster Linie, für Strafzeiten des Gegners zu sorgen. Ante ist ein super Center“, sagt Trainer Karsten Seehafer.

Das ist das Aufgebot von Waspo 98 Hannover in der Saison 2019/20:

<b>Darko Brguljan</b>: Mann für die ganz wichtigen Tore, Allrounder, montenegrinisch, Wurfarm rechts Zur Galerie
Darko Brguljan: Mann für die ganz wichtigen Tore, Allrounder, montenegrinisch, Wurfarm rechts ©

Mit Waspo gewann Corusic vor zwei Jahren das Triple mit Supercup, Pokal und Meisterschaft. Es waren seine ersten Titel. Die Medaillen hängen mit Bademänteln und Kappen an einer Tür. Wie Pokale sehen die zahlreichen Wahrzeichen aus, die der Wasserballprofi gepuzzelt hat: Freiheitsstatue, Big Ben, Eiffelturm und etliche Türme aus aller Welt sind darunter.

"Langweilig ist mir jedenfalls nicht"

Corusic kann geduldig tüfteln, und er lernt ebenso ausdauernd Deutsch. „Langweilig ist mir jedenfalls nicht“, betont er. Nebenbei hat er einen Wirtschafts-Master gemacht. „Rechnungswesen, Buchhaltung, Controlling“, sagt Corusic akzentfrei. In der nächsten Saison will er erstmals neben dem Wasserball in seinem neuen Job arbeiten.

Ob die aktuelle Saison beendet werden kann, daran hat Ante Corusic seine Zweifel: „Eine Option wäre, im Sommer zu spielen. Aber angesichts der aktuellen Situation ist das unwahrscheinlich.“ Ohnehin sei der Sport jetzt nicht das Wichtigste: „Wir dürfen nicht in Panik geraten. Die Situation ist so schon schwierig genug.“

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