25. August 2020 / 09:49 Uhr

Jetzt geht's weiter: Waspo 98 kämpft in Berlin ums Heimrecht in der Finalrunde

Jetzt geht's weiter: Waspo 98 kämpft in Berlin ums Heimrecht in der Finalrunde

Carsten Bergmann
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Tobias Preuß und Waspo 98 wollen Spandau 04 hinter sich lassen.
Tobias Preuß und Waspo 98 wollen Spandau 04 hinter sich lassen. © Debbie Jayne Kinsey
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Für Waspo 98 geht es nach der Corona-Zwangspause direkt in die Vollen. Im Duell mit Dauerrivale Spandau 04 wird am Dienstag der Erste der Hauptrunde ermittelt, der im Finale Heimvorteil hat. Präsident Bernd Seidensticker fordert derweil, die Champions League nächstes Jahr im Freien auszuspielen.

Die Wasserballer von Waspo 98 beenden nach fast einem halben Jahr ihre Corona-Zwangspause – und das gleich mit dem deutschen Clasico. In Berlin spielen die Hannoveraner bei Spandau 04 Platz eins der unterbrochenen Bundesliga-Saison aus, der das Heimrecht in der Finalrunde garantiert.

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"Ausrichtung während dieser Pandemie im Stadionbad schließe ich aus"

Auch wenn die Vorfreude auf Wettkampf steigt, be­fremd­lich bleibt die Situation dennoch für Waspo-Präsident Bernd Seidensticker. Die Plattform Bundesliga benötigen die Wasserballer, um nicht gänzlich aus der Wahrnehmung der Öffentlichkeit zu verschwinden. Und doch stellt sich die große Frage für Hannover: Wie wird die Saison vor allem in der Champions League weitergehen?

Im Kern bleibt die Bundesliga Pflicht, die Duelle in der Königsklasse bilden die populäre Kür mit weltweiter Ausstrahlung. Hannover wäre 2021 Austragungsort der Finalrunde der Champions League. Seidensticker betont aber: „Eine Ausrichtung während dieser Pandemie im Stadionbad schließe ich aus. Das kann, wenn überhaupt, nur im Freien gelingen.“

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Solange die Ligue Européenne de Natation (LEN), der europäische Schwimmverband, nicht einmal einen Rahmenspielplan entwickeln kann, bleibt eine Austragung des Final-8 oh­nehin fraglich. Die stärksten Mannschaften kommen genau aus diesen Gebieten, die aktuell am schlimmsten vom Covid-19-Virus betroffen sind. Ob sich das bis Frühsommer 2021 elementar verändern wird? Unklar. „Ein Blick in die Glaskugel, wir fahren auf Sicht – so nennt man das doch heute, oder?“, sagt Seidensticker.

Spandau baut auf Neuzugang Ivan Domagoj Zovic

Der Blick auf das nächste Ziel jedenfalls ist klar. Spandau Berlin, der Rekordmeister und ewige Waspo-Rivale, hat ebenfalls aufgerüstet und die Corona-Unwucht auf dem Balkan für Verpflichtungen genutzt. Ivan Domagoj Zovic kam von Jadran Split und wird gleich gegen Hannover ins Wasser gehen.

Waspo hingegen muss noch auf seinen spektakulärsten Neuzugang verzichten: Der Kroate Marko Macan ist zwar in Hannover, aber noch eine Woche in Quarantäne. Der zweite Kroate, Ante Corusic, liegt mit Grippe flach. Seidensticker be­tont: „Kein Corona. Wir halten uns an alle Spielregeln.“ Nationalspieler Tobias Preuß klagt nach wie vor über Schulterprobleme.


Bilder vom ersten Training des Jahres von Waspo 98 Hannover im Volksbad Limmer

Karsten Seehafer (links) und Bernd Seidensticker verfolgen die Einheit aufmerksam und entspannt. Zur Galerie
Karsten Seehafer (links) und Bernd Seidensticker verfolgen die Einheit aufmerksam und entspannt. ©

Trotz der Ausfälle: Waspo gibt sich betont selbstbewusst. Als Leisetreter ist Seidensticker auch eher nicht bekannt. Seine Zuversicht zieht er aus den Trainingseinheiten der vergangenen Wochen. Gemeinsam mit den White Sharks brachten sich die Waspo-Stars in Form.

Andersherum profitierten auch die Hannover-Haie von der neuen Qualität der Einheiten. Nachdrücklicher Beweis: Mit zwei Siegen und einem Unentschieden zogen die White Sharks in das Halbfinale um die deutsche Meisterschaft ein, das ist in der Vereinshistorie noch nie gelungen. Damit es dort nicht zum Hannover-Duell kommt, muss Waspo am Dienstagabend, 19 Uhr, gewinnen. Im zweiten Halbfinale wartet Potsdam, das Farm-Team von Spandau.

Das ist das Aufgebot von Waspo 98 Hannover in der Saison 2019/20:

<b>Darko Brguljan</b>: Mann für die ganz wichtigen Tore, Allrounder, montenegrinisch, Wurfarm rechts Zur Galerie
Darko Brguljan: Mann für die ganz wichtigen Tore, Allrounder, montenegrinisch, Wurfarm rechts ©

„Diese Ergebnisse zeigen, wie zukunftsorientiert wir in Hannover arbeiten. Das macht großen Spaß“, sagt Seidensticker. Die Basis passt, bleibt die Frage nach der Zukunft. Seidensticker hätte einen Plan. „Lasst uns die Champions League nach draußen legen“, sagt der Waspo-Chef. Das hieße: alle Spiele zwischen Mai und September 2021, die große Finalrunde dann im Volksbad Limmer.

Großes Aber: die Olympischen Spiele 2021 in Japan. Seidensticker hofft auf eine möglichst frühzeitige Regelung. Eine Endrunde in Hannover ohne Zuschauer sei jedenfalls nicht im Ansatz finanzierbar.