15. Dezember 2020 / 13:50 Uhr

Muskelriss im Oberschenkel: Darko Brguljan fehlt Waspo 98 in Budapester Blase

Muskelriss im Oberschenkel: Darko Brguljan fehlt Waspo 98 in Budapester Blase

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Drei Spiele in drei Tagen stehen für Waspo 98 in Budapest auf dem Programm - Darko Brguljan kann allerdings nicht mitwirken.
Drei Spiele in drei Tagen stehen für Waspo 98 in Budapest auf dem Programm - Darko Brguljan kann allerdings nicht mitwirken. © Florian Petrow
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In dieser Woche stehen für Waspo 98 Hannover die ersten drei Spiele in der Champions League auf dem Programm. Los geht es am Dienstag gegen CN Atlètic Barceloneta. Gespielt wird in Budapest, nicht dabei sein kann Darko Brguljan. Der Montenegriner hat sich einen Muskelriss im Oberschenkel zugezogen. 

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Die Hochzeitswelle ist vorüber bei Waspo 98. „Jetzt konzentrieren wir uns wieder auf die wichtigen Dinge wie die Champions League“, flachst Trainer und Mäzen Karsten Seehafer. Trotz der Corona-Pandemie wird gespielt in der Königsklasse. Am Montag ist Waspo in die Blase in Budapest eingetaucht, alle sechs Teams aus Pool B beziehen streng abgeschirmt Quartier in einem Hotel auf der Margareteninsel.

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Drei Geisterspieltage hintereinander an drei Tagen stehen in der Duna Arena an, die 5300 Zuschauer fasst. Am Dienstagabend heißt um 19 Uhr der erste Gegner CN Atlètic Barceloneta. „Eins kann ich sagen: Wir sind bestens vorbereitet“, sagt Seehafer, „jedenfalls so gut, wie es in dieser Krise möglich ist.“

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Seit September hat der deutsche Meister nur interne Trainingsspiele bestritten, der Bundesliga-Start dürfte we­gen Corona nicht vor März kommen – wenn überhaupt. Daher hat Waspo umgeplant, nach diesen Champions-­League-Auftritten folgt eine vierwöchige Pause, ausgenommen sind nur die Nationalspieler.

Wasserball im Hochzeitsfieber

Für sie soll es im Fe­bru­ar ernst werden, dann steht das Olympiaqualifikationsturnier in Rotterdam an. Deutschland kämpft um eines der drei verbliebenen Tickets für Tokio. „Alle anderen nehmen jetzt die Auszeit, die wir im Sommer wegen der Corona-Pause nicht hatten“, so Seehafer. Erst Anfang März geht es bei den Champions weiter, bei denen die zehn Spieltage in drei Abschnit­ten jeweils in einer Blase ausgetragen werden.

Nachdem Ex-Nationalspieler Erik Bukowski vor an­dert­halb Wochen den Anfang gemacht hatte, als er die Tochter von Waspo-Präsident Bernd Seidensticker ehelichte, zogen jüngst zwei aktuelle Auswahlspieler nach. Auch Tobias Preuß und DSV-Kapitän Julian Real heirateten. „Man kann sagen, die Stimmung bei uns ist gut“, sagt Seidensticker, „das spricht für ein gutes Klima.“

Einer jedoch humpelte zum Gratulieren der Brautpaare: Darko Brguljan hatte sich im Trainingsspiel ohne Fremdeinwirkung einen Muskelriss im Oberschenkel zugezogen. Einen Monat fällt er mindestens aus, der Montenegriner bleibt in Hannover. Besonders bitter für den Olympia-Vierten von 2016, er hätte gern gegen seine Landsleute von Jadran Herceg Novi (Mittwoch, 19 Uhr) gespielt. „Das ist ja ein Bruderduell, eine Frage der Ehre“, sagt Seehafer, „Darko ist total geknickt.“

Bilder vom Training von Waspo 98 (18. November)

Bilder vom Training von Waspo 98 (18. November) Zur Galerie
Bilder vom Training von Waspo 98 (18. November) © Florian Petrow

Mit 15 Spielern reist Waspo an, 20 Mann ist der Tross stark. „Ich bin sicher, es kommen alle zum Einsatz“, so Seehafer. Immerhin sind Ante Corusic (Adduktorenprobleme, Einsatz ist fraglich), Kapitän Aleksandar Ra­do­vic (Rücken) sowie Preuß (langwierige Schulterbeschwerden) angeschlagen. Dafür habe Niclas Schipper einen Sprung gemacht. „Er steht vor dem Durchbruch, von ihm werden wir noch viel hören“, ist sein Trainer überzeugt.

"Wir sind stärker als in den letzten Jahren"

Gegen Barcelona scheint eine Überraschung möglich, meist setzte es gegen den Champions-League-Gewinner von 2014 nur knappe Niederlagen. „Wir sind stärker als in den letzten Jahren, vielleicht ist etwas möglich“, sagt Radovic.

Nach Herceg Novi folgt am Donnerstag (16 Uhr) die Partie gegen Titelverteidiger Ferencvaros Budapest. Die Ungarn siegten 2019 im Stadionbad. „Ein Nachteil für uns dürfte sein, dass trotz Corona überall in Europa gespielt wird. Aber das warten wir mal ab“, sagt Seehafer. Bisher ist Waspo von Corona verschont geblieben. „Am wichtigsten ist, dass alle gesund bleiben“, betont Seidensticker, „die Krise ist längst nicht vorbei.“