02. Dezember 2021 / 08:05 Uhr

"Clever und versiert": Waspo-Traum vom Final 8 lebt nach 15:12 in Belgrad

"Clever und versiert": Waspo-Traum vom Final 8 lebt nach 15:12 in Belgrad

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Darko Brguljan (links) und Waspo 98 sind in Belgrad siegreich.
Darko Brguljan (links) und Waspo 98 sind in Belgrad siegreich. © IMAGO/Aleksandar Djorovic (Archiv)
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Waspo 98 Hannover hat sich in der Champions League auswärts bei Roter Stern Belgrad mit 15:12 durchgesetzt. "Wir waren clever und versiert, das war eines unserer stärksten Spiele", freute sich Trainer Karsten Seehafer. "Der Traum vom Final 8 lebt."

Ein bisschen seltsam wirkten sie schon, die Wasserballer von Roter Stern Belgrad. Sie trugen weiß-rote Kappen, und Rot ist in dieser Sportart eigentlich den Torhütern vorbehalten. Davon ließ sich der deutsche Meister an diesem 4. Spieltag der Champions League aber ebenso wenig beirren wie von den widrigen Umständen. Waspo 98 fuhr mit 15:12 (6:3, 4:4, 2:3, 3:2) den ersten Sieg ein und rückte auf Platz fünf in Pool B vor. „Großartig, wir wollen ja auch im nächsten bei der Endrunde in Belgrad wieder dabei sein“, sagte Trainer Karsten Seehafer.

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Sehr kurzfristig hat Hannover das Heimrecht mit den Serben getauscht, weil deren Team teilweise gar nicht oder mit Wirkstoffen geimpft ist, die in der EU nicht zugelassen sind – Roter Stern hätte nicht einmal in Hannover übernachten dürfen. So buchte Waspo schnell Flüge und reiste mit etwas flauem Gefühl an. „Wenn du eine Maske trägst, schauen sie dich an, als wärst du ein Auto“, so Seidensticker. Serbien hat eine Inzidenz von etwa 180, der Trend ist leicht rückläufig. „Bestens geschützt sind unsere Spieler jedenfalls nicht, da muss man der LEN einen Vorwurf machen. Der Verband kann sich da nicht aus der Verantwortung stehlen“, monierte Seidensticker.

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Im Becken präsentierte Waspo sich allerdings überaus sicher und startete bestens in diese sehr wichtige Partie, führte mit 3:0. Die Gastgeber machten etliche leichte Fehler. Besonders gut waren zwei hohe Anspiele an den starken Kroaten Marko Macan, der den Ball aus Nahdistanz ins Tor wuchtete. Schlussmann Moritz Schenkel ärgerte sich dennoch: Nach einer Bogenlampe schien der Ball nicht im Tor gewesen zu sein, ein Strafwurf wurde aus seiner Sicht zu früh ausgeführt. Die Gäste wirkten aber souveräner und trafen spektakulär, Ante Corusic erzielte gar das 8:4, dabei setzte er sich gegen drei Verteidiger durch.

Es kommt Hektik in die Partie

Roter Stern ließ sich indes nicht abhängen, und nach dem Wechsel kam Hektik in die Partie. Corusic geriet mit einem Gegner aneinander, was zwar folgenlos blieb, aber nun war das Publikum da und buhte Waspo permanent aus. Im dritten Viertel bekamen die Gäste arge Schlagseite, Belgrad schaffte noch dreimal den Anschluss, Waspo gab die Führung jedoch nicht mehr ab.

Als Kapitän Aleksandar Radovic zweieinhalb Minuten vor dem Ende per Fernwurf zum 14:12 traf, war Roter Stern entscheidend auf Distanz gebracht. Radovic brüllte und wedelte mit den Armen, dass es wirkte wie eine Wassermühle. Dann war Schluss, Corusic bekam ein Küsschen von Landsmann Macan auf die Stirn, und Seehafer strahlte: „Wir waren clever und versiert, das war eines unserer stärksten Spiele. Der Traum vom Final 8 lebt.“

Am 15. Dezember tritt Waspo in Marseille an, das ist am fünften Spieltag die vierte Auswärtspartie. Am 22. Dezember kommt Pro Recco ins Stadionbad.