09. Dezember 2019 / 19:26 Uhr

"Waren zu blöd vorm Tor": Waspo 98 kassiert vermeidbare Pleite gegen CN Terrassa

"Waren zu blöd vorm Tor": Waspo 98 kassiert vermeidbare Pleite gegen CN Terrassa

Uwe von Holt
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Waspos Keeper Moritz Schenkel hat keine Abwehrchance. 
Waspos Keeper Moritz Schenkel hat keine Abwehrchance.  © Florian Petrow
Anzeige

Das haben sich die Wasserballer von Waspo 98 Hannover anders vorgestellt: Durch eine 8:9-Niederlage gegen die Spanier von CN Terrassa sinken die Chancen auf den vierten Platz in der Champions League-Gruppe, der zum Final-8-Turnier berechtigen würde. Zumal die Niederlage vermeidbar war, doch Waspo vergab eine Vielzahl an guten Chancen. 

Anzeige
Anzeige

Montag, 17.30 Uhr, Stadionbad. Normalerweise die richtige Zeit für Ü-60-Wassergymnastik im Warmbecken oder die Seepferdchen-Stunde unter Anleitung des tapferen Schwimmmeisters. Am Montag ist alles anders: Champions League mit den Wasserballern von Waspo 98 Hannover, und am Ende wird aus dem Termin kein Magic Monday, sondern ein Mist-Montag - 8:9 gegen die Spanier von CN Terrassa. Die Pleite, durch Chancenschluderei selbstverschuldet, lässt die Waspo-Träume in der Gruppe B zwar nicht endgültig platzen. Die Hannoveraner haben mit ihren erst drei Punkten weiterhin Chancen auf den 4. Platz, der für das Final-8-Turnier in Genua reichen würde, dafür wären in den verbleibenden sieben Spielen aber eine große Menge Siege nötig.

Waspo 98 Hannover - CN Terrassa:

Keeper Moritz Schenkel muss hinter sich greifen.  Zur Galerie
Keeper Moritz Schenkel muss hinter sich greifen.  ©

Waspo dominiert am Anfang

Schön warm ist es im Stadionbad, feuchte 28 Grad, wenigstens die Heizung funktioniert tadellos in der maroden Halle. Vor den großen Fenstern hängen die Sicherheitsnetze, die Rahmen und Glas vorm lebensgefährlichen Raus- und Runterfallen bewahren sollen. Die kleine Tribüne füllt sich langsam, der VIP-Bereich aus Stehtischen und Plastikstühlen am Beckenrand ist gut besucht. Rund 300 Zuschauer, ein ordentlicher Besuch. Auch das Spiel beginnt anständig, wenn man für Waspo hält. Knapp drei Minuten dauert es zwar, bis die Hannoveraner durch Jorn Winkelhorst in Führung gehen, vorher hat Waspo aber dominiert gegen zaghaft beginnende Gäste aus Katalonien, die ihre Mühe haben mit den Reflexen des Torhüters Moritz Schenkel.

Waspo-Trainer Karsten Seehafer wirkt entspannt, er bewegt sich kaum vor seiner Bank, ein Zeichen der inneren Ruhe. Tatsächlich funktioniert sein Team nach Plan, erhöht durch Darko Brguljan und Tobias Preuss bis zum Ende des ersten Viertels, das die Spanier eher zufällig mit 3:1 vom Ergebnis her erträglich gestalten.

Mehr Berichte aus der Region

Plötzlicher Einbruch - schwache Chancenverwertung

Doch dann, völlig überraschend, wird Waspo von allen Wassergeistern verlassen. Vorm gegnerischen Tor fehlen Kraft und zündende Ideen, Bälle werden deutlich über die Latte geschaufelt oder ungeduldig auf den Torwart geballert, und in der Abwehr fehlt plötzlich der Zugriff. Lange Zeit trifft Waspo überhaupt nicht - 3:4 steht es nach 14 Minuten, nur noch manchmal gelingt es, eine der erzwungenen Chancen erfolgreich abzuschließen. Das erinnert an die Bayern in der Bundesliga.

Später wird Waspo-Chef Bernd Seidensticker die Lage richtig beurteilen: „Wir waren zu blöde vorm Tor.“ Zweimal führt sein Team noch, dann ziehen die Spanier davon, Trainer Seehafer kassiert noch die Rote Karte, weil er absichtlich eine Auszeit falsch nimmt, um das Spiel zu unterbrechen, aber es bringt nichts mehr. Im Hallen-Interview danach sagt er international verständlich: „That‘s shit.“ Dem ist nichts hinzufügen an diesem Montag im Stadionbad.

Die aktuellen TOP-THEMEN
Sport aus Hannover
Sport aus aller Welt