25. Mai 2021 / 07:25 Uhr

"Kaum zu beschreiben": So ausgelassen feiert Waspo 98 die Blitz-Titelverteidigung

"Kaum zu beschreiben": So ausgelassen feiert Waspo 98 die Blitz-Titelverteidigung

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Trainer Karsten Seehafer (von links), Konditionstrainer Karl-Heinz Windt und Präsident Bernd Seidensticker feiern die erneute Meisterschaft.
Trainer Karsten Seehafer (von links), Konditionstrainer Karl-Heinz Windt und Präsident Bernd Seidensticker feiern die erneute Meisterschaft. © privat
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Waspo 98 hat den Meistertitel in drei Spielen verteidigt, ausgerechnet beim großen Rivalen Spandau. Kein Wunder, dass die Feier danach ausgelassen ausfiel: "Menschen, Tiere, Sensationen. Das war wirklich wild und kaum zu beschreiben, was sich da abgespielt hat", so Präsident Bernd Seidensticker.

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Bernd Seidensticker hielt es einfach nicht mehr aus. Trainer Karsten Seehafer bekam gerade sein Meistervollbad verpasst, die Wasserballer von Waspo 98 feierten und sangen im Becken. Da schlüpfte der Vorsitzende rasch durch eine Seitentür der Schöneberger Schwimmhalle und machte einen Spaziergang.

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„Ich musste raus, es war zu viel“, sagte Seidensticker. Eine halbe Stunde fast war er verschwunden, dann herzte er jeden Akteur und Betreuer: „Einfach überragend, ich bin sehr stolz auf dieses Team, wir haben das souverän gemacht.“ Waspo hatte den Titel im Blitzdurchgang klargemacht, gewann die Finalserie mit 3:0 gegen Spandau 04.

So feiert Waspo 98 Hannover die erfolgreiche Titelverteidigung der deutschen Meisterschaft

So feiert Waspo 98 Hannover die erfolgreiche Titelverteidigung der deutschen Meisterschaft Zur Galerie
So feiert Waspo 98 Hannover die erfolgreiche Titelverteidigung der deutschen Meisterschaft ©

Nach dem 9:8 im zweiten Spiel hatte Waspo am Sonntag ein 10:7 folgen lassen. In der dritten Partie setzten sich die Gäste auf bis zu vier Tore ab. „Wir haben im Augenblick die stärkere Mannschaft“, sagte Seehafer.



Spandauer erkennen Waspo-Erfolg fair an

Nach dem Bad warteten sowohl Spandaus Coach Petar Kovacevic („Waspo war einfach besser“) als auch Präsident Hagen Stamm fair an der Leiter zum Becken, um Seehafer und den Spielern zu gratulieren. „Waspo ist verdienter Meister, wir sind nicht einmal an unsere Normalform gekommen und nicht einmal wirklich gefährlich geworden“, räumte Stamm ein.

Seehafer trottete klitschnass und mit Gattin Meike, die ebenfalls badengegangen war, etwas müde lächelnd Richtung Kabine. „Wir können mal gegen Spandau verlieren, als es darauf angekommen ist, haben wir es aber nicht“, sagte der Mäzen und Trainer. Er und Seidensticker nahmen sich erst vor der Halle in die Arme, nachdem der Vorsitzende seine Runde gedreht hatte.

Es war die erste Meisterschaft, die Waspo 98 in Berlin errungen hat, obendrein war er die erste Titelverteidigung – von Spandau abgesehen – seit 1978, als das dem SV Würzburg 05 gelungen war. „Könnte ich mich dran gewöhnen“, so Seidensticker, der noch rasch Bier für die Ankunft in Hannover orderte.

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Einen Extradank gab es für die Familie von Abwehrspezialist Jan Rotermund. Die Eltern Silke und Philipp sowie Bruder Fynn hatten eigens noch schnell die Trophäe aus dem Volksbad Limmer herbeigeschafft.

Der in Metall gegossene Wasserball des Olympiasiegs von 1928 auf einem Marmorsockel war dort vergessen worden. „Das nehme ich auf meine Kappe“, so Seidensticker schmunzelnd, „wir hatten ja ohnehin nicht vor, das Teil so schnell wieder herzugeben.“ Auf der Rückfahrt wurde der Cup auf dem Sitz eines Kleinbusses sicher angeschnallt.

Bilder von Spiel drei der Best-of-Five-Serie um die deutsche Wasserball-Meisterschaft zwischen Spandau 04 und Waspo 98

Bilder von Spiel drei der Best-of-Five-Serie um die deutsche Wasserball-Meisterschaft zwischen Spandau 04 und Waspo 98 Zur Galerie
Bilder von Spiel drei der Best-of-Five-Serie um die deutsche Wasserball-Meisterschaft zwischen Spandau 04 und Waspo 98 ©

Noch bevor sich der Waspo-Tross auf den Rückweg machte, wurde gesungen. Seidensticker stimmte mehrfach Lieder an, eine große Last war von ihm abgefallen. Es gab jedoch auch leisere Töne. Der russische Nationalspieler Ivan Nagaev, der bisher beide Titel mit Waspo geholt hat, widmete den Erfolg seinen Eltern Svetlana und Sergej: „Ich will mich bei euch bedanken und sagen, dass ich euch liebe.“

Zurück in Hannover machte der alte und neue Meister Station beim SV Arminia und deckte sich dort mit Bier ein. Weitergefeiert wurde im Lister Bad. „Menschen, Tiere, Sensationen. So ist das, wenn Wasserballer feiern“, sagte Seidensticker, „das war wirklich wild und kaum zu beschreiben, was sich da abgespielt hat.“