30. November 2021 / 15:00 Uhr

"Schon abenteuerlich": Waspo 98 tauscht Heimrecht, um spielen zu können

"Schon abenteuerlich": Waspo 98 tauscht Heimrecht, um spielen zu können

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Waspo 98 tritt in der Champions League in Belgrad statt im Stadionbad an.
Waspo 98 tritt in der Champions League in Belgrad statt im Stadionbad an. © Florian Petrow
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Weil die Spieler von Roter Stern gar nicht oder mit in der EU nicht zugelassenen Präparaten geimpft sind, hat Waspo 98 kurzerhand das Heimrecht getauscht und tritt nun am Mittwoch in Belgrad an. "Da hat die LEN versagt, das ist schon abenteuerlich", kritisiert Präsident Bernd Seidensticker den Verband.

Das erste Duell mit Roter Stern Belgrad sollte ein besonderes werden für die Wasserballer von Waspo 98. Am Mittwoch sollte im Stadionbad der erste Saisonsieg her in der Champions League. Aber die Corona-Welle ist natürlich längst auch zu den Wasserballern geschwappt. Weil die Spieler des serbischen Teams teilweise mit dem russischen Sputnik, einem chinesischen Präparat oder gar nicht geimpft sind, kann die 2G-Regel nicht eingehalten werden, erläutert Waspos Manager Michael Skibba: „Wir hätten die Mannschaft hier noch nicht einmal ins Hotel bekommen.“ Waspo hat flugs das Heimrecht getauscht und spielt nun um 20.05 Uhr in Belgrad. Gerade noch rechtzeitig ist die Reise organisiert worden. 

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„Da hat die LEN versagt, das ist schon recht abenteuerlich. Aber wir sind ja durchgeimpft und haben schnell umgeplant“, kritisierte Waspo-Präsident Bernd Seidensticker den europäischen Verband. Über Zürich ist der Waspo-Tross am Dienstag in die serbische Hauptstadt geflogen. „Das ist eine sehr schlechte Situation für uns, dieses Spiel ist sehr wichtig“, sagt Kapitän Aleksandar Radovic, „die LEN muss die Verantwortung dafür tragen, dass alle Spieler geimpft sind und reisen dürfen.“

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Der Liga- und Trainingsbetrieb soll für Waspo mit 2G plus weitergehen. „Wir testen uns sowieso regelmäßig, obwohl alle geimpft sind“, so Seidensticker. Um die Bundesliga macht er sich weniger Sorgen, um den Nachwuchs dafür umso mehr: „Wir haben unabhängig vom Wasserball die Schwimmausbildung intensiviert, bieten Kurse für Kitas an. Das droht jetzt alles ins Leere zu laufen.“ 


Abgesehen von den Corona-Sorgen braucht Waspo Punkte in Pool B, um die Chance auf Platz vier und damit die erneute Teilnahme am Final-8-Turnier zu wahren. Aktuell ist Waspo Sechster hinter Roter Stern, zuletzt gab es daheim ein 12:12 gegen den OSC Budapest, der mit Titelverteidiger Pro Recco aus Genua sowie Jug Dubrovnik in dieser Gruppe favorisiert ist. Dazu gesellt sich mit CN Marseille ein Klub, der personell weiter aufgerüstet und überraschend Dubrovnik geschlagen hat. „Jeder Zähler ist enorm wichtig“, sagt Seidensticker.

Ein Auswärtsspiel nach dem anderen

„Die Situation ist neu, aber wir wollen dennoch punkten. Gelingt uns das auswärts, wäre das enorm wichtig“, sagt Trainer Karsten Seehafer. Am 15. Dezember tritt Waspo in Marseille an, das ist am fünften Spieltag die vierte Auswärtspartie für den deutschen Triplesieger. Am 22. Dezember kommt Überflieger Pro Recco ins Stadionbad, der Rest des Jahres hat es sportlich also in sich. „Ich gehe davon aus, dass Corona die Champions League nicht stoppen wird“, bekräftigt Seidensticker.