23. Oktober 2020 / 08:13 Uhr

Wegen Corona: Supercup-Duell zwischen Waspo 98 und Spandau 04 abgesagt

Wegen Corona: Supercup-Duell zwischen Waspo 98 und Spandau 04 abgesagt

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Was denn nun?
 Waspo-Nationalspieler Tobias Preuß (rechts, gegen Spandaus Stefan Pjeslevac) muss sich noch gedulden. Ob der Supercup ausgetragen werden kann, ist unklar. 
Was denn nun? Waspo-Nationalspieler Tobias Preuß (rechts, gegen Spandaus Stefan Pjeslevac) muss sich noch gedulden. Ob der Supercup ausgetragen werden kann, ist unklar.  © Mirko Seifert
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Eigentlich sollte Waspo 98 Hannover am Sonntag (16 Uhr) im Supercup gegen Spandau 04 um den ersten Titel der Saison spielen - inzwischen ist klar, dass die Partie nicht stattfindet. Die steigenden Coronazahlen in ganz Deutschland führten zu der Absage, die auf einer Videokonferenz beschlossen wurde. Auch eine Verlegung der Bundesliga droht.

So lange spielen wie es eben möglich ist in der Pandemie. Alles mitnehmen, am liebsten auch gleich den ersten Titel der Saison, den Supercup. Das wollen die Wasserballer von Meister Waspo 98. Am Sonntag um 16 Uhr war das Duell mit Pokalsieger Wasserfreunde Spandau 04 im Stadionbad anberaumt. „Es wäre gut, wenn wir spielen können. Wir sind darauf vorbereitet“, sagte Trainer Karsten Seehafer noch im Vorfeld.

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Inzwischen ist allerdings klar, dass die Partie nicht stattfindet. Auf einer Videokonferenz des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) mit den Bundesliga-Vereinen wurde diese Entscheidung gefällt. Eine Taskforce des DSV hat in der vergangen Woche beschlossen, keine Veranstaltungen in Corona-Risikogebieten durchzuführen. Obwohl der Inzidenzwert in Hannover noch nicht über 50 geklettert ist, fällt die Partie aus - Sicherheit geht eben vor.

Die Bilder vom vierten Play-off-Spiel um die deutsche Meisterschaft zwischen Waspo 98 und Spandau 04

Die Bilder vom vierten Play-off-Spiel um die deutsche Meisterschaft zwischen Waspo 98 und Spandau 04. Zur Galerie
Die Bilder vom vierten Play-off-Spiel um die deutsche Meisterschaft zwischen Waspo 98 und Spandau 04. ©

Verlegung der Saison wird immer wahrscheinlicher

Bisher hat das strenge Hygienekonzept des DSV auch die Wasserballer getragen, die vergangene (und zunächst abgebrochene) Saison brachten sie im September zu Ende. Waspo holte den Titel, Spandau den Po­kal. Nun sollte die neue Spielzeit wie gewohnt mit dem Supercup beginnen, den Waspo zuletzt dreimal ge­won­nen hat. Anschließend soll die Bundesliga loslegen, zum Auftakt käme es zum hannoverschen Duell zwischen Waspo und den White Sharks, von denen sechs ein Doppelstartrecht haben und für den Kooperationspartner spielen können.

Da mit einem Abebben der Corona-Fallzahlen je­doch nicht zu rechnen ist, wird eine Verlegung oder gar Absage der Saison immer wahrscheinlicher. Zumal Berlin und auch Duisburg als weitere wichtige Wasserball-Stützpunkt längst Risikogebiete sind. Gut möglich also, dass neben dem Supercup auch alles andere trockenfällt in Sachen Wasserball – und nicht nur da: Jüngst war bereits die deutsche Meisterschaft der Schwimmer in Berlin abgesagt worden.

Betroffen sind auch die Wasserballfrauen, die ihre Bundesliga eigentlich im Oktober fortsetzen wollten. Alles wurde abgesagt, nun bleibt als kleiner Strohhalm nur Hannover. „Wenn die Bundesliga mit einem Turnier fortgeführt werden kann, dann bei uns“, sagt Waspo-Trainer Erik Bu­kows­ki. Termin wäre das Wo­chen­en­de des 30./31. Oktober. Die neue Saison für die Frauen könnte frühestens im neuen Jahr beginnen.

Kürzeste Pause aller Zeiten

All das fühle sich komisch an, sagt Seehafer. Durch Corona hat es die kürzeste Pause aller Zeiten zwischen zwei Spielzeiten gegeben. Noch kein Monat ist vergangen seit dem Pokalfinale. Waspo hat im Sportleistungszentrum geübt. Auf Saisonhöhepunkte hin zu trainieren, fällt wegen der Pandemie überaus schwer.


Verletzte hat der Coach nicht, allein der Kroate Marko Macan plagt sich mit Schulterbeschwerden he­rum. Wie es aussieht, könnte sich der Weltklasseverteidiger aber alsbald länger schonen. Steigt der Corona-Pegel weiter, sind die Wasserballer machtlos. Dabei waren sie der ersten Welle der Pandemie recht geschickt ausgewichen. Von der zweiten drohen sie nun, überrollt zu werden.