24. Juni 2020 / 12:40 Uhr

Waspo 98 stellt sich neu auf: Predrag Jokic soll Seehafer als Trainer nachfolgen

Waspo 98 stellt sich neu auf: Predrag Jokic soll Seehafer als Trainer nachfolgen

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Das sind Waspos Trainer: Karl-Heinz Windt (von links), Predrag Jokic und Karsten Seehafer. Jokic soll Seehafer als Chefcoach nachfolgen.
Das sind Waspos Trainer: Karl-Heinz Windt (von links), Predrag Jokic und Karsten Seehafer. Jokic soll Seehafer als Chefcoach nachfolgen. © Debbie Jayne Kinsey
Anzeige

Beim ersten Training des Jahres im Freien im Volksbad Limmer gab es für die Spieler von Waspo 98 eine wichtige Information: Trainer Karsten Seehafer stellte mit Pedrag Jokic quasi seinen eigenen Nachfolger vor - wenngleich den 37-Jährigen bei Waspo jeder schon kennt.

Anzeige
Anzeige

Julian Real ist der Erste von Waspo 98, der das Wasser im Volksbad Limmer testet. Restlos überzeugt ist er nicht, der Kapitän des Nationalteams verzieht das Gesicht. Etwas frisch ist es dem Weltklasse-Wasserballer beim ersten Freibadbesuch in diesem Jahr. Prompt tönt es vom Beckenrand: „Das ist Lindener Wasser, Mensch! Das ist besser als Champagner!“

Der Waspo-Vorsitzende Bernd Seidensticker ist es, der die Stimmung in bewährter Manier auflockert. Bevor die Spieler des Pokalsiegers jedoch ins Wasser hechten, macht Trainer Karsten Seehafer eine deutliche Ansage – er stellt dem Team quasi seinen Nachfolger vor.

Bilder vom ersten Training des Jahres von Waspo 98 Hannover im Volksbad Limmer

Karsten Seehafer (links) und Bernd Seidensticker verfolgen die Einheit aufmerksam und entspannt. Zur Galerie
Karsten Seehafer (links) und Bernd Seidensticker verfolgen die Einheit aufmerksam und entspannt. ©

An den Tischtennisplatten bilden die mehr als 20 Mann einen großen Kreis mit entsprechendem Corona-Sicherheitsabstand. Es wird viel geflachst, einige sehen sich seit Wochen erstmals wieder. So saß Darko Brgulkan wegen geschlossener Grenzen einen Monat in Montenegro fest, Ante Corusic nutzte die Zwangspause zu einem Heimatbesuch in Kroatien. „Du hast ja einen Sonnenbrand auf dem Rü­cken, warst wohl zu viel am Strand“, flachst Konditionstrainer Karl-Heinz Windt. „Nein, das ist eine lange Ge­schich­te“, entgegnet Corusic.

"Ich werde das ja nicht ewig weitermachen"

Seehafer wird dann etwas ernster. Natürlich muss er Pre­drag Jokic nicht extra vorstellen, den vierfachen Olympiateilnehmer und Ex-Welt- und Europameister kennen al­le. „Pedja“ Jokic erhält einen Vierjahresvertrag, er zählt nun offiziell zum Trainerteam. „Ich wünsche mir, dass er mein Nachfolger wird, ich werde das ja nicht ewig weitermachen“, sagt Seehafer.

Der 37-jährige Mon­te­ne­gri­ner fühlt sich wohl in Hannover, er ließ seine Karriere zuletzt noch bei Waspo-Kooperationspartner White Sharks ausklingen. „Pedja weiß, wie wir uns Wasserball vorstellen. Und wir kennen seine Philosophie, es passt perfekt“, sagt Seehafer, der zugleich Mäzen von Waspo ist. Wann er an Jokic übergeben wird, hat er jedoch noch nicht entschieden.

Mehr Berichte aus der Region

Das erste Training in diesem Jahr unter freiem Himmel leitet Jokic, im 50-Meter-Becken ist Platz genug. Bahnen sind gezogen, so kommen sich die Spieler weder in die Quere noch zu nahe. Sogar Konrad Seehafer kann da ungestört eine Runde schwimmen, er ist Seniorchef der Hanomag-Lohnhärterei, die inzwischen sein Sohn leitet.

Auch Seehafer senior mischt mit

Als der stämmige Ex-Nationalspieler ins Wasser springt, kann sich der Auswahltorwart und frühere Duisburger Moritz Schenkel einen Spruch nicht verkneifen: „Ich wusste, dass wir einen neuen Spieler kriegen. Aber nicht, dass er so stark ist.“ Das kontert Seehafer senior lässig: „Gegen euren Torwart hab ich damals von der Mittellinie getroffen.“

Bis Waspos Spieler schließlich aufs Tor werfen, haben sie mehr als 2000 Meter hinter sich. Jokic steht entspannt mit Sonnenbrille am Beckenrand. Seehafer fachsimpelt ein wenig mit Seidensticker. „Gut und wichtig, dass das Team wieder komplett beisammen ist. Wir sind bereit, wenn es weitergeht“, betont Karsten Seehafer.