31. Oktober 2021 / 19:09 Uhr

Waspo 98 verliert Supercup-Drama gegen Spandau 04

Waspo 98 verliert Supercup-Drama gegen Spandau 04

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Das tut weh: Schiedsrichter Frank Ohme zieht Rot, auf der Waspo-Bank herrscht Entsetzen. Auch Coach Karsten Seehafer (mit Ball) ist bedient. 
Das tut weh: Schiedsrichter Frank Ohme zieht Rot, auf der Waspo-Bank herrscht Entsetzen. Auch Coach Karsten Seehafer (mit Ball) ist bedient.  © Florian Petrow
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Im ewigen Duell mit Spandau 04 zogen die Meister-Wasserballer von Waspo 98 diesmal den Kürzen und verloren im Supercup. Waspos Geburtstagskind Karsten Seehafer feiert trotzdem mit dem Team.

"Da hat nur noch nackte Haut und Blut gefehlt, sonst haben wir den Zuschauern alles geboten, spannender kann es nicht sein“, sagte Trainer Karsten Seehafer. Ein glückliches Ende allerdings fehlte Waspo 98 obendrein, der Wasserballmeister verlor den Supercup im Stadionbad vor rund 250 Besuchern mit 12:13 (4:3, 2:4, 2:3, 4:3) gegen Spandau 04. Das trübte die Stimmung aber nicht über die Maßen, Seehafer gab anschließend im Café Meineid einen aus auf seinen 52. Geburtstag.

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„Der Sieg ist sicher nicht unverdient. Aber Spandau hat überhart bis hin zur Brutalität gespielt, das sollte ein cleveres Team nicht nötig haben“, sagte Waspo-Präsident Bernd Seidensticker, „und leider haben wir uns davon beeindrucken lassen.“ Zu Beginn des zweiten Viertels verlor Center Ante Corusic die Beherrschung, er sah Rot – der Kroate gilt eigentlich als einer der besonnenen Kandidaten. „Das war absolut unnötig“, betonte Seehafer. Waspo war geschwächt und geriet mit 6:9 in Rückstand.

„Dass wir nach einem Drei-Tore-Rückstand zurückkommen gegen Spandau, das ist schon besonders – Berlin hat das gegen uns in den letzten Jahren nicht geschafft“, so Seehafer. Drei Tore steuerte dazu Matija Brguljan bei, der normalerweise für defensive Aufgaben zuständig ist. Auch die Berliner ereiferten sich, Coach Petar Kovacevic sah im Schlussviertel Rot. Die gesamte Partie war hektisch und hochemotional, das Duell der Erzrivalen hat jedenfalls nichts an Brisanz eingebüßt. Bisweilen gab es nicht nur im Wasser tumultartige Szenen. „Ich will es mal so sagen, in der Champions League wäre die komplette Berliner Bank aus der Halle geworfen worden, derlei wird da streng geahndet“, so Seidensticker.

Dreieinhalb Minuten vor dem Ende glich Linkshänder Fynn Schütze zum 11:11 aus, eine Minute später erzielte Kapitän Aleksandar Radovic gar das 12:11. Wiederum 60 Sekunden später glückte Spandaus Marko Stamm ein No-look-goal. Ein Angriff blieb Waspo, Torwart Moritz Schenkel kam mit nach vorne. Petar Muslim scheiterte mit Waspos letztem Wurf an der Querlatte. „Viel mehr Drama geht nicht“, stellte Seehafer fest. Als sich Seidensticker etwas beruhigt hatte, sagte er: „Es ist ja nicht so, dass wir jedes knappe Spiel gegen Spandau gewinnen würden, nur weil wir Waspo sind. Das wäre doch vermessen.“ Spandaus Präsident Hagen Stamm war zufrieden: „Mit viel Kampfgeist und Moral war heute jeder bereit, die entscheidenden Extrameter zu machen.“

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Etliche zusätzliche Meter musste ganz am Schluss schimpfend Geburtstagskind Seehafer machen – Seidensticker hatte ihm den letzten Parkplatz vor dem Waspo-Stammlokal vor der Nase weggeschnappt. „Das Recht nehme ich mir mal als Präsident, Geburtstag hin oder her“, sagte Seidensticker lachend.

Waspo-Tore: Fynn Schütze 3, Aleksandar Radovic 3, Matija Brguljan 3, Marko Macan, Jorn Winkelhorst, Darko Brguljan.

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