20. April 2021 / 17:20 Uhr

9:13 verloren, aber Waspo 98 bietet Ferencváros Budapest einen heißen Tanz

9:13 verloren, aber Waspo 98 bietet Ferencváros Budapest einen heißen Tanz

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Der Coach mit der Maske: Waspos Karsten Seehafer schickt die Spieler nach der Viertelpause ins Wasser. 
Der Coach mit der Maske: Waspos Karsten Seehafer schickt die Spieler nach der Viertelpause ins Wasser.  © Stefan Trümper
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Für einen starken Auftritt in der Champions League ist Meister Waspo 98 Hannover nicht belohnt worden. Am Ende verlor der deutsche Wasserball-Meister mit 9:13 gegen Titelverteidiger und Gastgeber Ferencváros Budapest.

Waspo-Coach Karsten Seehafer ist kein Mann der großen Gesten. Treffer seines Teams be­klatscht er normalerweise nur kurz. Am Dienstag aber hat der Trainer von Waspo 98 Hannoversogar die Fäuste geballt im Schlussviertel. Da hatte der deutsche Wasserball-Meister gegen Ferencváros Budapest gerade den Ausgleich zum 9:9 erzielt.

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„Wir haben aber vielleicht zu spät ge­merkt, dass da wirklich eine große Überraschung möglich ist“, sagte Seehafer. In Pool B der Champions League verlor Waspo in der Donau-Arena von Budapest mit 9:13 (3:4, 1:2, 4:2, 1:5) gegen den Titelverteidiger. „Am Schluss war die Luft raus“, räumte der Coach ein.

Die Bilder vom Wasserball-Spiel in der Champions League zwischen Gastgeber Ferencvaros Budapest und Waspo 98 Hannover.

Die Bilder vom Wasserball-Spiel in der Champions League zwischen Gastgeber Ferencvaros Budapest und Waspo 98 Hannover. Zur Galerie
Die Bilder vom Wasserball-Spiel in der Champions League zwischen Gastgeber Ferencvaros Budapest und Waspo 98 Hannover. © Stefan Trümper

Waspo machte ein mehr als ordentliches Spiel gegen Ferencváros, das allerdings bereits für das Final-8-Turnier qualifiziert ist. Den ersten Abschnitt der Champions League im Bubble-Format hatte Waspo noch mit 6:19 gegen die Ungarn verloren. „Wir haben viel gearbeitet, die Mannschaft ist fit und bereit, aktuell stimmt es“, so Seehafer.

Radovic macht eine starke Partie

Waspo begann couragiert und führte nach 29 Sekunden durch Kapitän Aleksandar Radovic – es war sein 15. Treffer in dieser Königsklassensaison. Abwehrspezialist Marko Macan machte eine starke Partie, vorn sorgte sein kroatischer Landsmann für viel Wirbel. Er traf zweimal selbst und holte etliche Strafzeiten heraus, ihn be­hak­te Ferencváros or­dent­lich.

Im zweiten Abschnitt schoss Waspo aber sozusagen den Vogel ab, den ungarischen Nationalkeeper Somar Vogel nämlich. Etliche Würfe kamen genau auf den Torwart, Hannover fiel auf 3:6 zurück. Immer wieder traf Ungarns Star Denes Varga spektakulär mit ansatzlosen Würfen für die Gastgeber, er war mit sechs Toren der Mann der Partie.

Brguljan verkürzt mit viel Willen

Waspo kämpfte sich je­doch zurück. Seehafer sah im dritten Viertel Gelb, als ein Stürmerfoul gegen sein Team gepfiffen wurde – im Gegenzug drohte die Vorentscheidung. Darko Brguljan jedoch schlug für Waspo zurück, es war der bemerkenswerteste Treffer des Spiels: Der Montenegriner scheiterte erst aus spitzem Winkel an der Querlatte, nahm den Abpraller auf und warf den Ball fast mit der Pausensirene an den Innenpfosten zum 8:9 – da zeigte Seehafer erstmals die Fäuste. Nach dem Ausgleich antworteten die Ungarn dann binnen zwei Minuten dreimal.


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Am Mittwoch kann auch Waspo das Final 8 klarmachen, um 14 Uhr steht die Partie gegen Dynamo Tiflis an. In dieser Form sind die Hannoveraner favorisiert. Zudem ist Petar Muslim dabei, der gegen Ferencváros geschont wurde. Es gibt einen Livestream auf lenchampions­league.eurovisionsports.tv.

Waspo-Tore: Ivan Nagaev 2, Corusic 2, Julian Real, Phillip Kubisch, Radovic, Macan, Brguljan.