08. September 2020 / 09:47 Uhr

Sieben für den Titelstreich: So ticken Waspos Zugänge seit der Meisterschaft 2018

Sieben für den Titelstreich: So ticken Waspos Zugänge seit der Meisterschaft 2018

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Gibt den Ton an: Fynn Schütze bringt vor dem dritten Spiel seine Kollegen in Fahrt.
Gibt den Ton an: Fynn Schütze bringt vor dem dritten Spiel seine Kollegen in Fahrt. © Mirko Seifert
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Vor zwei Jahren hat Waspo 98 die deutsche Meisterschaft zuletzt gewonnen, am Mittwoch greift das Team gegen Spandau erneut nach dem Titel. Sieben Spieler sind seit dem Triumph von vor zwei Jahren neu an Bord. Der SPORTBUZZER stellt die Zugänge kurz vor und klärt, wie viel Meistermacher in jedem steckt.

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Petar Muslim: Waspos Olympiasieger von 2012 könnte in der Finalserie zum wichtigsten Mann werden. Der Kroate ist auf jeder Position stark. Als Center Ante Corusic erkrankt ausgefallen war, ging der 32-Jährige dorthin, wo es im Wasserball am meisten wehtut. „Kein Pro­blem, das muss man abkönnen“, sagt Muslim. Egal, ob ihn zwei oder drei Verteidiger beharken, „Zerstörer Muslim“, wie ihn der Waspo-Vorsitzende Bernd Seidensticker gern nennt, kommt meist zum Abschluss oder holt Strafzeiten heraus.

Ivan Nagaev: Der Russe im Team des amtierenden Pokalsiegers ist nicht nur ein Mann für den präzisen Abschluss. Der Linkshänder ist Hobbyangler und überaus schnell. Spielt Kapitän Aleksandar Radovic gerade nicht, übernimmt der Ex-Spieler von Dynamo Moskau die Strafwürfe. Auf Nagaev passt Spandau besonders gut auf, er kann Partien entscheiden. Drei junge Töchter hat der 27-Jährige, der in Linden wohnt, sehr gut Deutsch spricht und meist strahlt. Zwei Tore pro Partie sind für Nagaev das Minimum.

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Marko Macan: Knapp zwei Wochen ist der Weltmeister von 2017 erst da, vor ein paar Tagen kamen Frau Valentina und Söhnchen Dani aus Du­brov­nik nach. Dass er sich wohlfühlt, zeigen seine Leistungen. Macan ist einer der besten Verteidiger der Welt, der 27-Jährige will unbedingt Meister werden: „Wasserball musst du in so einer Finalserie spielen, als ob es um dein Leben geht. Nur dann kannst du Titel holen“, sagt Macan, der 2016 Olympia-Silber eroberte und in seiner Heimat wie Muslim ein Star ist.

Reiko Zech: Das erste Tor im verlorenen dritten Spiel gegen Spandau erzielte der Ex-Potsdamer – sein Freudenschrei wurde aber nicht zum Weckruf. „Reiko ist unser Mann für die langen Wege“, sagt Seehafer. Im Sommer 2019 handelte sich der 25-jährige deutsche Nationalspieler eine Thrombose ein, mit den Folgen hatte er lange zu kämpfen. Nach der Corona-Zwangspause ist er wieder völlig fit.

Fynn Schütze: Seine Onkel Dirk und Stefan holten 1993 mit Waspo die Meisterschaft. Nationalspieler Fynn gehört zur Hildesheimer Schütze-Dynastie. Er ist mit 22 Jahren der Jüngste im Team und hat in dieser Saison einen großen Schritt gemacht. „An ihm kommt der Bundestrainer nicht vorbei“, betont Seehafer. Schütze ist neben Nagaev zweiter Linkshänder im Ka­der, das macht ihn besonders wertvoll.

Matija Brguljan: Kann notfalls alles spielen – und tut das auch unerschrocken. „Matija wird gern unterschätzt, aber er ist unser Kampfschwein“, lobt Seehafer den jüngeren Bruder (25 Jahre) von Olympia-Allstar Darko. Der Montenegriner kann durchaus die Drecksarbeit in der Abwehr erledigen, ist aber genauso für Tore gut.

Kevin Götz: In nicht vielen Sportarten kommen die Nummer eins und zwei im deutschen Tor aus einem Verein. Götz wechselte von Kooperationspartner White Sharks zu Waspo. Sollte Moritz Schenkel ausfallen, ist der Keeper zur Stelle, das hat er mehrfach bewiesen, auch bei Einsätzen in der Champions League. Götz ist ein mitspielender Torwart, auch wenn es das beim Wasserball eigentlich nicht gibt. Er springt gern nach vorn, um Bälle abzufangen, ehe es richtig gefährlich wird.