11. September 2020 / 13:03 Uhr

Waspo 98 nach dem Sieg der Meisterschaft: „Wir werden hier noch einige Titel feiern“

Waspo 98 nach dem Sieg der Meisterschaft: „Wir werden hier noch einige Titel feiern“

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Das Team des Waspo 98 feiert die Meisterschaft.
Das Team des Waspo 98 feiert die Meisterschaft. © Florian Petrow
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Viva Waspo! Bis zum nicht mehr ganz so frühen Morgen feierte 98 durch Limmer, Linden sowie die Nordstadt und leerte die Biervorräte gleich zweier Vereine. Im Norden Hannovers riefen Nachbarn sogar die Polizei: „Aber das war ja alles harmlos, so laut waren wir nicht“, betont Präsident Seidensticker.

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Waspo-Präsident Bernd Seidensticker tanzte mit dem Meisterpokal auf der Empore des Klubhauses im Volksbad Limmer, schloss ihn fest in den Arm, drehte einige Pirouetten und rief zu den Spielern nach unten: „Das ist so geil, ihr seid so geil!“ Damit gab er den Ton vor für eine rauschende Siegesfeier.

Bis zum nicht mehr ganz so frühen Morgen feierte Waspo und leerte die Biervorräte gleich zweier Vereine. „Wasserball wird künftig in Hannover gespielt, nicht mehr in Berlin“, sagte Seidensticker gewohnt vollmundig.

Julian Real will bis zu seinem Karriereende bleiben

Dreieinhalb Stunden nach dem 11:9-Finalsieg über Spandau 04 trug Julian Real als Einziger immer noch Bademantel. Die Regenschauer waren ihm egal. Der mit Kapitän Aleksandar Radovic überragende Waspo-Akteur des vierten Spiels erzählte noch einmal von der Roten Karte für ihn. „Der Spandauer Pjesivac reißt mir an der Kappe, das ist übertriebene Härte. Das habe ich dem Schiedsrichter gesagt und sehe Rot“, so Real, der darüber lachen konnte. Er kündigte an, noch zwei Jahre in Hannover zu spielen und seine Profikarriere hier zu beenden: „Es macht einfach richtig Bock.“

Die Bilder vom vierten Play-off-Spiel um die deutsche Meisterschaft zwischen Waspo 98 und Spandau 04.

Die Bilder vom vierten Play-off-Spiel um die deutsche Meisterschaft zwischen Waspo 98 und Spandau 04. Zur Galerie
Die Bilder vom vierten Play-off-Spiel um die deutsche Meisterschaft zwischen Waspo 98 und Spandau 04. ©

Biervorräte schnell erschöpft

Waspo hatte die Feier vorsichtig geplant, Fassbier und Würstchen waren im Volksbad alsbald aus. „Ich bin mir nicht sicher, ob ich Seide als Caterer beauftragen würde“, sagte Real lachend. 40 Pizzas wurden bei einem Bringdienst bestellt und eilends einige Kästen herbeigeschafft, dann wechselte das Team zur benachbarten SG Limmer. Als es dort nichts mehr zu trinken gab, gingen die meisten nach Hause, manche zogen noch durch Lindener Kneipen. Trainer Karsten Seehafer tat das nicht, er ging früher heim. „Das waren wirklich an­stren­gen­de Tage, ich habe lieber mal zehn Stunden am Stück ge­schla­fen, das hat mir gutgetan“, sagte der Coach.

Moritz Schenkel und Ivan Nagaev bekommen die Haare ab

Gestern verlagerte sich der Schwerpunkt der Feierlichkeiten in die Nordstadt. Dort wohnen etliche Spieler dicht beisammen. Unter anderem Ex-Olympiasieger Petar Muslim, der zum Grillchef beim Meisterschaftsbarbecue in einem Hinterhof avancierte.

Für großes Gelächter sorgte eine Wette, die Torwart Moritz Schenkel und der russische Nationalspieler Ivan Nagaev gemacht hatten. Für den Fall, dass es zum Titel reichen würde, wollten sie sich die Haare wenige Millimeter kurz schneiden lassen. Als es bei ihm vollbracht war, setzte der Keeper rasch eine Baseballkappe auf. Dann überreichte Schenkel im Namen des Teams ein pinkfarbenes Bobby-Car an den wurfgewaltigen Russen, der jüngst zum dritten Mal Vater einer Tochter geworden war. Erst danach rasierte er seinerseits Nagaev unter großem Ge­läch­ter.

Nachbarn rufen die Polizei

Seidensticker scherte das nicht weiter, er musste zwischendurch arbeiten und kehrte an diesem Tag nicht mehr zu den Feiernden zurück. Einige Nachbarn je­doch waren weniger begeistert von den wiederholten „Viva Waspo“-Schlachtrufen und holten die Polizei. „Aber das war ja alles harmlos, so laut waren wir nicht“, betonte Seidensticker.

Zumal einige Spieler ihre Kinder dabeihatten. Der Nachwuchs von Radovic, Real und Jorn Winkelhorst besucht sogar einen Kindergarten. „Auch das schweißt zusammen. Da holt einer mal alle anderen Kinder ab, wenn es sein muss. Das ist ein Stück gelebte Waspo-Familie“, so Seidensticker.

Waspo-Keeper Moritz Schenkel bekommt nach dem Finalsieg den Kopf rasiert

Seidensticker: „Nächstes Mal wird genug Bier da sein“

Waspo bereitet sich nun auf die Pokalendrunde Ende September in Berlin im Sport­leis­tungs­zen­trum vor. Im Volksbad Limmer, das vor 95 Jahren erbaut wurde, ist die Saison beendet. „Hier werden wir noch einige Titel feiern. Und dann wird genug Bier da sein“, sagte Seidensticker.