06. September 2020 / 15:22 Uhr

"Spielen aber auch einen Mist": Entscheidung vertagt, Waspo 98 verliert drittes Play-off-Spiel in Berlin

"Spielen aber auch einen Mist": Entscheidung vertagt, Waspo 98 verliert drittes Play-off-Spiel in Berlin

Sportredaktion Hannover
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Auch das dritte Spiel zwischen Waspo 98 Hannover (weiße Badekappen) und den Wfr. Spandau 04 war ein umkämpftes Duell.
Auch das dritte Spiel zwischen Waspo 98 Hannover (weiße Badekappen) und den Wfr. Spandau 04 war ein umkämpftes Duell. © Florian Petrow
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Die Bundesliga-Wasserballer von Waspo 98 Hannover haben den ersten Matchball im Kampf um die deutsche Meisterschaft ausgelassen. Für die White Sharks Hannover ist die Serie um DM-Bronze nach dem zweiten Spiel bereits beendet.

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Im dritten Viertel hat sich Waspo-Trainer Karsten Seehafer abgewendet. In einem Duell mit viel Gebrüll sagte er leise, und das mehr für sich selbst: „Wir spielen aber auch einen Mist.“

Spandauer Wiedergeburt

Waspo hat die dritte Partie um die deutsche Meisterschaft in der Schöneberger Schwimmhalle gegen Spandau 04 mit 9:12 (0:3, 3:2, 2:4, 4:3) verloren. In der Finalserie führt Hannover mit 2:1 und kann nun am Mittwoch um 18 Uhr (Volksbad Limmer) den Titel klarmachen. 

„Wir waren nicht so stark wie in beiden Partien vorher“, räumte der Waspo-Coach ein. Spandau-Präsident Hagen Stamm sah eine „Wiedergeburt nach zwei Spielen mit einer unterirdischen Überzahlquote“.

Bilder vom ersten Finale um die deutsche Wasserball-Meisterschaft zwischen Waspo 98 Hannover und Spandau 04

Es geht drunter und drüber im Becken. Zur Galerie
Es geht drunter und drüber im Becken. ©

Gleich zweimal glitschte den Gästen im ersten Viertel unbedrängt der Ball aus der Hand – das war sinnbildlich. Zugleich entglitt Waspo frühzeitig die vorzeitige Chance auf die Meisterschaft. Waspo gelang in einer mäßigen Partie wenig, es lag zur ersten Pause mit 0:3 hinten und kam nicht mehr näher als bis zum 2:3. „Es war schwierig, wir mussten am Anfang viel ackern, um Fouls zu bekommen“, so Seehafer, „und dann schaffen wir es nicht, die Tore zu erzielen.“

„Dass wir die Serie mit 3:0 entscheiden, war offensichtlich nicht gewollt“

Zwar fand Waspo im zweiten Abschnitt den Anschluss, aber wirklich eng wurde es nicht. Die Gäste hatten noch Chancen, scheiterten aber oft fahrlässig und haderten zudem mit den Entscheidungen der Unparteiischen. Allen voran tat das Waspo-Vorsitzender Bernd Seidensticker, der im dritten Durchgang erbost seine Jacke durch die Gegend warf und im vierten fast schon die Stimme verlor. „Dass wir die Serie mit 3:0 entscheiden, war offensichtlich nicht gewollt“, maulte Seidensticker.

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„Uns hat die Durchschlagskraft gefehlt, wir waren nicht so aggressiv“, monierte Julian Real, der zu den Schiedsrichtern nichts sagen wollte. Als er im dritten Abschnitt für ein Allerweltsfoul aus dem Wasser musste, konnte er sich einen Spruch aber nicht verkneifen: „Das ist ein Witz.“ Ende des dritten Abschnitts zielte Waspo-Kapitän Aleksandar Radovic per Strafwurf an den Pfosten, es wäre das 6:9 gewesen und die vielleicht letzte Chance. „Da kommt dann eins zum anderen“, so Seehafer. „Aber wir haben den einen Sieg geholt, den wir wollten.“

"Haben jetzt noch zwei Matchbälle"

Berlins Dimitri Kholod war mit sechs Treffern Mann der Partie, nach jedem Tor schrie der Russe triumphierend in Richtung Waspo-Keeper Moritz Schenkel, der abermals gut war und es auf 13 Paraden brachte. „Der soll sich ruhig freuen, es war eben sehr emotional. Wir haben jetzt noch zwei Matchbälle“, sagte Schenkel. 

Waspo-Tore: Ivan Nagaev 2, Jorn Winkelhorst 2, Darko Brguljan 1, Matija Brguljan 1, Julian Real 1, Reiko Zech 1, Tobias Preuß.

Bilder vom zweiten Halbfinale um die deutsche Wasserball-Meisterschaft zwischen Waspo 98 und den White Sharks

Waspos Ivan Nagaev wirft aufs Tor. Zur Galerie
Waspos Ivan Nagaev wirft aufs Tor. ©

Die White Sharks Hannover haben den dritten DM-Platz und damit auch die Champions-League-Quali verpasst. Im Volksbad Limmer unterlagen sie gegen den OSC Potsdam mit 7:9 – und damit die Serie mit 0:2. 

"Es ist ein gutes Gefühl"

Dennoch: „Es ist ein gutes Gefühl, dass wir mithalten konnten. Unter dem Strich ist es ein großer Erfolg, besser waren die Sharks bisher ja noch nicht in der Vereinsgeschichte“, sagte Kapitän Marvin Götz. 

Potsdam präsentierte sich cleverer und führte im Schlussviertel bereits mit 9:5. „Der Sieg ist verdient, bei uns war es nicht optimal“, räumte Götz ein. Hinterher grillten die Haie im kleinen Kreis und feierten zugleich den 18. Geburtstag von Torwart Felix Benke.

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Pause haben die Sharks nicht lange, am 31. Oktober soll die Bundesliga wieder starten – auch die LEN-Trophy dürfte Ende Oktober beginnen, das ist der internationale Wettbewerb.

Kubisch fest zu Waspo

„Ich gehe davon aus, dass wir in der LEN-Trophy dabei sind“, sagte Götz. Es hängt von der Corona-Lage ab. „Die Champions League wäre zwar die Kirsche auf dem Eisbecher gewesen. Aber dieses junge Team hat ja noch viel Potenzial“, so Götz.

Philipp Kubisch wechselt endgültig zu Kooperationspartner Waspo, er hat dann kein Zweitstartrecht mehr. Für ihn war es also ein Abschied. Götz wird bis zum Jahresende in Budapest studieren, sonst ändert sich bei den Sharks personell nichts. 

Sharks-Tore: Felix Struß (2), Philipp Dolff, Michael Hahn, Luka Sekulic, Niclas Schipper, Maximilian Froreich (je 1). sdi