17. Januar 2020 / 18:43 Uhr

Julian Real bei der Wasserball-EM: Deutschlands Bester spielt bei Waspo

Julian Real bei der Wasserball-EM: Deutschlands Bester spielt bei Waspo

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Waspos Julian Real (oben) beim EM-Sieg gegen die Slowakei.
Waspos Julian Real (oben) beim EM-Sieg gegen die Slowakei. © imago images/Insidefoto
Anzeige

Waspos Weltklasse-Verteidiger Julian Real hat die wichtigen Sachen in die Hand genommen für die deutschen Wasserballer. Der DSV-Kapitän war bester Mann beim entscheidenden EM-Sieg über die Slowakei. Beim 8:5 (4:1, 1:2, 3:2, 0:0) erzielte der Abwehrchef drei Tore.

Anzeige
Anzeige

Die deutsche Wasserball-Nationalmannschaft hat mit dem Sieg über die Slowakei einen bedeutenden Schritt in Richtung Ticket für das Olympia-Qualifikationsturnier Ende März in Rotterdam gemacht.

Nicht einmal vier Minuten waren vorbei in Budapest, da führten die Deutschen mit 3:0. Real warf das 2:0 und ballte nach jedem Tor die Faust. „Der Start war super. Aber dann spielen wir es nicht weiter, die Partie entgleitet uns“, sagte Bundestrainer Hagen Stamm.

Bundestrainer Stamm: „Hier ging es nur ums Gewinnen"

„Das war ein echtes Endspiel, und es war ein gefährliches. Das war uns klar. Hier ging es nur ums Gewinnen, und das haben wir recht sicher geschafft“, gab der erleichterte 30-Jährige weiter an. Platz drei in Gruppe A ist nach der 9:17-Auftaktpleite gegen Kroatien damit sicher – und die Chance auf das Olympiaticket gewahrt.

Trotz Sieg: In der Offensive ist Luft nach oben

Die Slowaken versuchten, Weltklasse-Verteidiger Real aus der zentralen Abwehrposition zu bekommen. Das klappte zwar mehrfach, „aber dafür hatte ich deutlich mehr Körner im Angriff“, sagte ehemalige Duisburger. Im schwachen zweiten Viertel traf allein Real, und zwar per Aufsetzer gegen den starken Keeper Tomas Hoferica zum wichtigen 5:3.

Die Slowaken waren herangekommen, weil die Deutschen offensiv bisweilen unerklärlich schwach waren. Sie hätten insgesamt locker 15 Tore oder mehr erzielen können. Acht Strafzeiten gegen die Slowaken nutzten sie zu lediglich einem Treffer. Sogar eine doppelte Überzahl wurde kläglich vergeben. „Das ist unterirdisch, das muss man einfach so sagen. Das müssen wir dringend verbessern, da müssen wir aggressiver sein und entschlossener“, räumte Real ein. Und auch Stamm sah in der Offensive „klar Luft nach oben“.

Mehr Berichte aus der Region

Waspo-Torhüter Schenkel pariert zwei Fünfmeter in der Endphase

Real schwamm Ende des dritten Viertels sogar einen Konter und markierte das 8:5. Es blieb der letzte Treffer der Partie, weil es zumindest in der Abwehr um den sicheren Waspo-Schlussmann Moritz Schenkel (zehn Paraden) passte. Schenkel wehrte im finalen Abschnitt sogar einen Fünfmeter-Strafwurf ab.

Kurz darauf scheiterten die Slowaken nach einem dummen Fehler der Deutschen erneut aus fünf Metern, diesmal prallte der Ball von der Latte auf Schenkels Rücken und dann ins Feld. „Klar hatten wir da etwas Glück, aber das hatte Moritz sich mit einer starken Leistung verdient“, betonte Real, der hinterher entspannt mit Frau und Söhnchen einen Stadtbummel machen konnte. Bundestrainer Stamm gab für den Rest des Tages frei.

Steht im Mittelpunkt: Torwart Moritz Schenkel von Waspo
 (hier beim Länderspiel gegen Ungarn). 
Steht im Mittelpunkt: Torwart Moritz Schenkel von Waspo (hier beim Länderspiel gegen Ungarn).  © imago images/Hentschel
Anzeige

Real: „Gegen Montenegro ist alles drin“

Am Samstag (17.30 Uhr) kämpfen die Deutschen gegen Montenegro um Rang zwei in Pool A. Der Sieger hat das Ticket für das Olympia-Qualifikationsturnier Ende März in Rotterdam quasi sicher, weil dann in der Zwischenrunde mit der Türkei eine recht leichte Aufgabe wartet. „Gegen Montenegro ist alles drin“, sagte Real, „dann müssen wir aber konsequent und durchgehend gut spielen.“

Deutschlands Tore: Julian Real 3, Denis Strelezkij 2, Maurice Jüngling, Timo van der Bosch, Marko Stamm je 1.

Die aktuellen TOP-THEMEN
Anzeige
Sport aus Hannover
Sport aus aller Welt