26. Oktober 2020 / 17:36 Uhr

"Nicht vermeidbare Katastrophe": Bundesligastart frühestens im März

"Nicht vermeidbare Katastrophe": Bundesligastart frühestens im März

Tobias Gutsche
Märkische Allgemeine Zeitung
Der Potsdamer Hannes Schulz (M.) ist Teil der deutschen Nationalmannschaft.
Der Potsdamer Hannes Schulz (M.) ist Teil der deutschen Nationalmannschaft. © Sandra Seifert/Verein
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Der Wasserball-Spielbetrieb wird wegen der Corona-Lage erneut für mehrere Monate ausgesetzt. Das sorgt für Herausforderungen beim OSC Potsdam, den Wasserfreunden Spandau und bei der Nationalmannschaft. Ein Kampf um Sponsoren und Motivation. 

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Wie kann eine Saison in der sich wieder verschärfenden Coronakrise aufrechterhalten werden? Eine Frage, bei der viele Sportarten im Trüben fischen. Um sich keiner Hängepartie hingeben zu müssen, hat der Deutsche Schwimm-Verband für den Wasserball Ende voriger Woche Klarheit geschaffen. Der für das kommende Wochenende geplante Bundesligastart ist abgesagt worden, frühestens ab März soll es weitergehen. „Es ist eine nicht vermeidbare Katastrophe für unseren Sport“, sagt André Laube, sportlicher Leiter des OSC Potsdam. „Die Entscheidung ist in der aktuellen Situation verständlich, richtig und konsequent.“

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André Laube, sportlicher Leiter des OSC Potsdam.
André Laube, sportlicher Leiter des OSC Potsdam. © Sandra Seifert/Verein

Olympia-Qualifikation für Februar angesetzt

Das sieht auch Hagen Stamm so. Er ist Präsident des deutschen Rekordmeisters Wasserfreunde Spandau und zugleich Bundestrainer. „Wir müssen alle Risiken minimieren. Daher können die Teams nicht ständig quer durch die Republik reisen“, betont er. Im Spätsommer hatten die Wasserballer noch die entspannte Corona-Lage genutzt, um nach rund einem halben Jahr Pause die vergangene Saison mit Meisterschaft und Pokalwettbewerb zu beenden. Waspo Hannover wurde Meister, Spandau holte den Cup und die Potsdam Orcas gewannen erstmalig in beiden Fällen Bronze.

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Nun schwappt die neue Covid-19-Welle über Deutschland hinweg und Wasserball zieht sich – zumindest was Wettkämpfe betrifft – wieder auf das Trockendock zurück. Ab Dezember soll der Europapokal starten, fraglich, ob das auch tatsächlich geschieht. National wird definitiv nicht gespielt. „Es kommt dem zweiten Lockdown für uns gleich“, sagt Laube. „Nur, dass wir jetzt zumindest erst einmal noch trainieren können.“ Mit der schwierigen Herausforderung, die Akteure auch ohne Spielerlebnisse weiterhin zu motivieren. Vor allem jene, die zum Nationalteam gehören, denn für Februar ist das Olympia-Qualifikationsturnier in Rotterdam angesetzt. „Wir müssen im Training Anreize schaffen, um die Jungs im Saft zu halten. Auch werden wir Pläne überdenken, um die Nationalspieler mehr zusammen zu haben, wenn eben die Liga pausiert“, sagt Bundescoach Stamm.

Bundestrainer Hagen Stamm ist auch Präsident der Wasserfreunde Spandau. 
Bundestrainer Hagen Stamm ist auch Präsident der Wasserfreunde Spandau.  © Bernd Thissen/dpa

Die Ligapause bedeutet auch, dass die Clubs wieder längere Zeit vom öffentlichen Radar verschwinden. Das birgt finanzielle Risiken. Einnahmeverluste aus dem Spielbetrieb sind dabei weniger problematisch. Vielmehr wird gebangt, ob oder wie Sponsoren ihre Unterstützung fortsetzen. In der ersten Krisenphase seien sie noch treu geblieben, bestätigen Stamm für Spandau und Laube für Potsdam. Wie es dieses Mal sein wird? Offen. Und abzuwarten ist auch, ob es wieder Einschnitte im Trainingsbetrieb geben wird. „Das hatte sich bei uns stark bemerkbar gemacht“, sagt der Chef der Wasserfreunde aus Berlin. „Wenn in einem 4000-Mitglieder-Verein zehn Prozent der Leute austreten, dann ist das nicht ohne.“