14. Januar 2020 / 20:39 Uhr

Wasserball-EM: Kevin Götz in Moritz Schenkels doppeltem Schatten

Wasserball-EM: Kevin Götz in Moritz Schenkels doppeltem Schatten

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Waspos Kevin Götz nimmt an der Wasserball-EM in Budapest als zweiter Torwart hinter Vereinskollege Moritz Schenkel teil.
Waspos Kevin Götz nimmt an der Wasserball-EM in Budapest als zweiter Torwart hinter Vereinskollege Moritz Schenkel teil. © imago images / Camera 4
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Die Nummer eins und die Nummer zwei im deutschen Tor bei dieser Wasserball-EM in Budapest kommen von Waspo 98 Hannover. Moritz Schenkel und Kevin Götz sollen die deutsche Defensive wasserdicht machen und helfen, einen Platz für die Olympiaqualifikation an Land zu ziehen.

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Götz erhielt jüngst den Vorzug gegenüber Florian Thom von Meister WF Spandau 04, er machte in der Vorbereitung eine gute Figur. „Das olympische Jahr beginnt jetzt so richtig für uns“, sagt der 26-jährige Lister.

Dass er einstweilen Ersatzmann hinter Schenkel (29 Jahre) ist, damit kann Götz ganz gut leben. „Die Trainer haben mir signalisiert, dass man mit mir arbeiten kann und es möglich ist, Einsätze zu bekommen“, sagt Götz und meint damit sowohl Waspo als auch die Nationalmannschaft.

„Das Studium läuft nebenher, aber es ist mein zweites Standbein“

Mit Schenkel trainiert Sportsoldat Götz „auf gutem Niveau zusammen“, zuletzt spielte er in der Champions League beim Sieg gegen Dynamo Tiflis. Nebenbei studiert Götz weiter, um irgendwann „fließend in den Lehrerberuf zu wechseln“. Der von den White Sharks gekommene Keeper will am Gymnasium Sport und Deutsch unterrichten. Wann genau es so weit ist, hängt von der sportlichen Karriere ab, auf eine Semesterzahl will er sich nicht festlegen. Einstweilen steht Wasserball im Vordergrund. „Das Studium läuft nebenher, aber es ist mein zweites Standbein“, so Götz.

Die wichtigste Stütze der deutschen Wasserballer ist die Defensive. Und Waspo stellt ja auch noch den Abwehrchef, Julian Real ist mit seinen 30 Jahren nach wie vor ein absoluter Weltklassemann, der in jedem Nationalteam spielen würde. Allerdings gab es Probleme, einige Leistungsträger plagten sich mit Verletzungen. „Unsere Formkurve zeigt aber nach oben“, bekräftigt Götz.

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Ziel Olympia: "Wir gehen davon aus, dass Rang neun reicht“

Die DSV-Auswahl trifft in EM-Pool A nach Kroatien auf die Slowakei (Donnerstag, 10 Uhr) und Montenegro (Samstag, 18.30 Uhr). Rang zwei in der Gruppe würde einen leichten Gegner in der Zwischenrunde bescheren, die Türkei oder Malta. Damit wäre das Viertelfinale schon fast sicher. Sonst warten mit Ungarn oder Spanien zwei echte Brocken. „Gegen die Slowakei ist ein Schicksalsspiel“, sagt Götz. Als Gruppenvierter würde der Traum von Tokio platzen.

Welcher EM-Platz für das letzte olympische Qualifikationsturnier in Rotterdam (22. bis 29. März) nötig ist, hängt auch vom Turnierverlauf ab. Titelverteidiger Serbien, Weltmeister Italien und Spanien sind qualifiziert. Der Europameister oder Beste hinter diesen drei Nationen würde ebenfalls nach Japan reisen. Deutschland muss sich aber eher nach unten orientieren. Vier Plätze für Rotterdam werden in Ungarn vergeben. Zudem dürften ein bis zwei dazukommen, wenn die ohnehin als chancenlos eingestuften Vertreter aus Ozeanien oder Afrika auf die Teilnahme in den Niederlanden verzichten. Dann könnten sogar Rang zehn oder elf in Budapest reichen.

„Das ist schwer zu sagen. Wir gehen davon aus, dass Rang neun reicht“, so Götz und fügt hinzu: „Was wir jetzt brauchen, ist ein Euphorieschub. Dass wir eine Turniermannschaft sind, haben wir schon bewiesen.“

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