01. Juli 2020 / 17:23 Uhr

„Abwehr gut, alles gut": Waspos Wasserballer holen sich mit Marko Macan ein Schlachtschiff

„Abwehr gut, alles gut": Waspos Wasserballer holen sich mit Marko Macan ein Schlachtschiff

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Ein Zupacker: Der Kroate Marko Macan drückt im Länderspiel den Deutschen Mateo Cuk nach unten.
Ein Zupacker: Der Kroate Marko Macan drückt im Länderspiel den Deutschen Mateo Cuk nach unten. © imago images / Bildbyran
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Waspo98 Hannover rüstet auf, hat mit dem Kroaten Marko Macan einen Weltmeister unter Vertrag genommen. Der 27-jährige Abwehrspezialist kommt zur nächsten Saison aus Dubrovnik und erhält beim Bundesligisten einen Vertrag über drei Jahre.

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Waspo98 macht die Schleusentore dicht, die Abwehr soll das Prunkstück bleiben. Der Wasserball-Pokalsieger hat überraschend einen Kroaten verpflichtet, der als einer der besten Verteidiger der Welt gilt: Marko Macan kommt vom Topverein Jug Dubrovnik, der 27-Jährige soll ab September für Hannover spielen können.

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Vertrag geht bis 2023

„Das ist schon ein Hammer, wir freuen uns total“, sagt Trainer und Mäzen Karsten Seehafer. Der Coach be­tont jedoch, dass er mit Macan erst für die nächste Saison plant. Zwar wäre der Weltmeister von 2017 theoretisch spielberechtigt, sollte die unterbrochene Bundesliga fortgesetzt werden, das will Seehafer jedoch nicht: „Das wäre unfair der Konkurrenz gegenüber.“

Macan soll der einzige Neuzugang bleiben. „Wir brauchen in Hannover die besten Verteidiger, das hab ich immer gesagt“, so Seehafer. Macan sieht er in der Reihe bekannter Waspo-Spieler wie Lars Tomanek, Predrag Jokic und Julian Real, der seinen Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert hat. „Darüber sind wir natürlich auch sehr froh“, sagt Seehafer.

Bilder vom ersten Training des Jahres von Waspo 98 Hannover im Volksbad Limmer

Karsten Seehafer (links) und Bernd Seidensticker verfolgen die Einheit aufmerksam und entspannt. Zur Galerie
Karsten Seehafer (links) und Bernd Seidensticker verfolgen die Einheit aufmerksam und entspannt. ©

Vor einem Jahr war der Kontakt mit Macan zustande gekommen, dabei spielte Waspo-Kapitän Aleksandar Radovic eine wichtige Rolle. „Wir gehören inzwischen zu einem Zirkel in Europa, in dem man über- und miteinander spricht“, sagt Seehafer.

Zu­nächst schien der Wechsel gescheitert, dann sagte Macan doch zu. Waspo machte ein besseres Angebot als Jug. „Ich kenne viele Spieler von Waspo und aus dem Nationalteam, die Qualität ist auf höchstem Niveau“, sagt Macan.

"... hatte ich keine großen Zweifel"

Er zieht mit seiner Frau Valentina und dem erst fünf Wochen alten Söhnchen Dani nach Hannover. Dubrovnik ist Macans Heimatstadt. Er gewann mit Jug die Champions League, holte 2016 olympisches Silber und 2017 den WM-Titel mit Kroatien. Er hat stets für Jug gespielt.

„Die Heimatstadt zu verlassen ist nicht leicht, aber als die Chance kam, hatte ich keine großen Zweifel“, sagt Macan. Die hat der Waspo-Vorsitzende Bernd Seidensticker ebenso wenig: „Wir haben ein echtes Schlachtschiff für unsere Mannschaft gewonnen.“

Durch die Corona-Krise ist be­son­ders im osteuropäischen Wasserball viel Bewegung im Markt. „Aber nicht nur da, die Spitzenteams haben Federn gelassen“, sagt Seehafer.

Gute Rolle in der Königsklasse

Champions-League-Titelverteidiger Ferencvaros Budapest hat ebenso Topleute verloren wie Pro Recco aus Italien, einige gingen nach Frankreich. Die Königsklasse dürfte dadurch spannender werden. Macan jedenfalls rechnet damit, dass Waspo sehr gute Resultate erzielen wird: „Dafür ist das Team individuell hervorragend be­setzt.“

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Dass sich an der Besetzung des Teams nichts ändert, ist Seehafer besonders wichtig: „Wir sind dabei, die Sachen festzuzurren.“ Dass Real eine weitere Saison dranhängen würde, war wegen der Verschiebung der Olympischen Spiele auf 2021 zu erwarten. Da will der Ex-Duisburger unbedingt dabei sein.

„Junger Mann, sehr großes Talent, das passt“

Zudem hat Waspo mit Jan Rotermund einen 19-Jährigen unter Vertrag genommen, der von Kooperationspartner White Sharks kommt und schon ein Doppelstartrecht be­saß. Er überzeugte bei seinen Einsätzen in der Champions League und ist ebenfalls ein Center-Verteidiger – beim Wasserball eine entscheidende Position. Rotermund soll bis 2024 bleiben.

„Junger Mann, sehr großes Talent, das passt“, sagt der Coach. Für Seidensticker ist klar: „Abwehr gut, alles gut. Wir haben sehr wichtige Entscheidungen getroffen.“