25. Juli 2020 / 11:37 Uhr

Das Warten soll ein Ende haben: Waspo und White Sharks blicken Bundesliga-Neustart entgegen

Das Warten soll ein Ende haben: Waspo und White Sharks blicken Bundesliga-Neustart entgegen

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Ante Corusic und die Wasserballer von Waspo 98 fiebern dem Bundesliga-Neustart entgegen.
Ante Corusic und die Wasserballer von Waspo 98 fiebern dem Bundesliga-Neustart entgegen. © Debbie Jayne Kinsey
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Die Wasserball-Bundesligisten wollen Ende August mit dem Neustart loslegen. Noch geht es aber um die Umsetzbarkeit des vom Deutschen Schwimmverband erstellten Hygienekonzept. Sowohl bei Waspo als auch bei den White Sharks herrscht Optimismus.

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Wie gründlich sich die Bundesliga-Wasserballer von Waspo 98 auf den Ernstfall vorbereiten, hat Jorn Winkelhorst schmerzhaft erfahren müssen. Der niederländische Centerspieler verhakte sich im Training mit dem Gegner, dabei gerieten seine gespreizten Finger zwischen den Arm eines Verteidigers. Die Haut riss großflächig auf, die Wunde musste mit fünf Stichen genäht werden. „Sehr unangenehm, da wird er lange etwas von haben“, sagt Trainer Karsten Seehafer.

Bis zum Neustart der Liga könnte es eng werden, auf den haben sich die Erstligisten nun grundsätzlich geeinigt. Am 24. August würde Waspo gegen Spandau beginnen. Auch die ­White Sharks wollen dabei sein. „Wir sind guter Dinge, dass alles klappt, es waren sehr konstruktive Gespräche“, so Seehafer.

Bilder vom ersten Training des Jahres von Waspo 98 Hannover im Volksbad Limmer

Karsten Seehafer (links) und Bernd Seidensticker verfolgen die Einheit aufmerksam und entspannt. Zur Galerie
Karsten Seehafer (links) und Bernd Seidensticker verfolgen die Einheit aufmerksam und entspannt. ©

Hygienekonzept vor allem finanzielle Herausforderung

Bei einer Videokonferenz der Bundesligisten war das wichtigste Thema das vom Deutschen Schwimm-Verband (DSV) erstellte Hygienekonzept. Die zuvor in der Deutschen Wasserball-Liga (DWL) organisierten Vereine hatten die Saison wegen der Corona-Krise beendet. Sie wollten weder die Verantwortung noch die Kosten für das umfangreiche Hygienekonzept tragen, das nun die Wiederaufnahme ermöglicht. Die DWL gibt es damit nicht mehr, der DSV als Dachverband übernahm. „Die Vereine haben damit keine Vertretung mehr“, sagt Seehafer.

Zehn Tage haben die Klubs nun Zeit, für sich zu klären, ob sie die Regeln umsetzen können. Dazu müssen die jeweiligen Gesundheitsämter eingebunden werden. Weitere Beratungen sollen folgen. „Es gibt da viel zu berücksichtigen“, sagt Jörg Deike, Präsident der White Sharks. Ein Knackpunkt sind die erforderlichen Corona-Tests vor den Spielen, denn die seien kostspielig, so Deike: „Den günstigsten Anbieter haben wir bei 40 Euro pro Person in Hannover gefunden, und 20 müssten etwa getestet werden.“

Sharks müssen Quali-Turnier spielen

Es bleibt also eine Frage des Geldes. „Aber es ist natürlich wichtig für die nächste Saison zu sehen, ob das funktioniert“, betont Deike. Die Sharks würden in einem Quali-Turnier am 22. und 23. August um die Teilnahme am Halbfinale kämpfen. „Sportlich sehen wir das entspannt, kein Team wird da topfit sein“, meint Deike. Die Sharks-Spieler mit Doppelstartrecht für Waspo sind ohnehin seit Wochen voll wieder dabei.

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Neuzugang Macan soll schon ab September eingesetzt werden

Waspo seinerseits hat schon einige Erfahrungen gesammelt und die Athleten bereits einmal testen lassen. „Außerdem läuft das ja bestens im Volksbad, und da wollen wir antreten“, sagt Seehafer. Bis zu 500 Zu­schau­er könnten ins Freibad kommen. Waspos Zeitplan sieht so aus: Am 24. August geht es in Berlin gegen Meister Spandau um die Frage, wer im Finale (Modus Best of five) im fünften Duell Heimrecht hätte. Waspo muss gewinnen, das Hinspiel vor dem Saisonabbruch ging daheim mit 11:12 verloren. Das Halbfinale ist für den 28. und 30. August vorgesehen, Waspo und Spandau sind die hohen Favoriten. Die Endspielserie hat die Termine 2., 5., 6. , 9. und 12. September. Die Pokalendrunde ist für Ende September in Berlin geplant.

Ab September dürfte der kroatische Neuzugang Marco Macan für Waspo spielberechtigt sein, Seehafer wollte ihn eigentlich erst zur neuen Spielzeit einsetzen. „Spandau will aber seine neuen Leute schon bringen, Duisburg ebenso. Und dann werden wir das auch tun“, so Seehafer: „Warum sollten wir den Ehrentod sterben und einen Nachteil haben, das wäre ja bescheuert.“