14. Juli 2019 / 16:07 Uhr

Ziel klar vor Augen: Schenkel und Real haben bei der WM das Viertelfinale im Visier

Ziel klar vor Augen: Schenkel und Real haben bei der WM das Viertelfinale im Visier

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Wie weit kommt die deutsche Nationalmannschaft bei der WM in Südkorea? Moritz Schenkel (von rechts) und Julian Real von Waspo 98 haben mindestens das Viertelfinale fest im Visier.
Wie weit kommt die deutsche Nationalmannschaft bei der WM in Südkorea? Moritz Schenkel (von rechts) und Julian Real von Waspo 98 haben mindestens das Viertelfinale fest im Visier. © imago/Hentschel
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Wasser kann nicht nach oben fließen, das ist bekannt. „Mit dem deutschen Wasserball geht es wieder bergauf“, sagt aber Nationaltorwart Moritz Schenkel von Pokalsieger Waspo 98. Mit der Nationalmannschaft will er bei der WM in Südkorea mindestens ins Viertelfinale kommen.

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Gemeinsam mit Vereinskamerad Julian Real, dem Kapitän der DSV-Auswahl, hält Moritz Schenkel von Waspo 98 den Laden hinten dicht. Beide sind die aktuell wohl einzigen deutschen Spieler auf Weltklasse-Niveau. Sie müssen es daher also wissen. Bei der am Montag im südkoreanischen Gwangju beginnenden Weltmeisterschaft soll es für die deutsche Nationalmannschaft mindestens bis ins Viertelfinale gehen. Erster Vorrundengegner ist um 13.30 Uhr Japan – in dieser Partie geht es bereits um viel.

Im einstelligen Bereich

Für das deutsche Team ist es die erste WM seit 2013 in Barcelona, damals verpassten die Deutschen das Viertelfinale durch ein 4:8 gegen Australien. Inzwischen ist das Team deutlich verjüngt worden, bei der EM 2018 reichte es immerhin zu Platz neun. „Wir sind wieder im einstelligen Bereich, und das soll bei der WM so bleiben“, betont Abwehrchef und Centerverteidiger Real.

Diesmal ist die Konstellation deutlich günstiger als bei den letzten großen Turnieren. Das Team von Bundestrainer Hagen Stamm hatte ausnahmsweise Glück bei der Auslosung und peilt hinter dem starken Olympia-Dritten Italien Rang zwei an, Brasilien ist in der Vierergruppe Außenseiter. Läuft es nach Plan, würde in der Hauptrunde mit Neuseeland oder Südafrika eine leichte Aufgabe warten. „Dann wären wir schon im Viertelfinale, und dann schauen wir mal“, sagt Real.

Mehr über Waspo 98

Von Waspo sind zudem Schlussmann Kevin Götz und Tobias Preuß nominiert. Letzteren plagten Probleme in der Schulter, der 30-Jährige ist inzwischen aber wieder fit. Preuß ist einer der schnellsten im deutschen Aufgebot, er ist der Mann für unangenehme Extra-Aufgaben. Götz (26 Jahre) könnte gegen Brasilien zum Einsatz kommen, Schenkel ist als Nummer eins gesetzt.

Auftaktsieg als großer Schritt

Siegen die Deutschen gegen die quirligen und unkonventionell spielenden Japaner, ist ein großer Schritt Richtung Viertelfinale getan – womöglich schon der entscheidende. Dass es direkt für das Olympia-Ticket reicht, ist aber höchst unwahrscheinlich. Dazu müsste es der Finaleinzug werden.

So weit will im deutschen Team keiner gehen, aber: Das DSV-Team vermag zu überraschen, trotzte jüngst den Ungarn in der Weltliga daheim ein Unentschieden ab (die Partie ging erst im Fünfmeterwerfen verloren). Ein weitere Chance auf die Spiele in Tokio gibt es im nächsten März beim Qualifikationsturnier in Rotterdam.

Bilder vom Champions-League-Viertelfinale zwischen Waspo 98 Hannover und Pro Recco

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Bilder vom Champions-League-Viertelfinale zwischen Waspo 98 Hannover und Pro Recco ©
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Auch Waspos Neuzugang Peter Muslim ist in Südkorea dabei, er greift mit Kroatien nach einer Medaille. Die Kroaten sind seit Jahren eine dominierende Nation im Wasserball, ihnen ist die erfolgreiche Titelverteidigung zuzutrauen.

Waspo Neuer im Pech

Pech hat dagegen Ivan Nagaev gehabt, der ebenfalls neu in Hannover ist. Der Russe ist mit seiner Auswahl nicht in Gwangjiu dabei, verpasste überraschend die Teilnahme. Waspos neuer Kapitän, Aleksandar Radovic, ist aus dem Nationalteam Montenegros zurückgetreten.

Unterdessen hat der deutsche Meister WF Spandau 04 ebenfalls einen Russen verpflichtet. Dmitri Cholod (27) kommt wie Nagaev von Dynamo Moskau, dessen Mannschaft nach dem Tod eines Mäzens auseinanderfällt. Spandau-Manager Peter Röhle konnte sich eine Spitze gegen Waspo nicht verkneifen, er sagte der DPA: „Es ist beeindruckend, welche Spieler bei uns spielen wollen. Viele von ihnen könnten woanders in Deutschland oder in den europäischen Topnationen viel mehr Geld verdienen. Aber sie entscheiden sich für ihre sportliche Weiterentwicklung.“

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