05. Juni 2021 / 14:12 Uhr

Wassersportler des SC DHfK setzen Zeichen: „Öffnung der Freibäder – Nicht ohne uns!“

Wassersportler des SC DHfK setzen Zeichen: „Öffnung der Freibäder – Nicht ohne uns!“

Frank Schober
Leipziger Volkszeitung
Wassersportler des SC DHfK Leipzig vor dem Freibad im Stadtteil Kleinzschocher
Wassersportler des SC DHfK Leipzig vor dem Freibad im Stadtteil Kleinzschocher © SC DHfK Leipzig
Anzeige

Am Samstagvormittag haben über 80 Wassersportlerinnen und -sportler des SC DHfK Leipzig auf ihre unbefriedigende Trainingssituation hingewiesen. Denn die aktuelle sächsische Schutzverordnung sieht weiterhin keine Öffnungen von Hallenbädern vor. „So schiebt sich die altersgerechte Entwicklung der jungen Sportler nach hinten“, kritisiert Andreas Burger von der Abteilung Wasserball im SC DHfK.

Anzeige

Leipzig. Das war ein klares Signal des Leipziger Vereinssports, der sich in der Pandemie bei sinkenden Coronazahlen weiter alleingelassen fühlt. Über 80 Wassersportlerinnen und Wassersportler des SC DHfK haben am Samstagvormittag im Sommerbad Kleinzschocher deutlich auf die unbefriedigende Trainingssituation hingewiesen. Seit mehr als einem halben Jahr wissen die Wasserballer, Schwimmer und Finswimmer nicht, wo sie trainieren sollen.

Anzeige

Immer noch keine Öffnungen von Hallenbädern

Die Schwimmhallen sind geschlossen. Auch mit Beginn der Freiluftsaison wurde ihnen seitens der Sportbäder Leipzig GmbH keine Wasserfläche angeboten. Unter dem Motto „Öffnung der Freibäder – Nicht ohne uns!“ stellten sich die DHfK-Mitglieder unter Einhaltung der Hygieneregeln eine Stunde vor Öffnung des Freibades regulär als Besucher für ihren Trainingstag an und kauften Tickets für eine Trainingseinheit. Vor Ort beteiligten sich auch Mitglieder des SSV Leutzsch an der Aktion.

Weitere Meldungen aus Leipzig und Umland

„Wir möchten ein Zeichen setzen, dass die Rahmenbedingungen für die Wassersportlerinnen und Wassersportler dringend überarbeitet werden müssen“, sagte Andreas Burger, Abteilungsleiter Wasserball im SC DHfK im Namen der 150 Wasserballer sowie 800 Kinder und Jugendlichen aus den Abteilungen Schwimmen, Finswimming, Synchronschwimmen und Triathlon im Verein.

„Die Sächsische Corona-Schutzverordnung vom 26. Mai sieht trotz sinkender Inzidenzen und nicht nachweisbar erhöhter Infektionsgefahr in Schwimmbädern nach wie vor keine Öffnungen von Hallenbädern vor. Dieser Zustand ist für uns so nicht hinnehmbar“, kritisierte Burger. David Münch, Finswimming-Trainer und Profilsportlehrer, ergänzte: „Mit jedem weiteren Tag der Schließung schiebt sich diese altersgerechte Entwicklung der jungen Talente weiter nach hinten.“ Laut Andreas Burger sollte der Vereinssport in die vollzogene Öffnung der Freibäder eingebunden werden.

Geschäftsführer der Leipziger Sportbäder bittet um Geduld

Martin Gräfe, Geschäftsführer der Sportbäder GmbH, äußerte Verständnis für die Aktion, von der er vorab erfahren hatte. Daher war er vor Ort und führte zahlreiche Gespräche. Zur Schwimmhallensituation sagte er der LVZ: „Wir sind mit unserer Wasserfläche für den Neustart bereit, wir sind wie die Stadt Leipzig nicht der Verhinderer oder Bremser. Ich gehe fest davon aus, dass die neue Corona-Schutzverordnung ab 14. Juni Öffnungsszenarien für Schwimmhallen bereithält. Vielleicht hat die Aktion dafür auch noch mal einen Impuls gegeben.“ Zur Situation der Vereine in den Sommerbädern meint er : „Die Freibäder stehen traditionell der breiten Bevölkerung zur Verfügung. Sollten wir hier außerhalb der Öffnungszeiten oder bei schlechtem Wetter Wasserfläche zur Verfügung stellen, könnten wir dies nicht allen gut 100 Vereinen und Institutionen anbieten. Da möchte ich nicht der Richter sein, der entscheidet, wer rein darf und wer draußen bleibt.“

Da ist Alexander Schlenzig ganz anderer Meinung: „Wer soll es denn sonst entscheiden, wenn nicht die Sportbäder? Diese müssen klare Kriterien und Prioritäten aufstellen“, so der DHfK-Generalsekretär. „Die Wasserflächenvergabe darf nicht an ehrenamtlich arbeitende Vereine oder Verbände abgegeben werden.“

Rund 100 Schwimmerinnen und Schwimmer des Post SV haben ihre Gedanken zur bislang ausweglosen Situation mit Briefen, Bildern und Gedichten zu Papier gebracht. Ein Teil davon wird der Verein heute gemeinsam mit einem Brief an Sachsens Sozialministerin Petra Köpping senden. Der Vorstand der Post-Schwimmer beklagt: Das Schlimmste in den vergangenen Wochen sei das Zögern und Mauern der (politisch) Verantwortlichen auch in Leipzig gewesen. Anfragen der Schwimmvereine seien unbearbeitet geblieben und Vier-Augen-Gespräche verweigert worden.