01. August 2020 / 10:21 Uhr

Wasserspringer des Dresdner SC überzeugen bei Leistungsprüfung

Wasserspringer des Dresdner SC überzeugen bei Leistungsprüfung

Astrid Hofmann
Dresdner Neueste Nachrichten
tinapunzel
Tina Punzel in Aktion vom Dreimeterbrett. © dpa
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Bundestrainer Lutz Buschkow kann mit seinen Schützlingen zufrieden sein. Tina Punzel überzeugt am Donnerstag vom Dreimeterbrett und Martin Wolfram kommt nach seiner Schulterverletzung sehr gut voran.

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Dresden. Tina Punzel hat den Termin genau im Kopf: „Heute wäre in Tokio mein Vorkampf im Einzel vom Dreimeterbrett“, sagt die DSC-Wasserspringerin am Freitag wie auf Knopfdruck. Der Gedanke an die Olympischen Spiele, die eigentlich in diesen Tagen in Japan auf Hochtouren laufen würden, ist bei der Dresdnerin, die an diesem Sonnabend ihren 25. Geburtstag feiert, präsent. Aber Traurigkeit empfindet die mehrfache Europameisterin inzwischen nicht mehr. Zumal sie sich in dieser Woche bei einer internen Leistungsüberprüfung, zu der Bundestrainer Lutz Buschkow extra angereist war, in hervorragender Verfassung präsentierte.

Am Donnerstag sprang sie eine blendende Serie vom Dreimeterbrett. „Das zeigt, wir haben die vergangenen Monate gut genutzt und selbst nach der Corona-Krise wäre ich für den olympischen Wettkampf bereit gewesen. Das beruhigt mich und stimmt mich recht positiv für nächstes Jahr“, zeigt sich Punzel zufrieden und berichtet, dass Trainer Boris Rozenberg mit seinen Schützlingen vor allem an technischen Details gearbeitet habe. „Einzig das Wettkampf-Feeling fehlt uns. Deshalb hoffe ich, dass wir vor dem wichtigen Weltcup im kommenden Jahr vorher noch Wettkampfpraxis sammeln können.“

Punzel und Wolfram freuen sich auf Urlaub

Das hofft auch Teamgefährte Martin Wolfram: „Ich finde es schon schwierig, wenn man nicht weiß, wann und wo gibt es in diesem Jahr noch eine Wettkampfmöglichkeit. Da würde ich mir schon einen klaren Plan wünschen“, bemängelt der 28-Jährige, dass es auch vom deutschen Verband in dieser Richtung bislang keine eindeutigen Aussagen gibt. Ansonsten aber hat der zweimalige Olympia-Teilnehmer derzeit keinen Grund zur Klage. „Die Situation war und ist für mich wie gemacht“, meint er mit einem zufriedenen Grinsen. Erst am 31. Januar musste sich der Pechvogel seiner vierten Schulter-Operation unterziehen.

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Eine Reha und ein kontinuierliches Aufbautraining schlossen sich an. In den letzten Wochen ließ er seine Fan-Gemeinde mit regelmäßigen Video-Sequenzen an seinen Fortschritten teilhaben. Sprung für Sprung erarbeitete er sich vom Dreimeterbrett neu. „Für mich kam die Olympia-Verschiebung genau richtig. Unter normalen Umständen hätte ich es wohl sehr schwer gehabt, mein Niveau bis zu diesem Sommer wieder zu erreichen“, gibt Wolfram zu. „So aber konnten wir uns Zeit nehmen, haben die Grenzen der Belastbarkeit meiner Schulter Schritt für Schritt ausgedehnt, aber völlig ohne Druck“, wie er erzählt.

Ein ganz wichtiger Schritt war für den Ex-Europameister der dreieinhalbfache Delphinsalto gehockt. „Bei diesem Sprung hatte ich mir im Januar die Schulter ausgekugelt. Umso größer die Erleichterung, als er geklappt hat. Inzwischen fehlt nur noch der viereinhalb Salto vorwärts. „Der Bundestrainer war sehr zufrieden mit mir, denn ich komme wirklich gut voran“, so Martin Wolfram, der sich wie Tina Punzel jetzt auf drei Wochen Urlaub freuen kann. „Nächste Woche habe ich noch einen Termin beim Osteopathen, dann bin ich bei meiner Freundin in Rostock“, verrät er. Auch Punzel bleibt im Land, urlaubt mit der Familie an einem See. In der letzten August-Woche ist der Trainingsauftakt für die Dresdner Athleten in Rijeka geplant, eine Woche später soll es mit der Nationalmannschaft ins Trainingslager nach Zinnowitz gehen.