05. Oktober 2020 / 18:32 Uhr

Wechsel fix: Hertha BSC bedient sich beim FC Arsenal und leiht Mattéo Guendouzi aus

Wechsel fix: Hertha BSC bedient sich beim FC Arsenal und leiht Mattéo Guendouzi aus

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Mattéo Guendouzi (r.) kommt vom FC Arsenal zu Hertha BSC und trägt bei der Mannschaft von Manager Michael Preetz künftig die Nummer acht.
Mattéo Guendouzi (r.) kommt vom FC Arsenal zu Hertha BSC und trägt bei der Mannschaft von Manager Michael Preetz künftig die Nummer acht. © herthabsc/citypress
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Der Jungstar der Londoner wechselt auf Leihbasis für ein Jahr zu Hertha BSC. Das bestätigte der FC Arsenal am Montagabend. Der Mittelfeldspieler des FC Arsenal gilt als großes Talent.

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An einem gesunden Selbstvertrauen soll es Mattéo Guendouzi angeblich nicht mangeln. „Er ist erst 19, aber er spielt, als wäre er schon immer da gewesen“, sagte der frühere Stürmerstar Dimitar Berbatow Ende 2018 in einer TV-Show über Guendouzi. Der Mittelfeldspieler war damals neu beim FC Arsenal und schon ein wichtiger Bestandteil des Teams.

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Inzwischen ist Guendouzi 21 Jahre alt und seit diesem Montag ein Herthaner, jedenfalls mindestens bis zum Saisonende. Die Berliner leihen den Zentrumsspieler aus, wobei das Geschäft keine Kaufoption beinhaltet. "Mit Mattéo bekommen wir einen Spieler, der trotz seiner jungen Jahre mit seiner Erfahrung von bereits knapp 60 Spielen in der Premier League unser Mittelfeld noch flexibler macht. Er bringt Aspekte ein, die unser Spiel weiter verbessern", sagte Herthas Sportvorstand Michael Preetz über Herthas neue Nummer acht.

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In den vergangenen Monaten konnte Guendouzi allerdings kaum zeigen, was er drauf hat. Sein letztes von 57 Premier-League-Spielen für den FC Arsenal, der ihn 2018 für acht Millionen Euro vom französischen Ligue-1-Club FC Lorient verpflichtete, datiert vom 20. Juni (1:2-Niederlage bei Brighton & Hove Albion), seither nominierte ihn Arsenals Trainer Mikel Arteta nicht mehr für den Kader, angeblich wegen Trainingsrückstands. In Berlin soll der französische U-21-Nationalspieler wieder Spielpraxis sammeln.

Ausgebildet wurde Guendouzi unter anderem in der Jugend von Paris Saint-Germain. Mit 15 Jahren wechselte er in den Nachwuchs des heutigen Zweitligisten FC Lorient, um schneller im Männerbereich Fuß fassen zu können. „Jedes Mal, wenn er sich auf einer höheren Stufe beweisen durfte – in der U16, der U17, der U19 – brauchte er nur wenig Anlaufzeit, bis er der Anführer des Teams wurde – jedes Mal“, sagte Lorient-Präsident Loic Fery mal über Guendouzi.

Bereits mit 17 debütierte er für Lorient in der Ligue 1, Trainer Sylvain Ripoll schwärmte von dem Teenager: „Er liebt Fußball, er isst Fußball, trinkt Fußball, schläft Fußball.“ Eine ausgeprägte Persönlichkeit sei Guendouzi, fand Ripoll, was durchaus Schwierigkeiten mit sich brachte. Das Ausnahmetalent war offenbar derart von sich überzeugt, dass andere Meinungen, die nicht seiner entsprachen, empört abgewiesen wurden.

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Nach dem Abstieg in die Ligue 2 kam es Ende November im Spiel gegen Valenciennes zum Streit in der Kabine zwischen Guendouzi und dem neuen Trainer Mickael Landreau. Die nächsten drei Monate berücksichtigte ihn der Coach nicht, 2018 war das Kapitel Lorient für Guendouzi endgültig beendet.

Wie Herthas Trainer Bruno Labbadia mit Guendouzi neben dem Platz klarkommen wird, dürften die kommenden Monate zeigen. Auf dem Spielfeld gilt sein Potenzial als unbestritten, auch wenn Guendouzi durchaus kritisch beäugt wird. Als er bei Arsenal vor der Corona-Pause seinen Stammplatz verlor, sagte Bayerns früherer Champions-League-Sieger Willy Sagnol: „Normalerweise geht ein junger Spieler step by step in seiner Karriere. Er hat aber zuletzt zwei Schritte zurück gemacht. Er muss jetzt die Kurve kriegen.“ Just deshalb ist Guendouzi nun bei Hertha BSC gelandet.