26. Mai 2021 / 14:19 Uhr

Wechsel nach Frankfurt: Das sagen Glasner und der VfL Wolfsburg

Wechsel nach Frankfurt: Das sagen Glasner und der VfL Wolfsburg

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Hatten sich im Sommer getrennt: Oliver Glasner (l.), der jetzt Trainer bei Eintracht Frankfurt ist, und Wolfsburgs Manager Jörg Schmadtke.
Hatten sich im Sommer getrennt: Oliver Glasner (l.), der jetzt Trainer bei Eintracht Frankfurt ist, und Wolfsburgs Manager Jörg Schmadtke. © imago images/Rene Schulz
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Jetzt hat es auch der VfL Wolfsburg bestätigt: Oliver Glasner wird den Fußball-Bundesligisten verlassen, er schließt sich Eintracht Frankfurt an.

Jetzt hat es der VfL Wolfsburg bestätigt: Oliver Glasner verlässt den Fußball-Bundesligisten - das hatte sich schon seit Wochen angedeutet. Der Österreicher schließt sich zur neuen Saison Eintracht Frankfurt an, er unterschrieb dort einen Dreijahres-Vertrag. Der Kicker hatte zuerst von dem Wechsel berichtet.

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Aus der Spekulation, die es wochenlang um die Zukunft Glasners gegeben hatte, wurde nun also Gewissheit. Bis zuletzt hatte sich Glasner bedeckt gehalten und sich nicht klar zum VfL positioniert - einer von mehreren Gründen, wieso für ihn in Wolfsburg nun Schluss ist. Dazu kommen überaus große Diskrepanzen zwischen dem 46-Jährigen und Manager Jörg Schmadtke. Der ursprünglich bis 2022 laufende Vertrag des Coaches wurde aufgelöst, Glasner kam mit diesem Wunsch auf die Vereinsführung zu. "Dem haben wir entsprochen und das Vertragsverhältnis aufgelöst. Wir bedanken uns bei Oliver Glasner für zwei erfolgreiche Jahre und wünschen ihm alles Gute", so Schmadtke.

Darum wechselten die Trainer des VfL Wolfsburg

1997/98: Aufstiegstrainer <b>Willi Reimann</b> wurde im Team respektiert, herzlich war sein Umgang mit den Spielern nie. Nach der Winterpause wurden Risse sichtbar; als die WAZ enthüllte, dass Manager Peter Pander Reimanns Defizite im Umgang mit den Spielern ausgleichen sollte, war der Trainer sauer („Dann kann ich ja hinwerfen“), der VfL nahm die Aussage als Rücktritt. Uwe Erkenbrecher wurde für ein Spiel Interimscoach, dann folgte <b>Wolfgang Wolf</b>, der mit drei 1:0-Siegen in Folge startete. Zur Galerie
1997/98: Aufstiegstrainer Willi Reimann wurde im Team respektiert, herzlich war sein Umgang mit den Spielern nie. Nach der Winterpause wurden Risse sichtbar; als die WAZ enthüllte, dass Manager Peter Pander Reimanns Defizite im Umgang mit den Spielern ausgleichen sollte, war der Trainer sauer („Dann kann ich ja hinwerfen“), der VfL nahm die Aussage als Rücktritt. Uwe Erkenbrecher wurde für ein Spiel Interimscoach, dann folgte Wolfgang Wolf, der mit drei 1:0-Siegen in Folge startete. ©

Nun geht's für Glasner in Frankfurt weiter - nach zwei Jahren in Wolfsburg. „Der Schritt ist mir nicht leicht gefallen, weil ich unglaublich gerne mit dieser Mannschaft gearbeitet habe", sagt der Österreicher. "Ich habe aber das Gefühl, dass es Zeit für eine neue Herausforderung ist. Ich wünsche dem VfL Wolfsburg weiterhin viel Erfolg.“ Mit Glasner verlassen auch seine beiden Assistenz-Trainer Michael Angerschmid und Thomas Sageder den VfL. Angerschmid wechselt mit Glasner nach Frankfurt, Sageder verlässt den Klub mit unbekanntem Ziel.

Über seinen neuen Klub sagt Glasner: "Eintracht Frankfurt ist ein spannender Klub und hat in den vergangenen Jahren eine tolle Entwicklung genommen. Die Emotionalität in der Stadt und der Region rund um die Eintracht ist großartig und nicht zuletzt nach den großartigen Auftritten in der Europa League in den vergangenen Jahren international bekannt. Wir sehen in Frankfurt die Möglichkeit, eine Mannschaft auf einem starken Niveau weiterzuentwickeln und freuen uns sehr auf diese tolle Herausforderung.“

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2019 war der Österreicher vom Linzer ASK zum VfL gewechselt, führte die Mannschaft in seinem ersten Jahr auf Platz sieben, also in die Europa-League-Quali, wo Maximilian Arnold und Co. allerdings gegen AEK Athen das Nachsehen hatten und den Einzug in die Gruppenphase verpassten. Noch besser wurde es für den VfL unter Glasner in dessen zweiter Saison: Mit 61 Punkten landete der Klub aus der VW-Stadt in der abgelaufenen Spielzeit auf Rang vier, erreichte damit zum dritten Mal in seiner Vereinsgeschichte die Champions League. Auffällig: In allen vier Halbserien steigerte der VfL unter Glasner seine Punkteausbeute - 24, 25, 29, 32.

Und wie geht's nun in Wolfsburg weiter? Aller Voraussicht nach übernimmt Mark von Bommel (vorher PSV Eindhoven) den Trainerposten. Der Ex-Bayern-Profi war Jugend- und Cheftrainer der PSV Eindhoven und ist im Moment ohne Verein. Als Co-Trainer arbeitete er zuvor für die Nationalteams von Australien und Saudi-Arabien sowie für die niederländische U17-Auswahl. Im vergangenen Herbst war der Schwiegersohn des Ex-Dortmund- und - Holland-Trainers Bert van Marwijk beim FC Utrecht im Gespräch, etwa zur selben Zeit soll es die ersten Kontakte nach Wolfsburg gegeben haben. Der VfL teilte dazu am Mittwoch mit: "Wer die Nachfolge auf der Position des Cheftrainers antritt, wird der Klub zu gegebener Zeit bekanntgeben."


In Frankfurt freut man sich derweil darüber, dass die Trainersuche beendet ist. „Oliver Glasner hat in den vergangenen zwei Jahren beim VfL Wolfsburg bewiesen, dass er in der Lage ist, auf absolutem Topniveau zu arbeiten und junge Spieler weiterzuentwickeln“, so Eintracht-Vorstandssprecher Axel Hellmann: „In unserer Situation mit einer hohen Personalfluktuation rund um die Mannschaft haben wir bewusst auf einen Trainer mit Erfahrungen aus der Bundesliga und dem internationalen Wettbewerb gesetzt. Zudem sind wir schnell zu der Erkenntnis gekommen, dass Oliver Glasner mit seiner Spielphilosophie bestens zu unserer Mannschaft passt. Wir sind überzeugt davon, dass er seinen in Wolfsburg eingeschlagenen, sehr erfolgreichen Weg auch in Frankfurt fortsetzen wird.“