02. April 2022 / 20:17 Uhr

Dietmar Hamann fordert Strafe für Wechselfehler des FC Bayern: "Geht um die Integrität der Liga"

Dietmar Hamann fordert Strafe für Wechselfehler des FC Bayern: "Geht um die Integrität der Liga"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Sky-Experte Dietmar Hamann (rechts) fordert nach dem Wechselfehler eine Strafe für den FC Bayern.
"Sky"-Experte Dietmar Hamann (rechts) fordert nach dem Wechselfehler eine Strafe für den FC Bayern. © IMAGO/MIS/Moritz Müller/Montage
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Der Wechselfehler des FC Bayern München beim SC Freiburg sorgt weiterhin für Wirbel. Dem FCB könnte eine Strafe drohen, weil während des Spiels zwischenzeitlich zwölf Feldspieler auf dem Platz standen. Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann fordert eine harte Bestrafung seitens des DFB. 

Auf einmal standen zwölf Spieler auf dem Platz: Beim FC Bayern München ist es in der Schlussphase des Bundesliga-Spiels beim SC Freiburg (4:1) drunter und drüber gelaufen - und das könnte Konsequenzen mit sich bringen. Denn den Bayern um Trainer Julian Nagelsmann ist ein Wechselfehler unterlaufen. In der 86. Minute waren die Münchner am Samstag für etwa 20 Sekunden mit einem Spieler mehr auf dem Rasen. Nach Meinung von Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann sind die Bayern für die Szene zu bestrafen. "Das ist ein Regelverstoß. Wenn einer aufs Feld geht, hat ein anderer runterzugehen. Es spielt keine Rolle, ob sie 20 Sekunden zu zwölft spielen oder fünf Minuten", sagte Hamann in seiner Funktion als Sky-Experte. "Dass es geahndet werden muss, steht für mich außer Frage."

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Inwiefern der Vorfall Folgen haben könnte, war den Beteiligten zunächst unklar. "Ich gehe fest davon aus, dass wir keinen Einspruch einlegen müssen. Sondern, dass es ein Regelwerk gibt. Diesem Regelwerk unterliegen wir und danach wird gehandelt. Das ist mein Verständnis", sagte Freiburgs Trainer Christian Streich.

In der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB heißt es: "War in einem Spiel ein Spieler nicht spiel- oder einsatzberechtigt, so ist das Spiel für die Mannschaft, die diesen Spieler schuldhaft eingesetzt hatte, mit 0:2 verloren und für den Gegner mit 2:0 gewonnen zu werten, es sei denn, das Spiel war nach dem Einsatz des nicht spiel- oder einsatzberechtigten Spielers noch nicht durch den Schiedsrichter fortgesetzt." Laut Hamann lasse dieser Absatz im Hinblick auf die aktuelle Causa "wenig Interpretationsspielraum".

Dietmar Hamann hat nach Wechselfehler für Julian Nagelsmann "wenig Verständnis"

Und genau deshalb sieht Hamann das DFB-Sportgericht jetzt in der Pflicht und fordert ein Einschreiten sowie eine Bestrafung: "Es gibt unabhängige Regularien, die das jetzt entscheiden müssen. Es geht auch gar nicht darum, was die Freiburger wollen oder ob sie Protest einlegen. Es geht um die Integrität der Liga", mahnte der Vize-Weltmeister von 2002. So hätte etwa Borussia Dortmund als Bayern-Verfolger natürlich ein Interesse daran, dass ein solcher Verstoß entsprechend der Regeln geahndet werde. "Wir können nicht sagen, dass es heute nur 20 Sekunden waren. Nächste Woche spielt einer drei Minuten und wir sagen, dass nichts passiert ist."

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Bayern-Trainer Julian Nagelsmann versuchte dagegen den Wechselfehler runterzuspielen: "Es passieren Fehler, aus Sicht beider Mannschaften und des fairen Sports war nichts dabei, was gegen ein faires Spiel spricht", sagte der Coach bei Sky und ergänzte auf der Pressekonferenz, dass es sich um "nichts Spielentscheidendes" gehandelt habe.

Das sah Hamann deutlich anders: "Ich habe wenig Verständnis dafür", so der Champions-League-Sieger von 2005 deutlich. "Sie sind selber Schuld. Wenn man einen Trainerstab von 10 oder 15 Leuten hat, muss einer sehen, dass da zwölf Leute auf dem Platz sind." Die Vereine hätten die Verantwortung dafür, wie viele Spieler auf dem Platz stehen. Es könne "gut sein", dass die Bayern deshalb am grünen Tisch die Punkte verlieren, ergänzte Hamann.

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