02. April 2022 / 19:11 Uhr

Entstehung und Folgen des Wechselfehlers: Schiri Dingert erklärt Aufreger-Szene vom Bayern-Spiel

Entstehung und Folgen des Wechselfehlers: Schiri Dingert erklärt Aufreger-Szene vom Bayern-Spiel

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Schiedsrichter Christian Dingert (4.v.l.) im Gespräch mit Spielern und Verantwortlichen des FC Bayern.
Schiedsrichter Christian Dingert (4.v.l.) im Gespräch mit Spielern und Verantwortlichen des FC Bayern. © IMAGO/Jan Huebner
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Beim 4:1-Sieg des FC Bayern gegen den SC Freiburg standen zwischenzeitlich zu viele Spieler des Rekordmeisters auf dem Feld. Schiedsrichter Christian Dingert erklärt, wie es zu dem Vorfall kam. 

Der Wechselfehler des FC Bayern ist das Diskussionsthema des Spieltags. Der Rekordmeister stand beim Sieg gegen den SC Freiburg in der Schlussphase kurzzeitig mit zwölf Spielern auf dem Platz. Niklas Süle und Marcel Sabitzer waren ins Spiel gekommen, mit Corentin Tolisso hatte aber nur ein Spieler das Feld verlassen. Am Spielfeldrand hatte es nach Hinweis der Freiburger intensive Diskussionen zwischen den Bayern-Verantwortlichen und dem Schiedsrichter-Gespann gegeben.

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Christian Dingert, der das Spiel am Samstagnachmittag leitete, versuchte nach Schlusspfiff den Vorfall am Sky-Mikro zu erklären: "Es war eine total konfuse Situation, weil es zum Doppelwechsel von Bayern München kam und es wurde von Bayern zunächst eine fasche Nummer angezeigt. Deswegen hat sich der Spieler Coman mit der Nummer elf auch nicht angesprochen gefühlt. Insofern hat der vierte Offizielle auch verpasst, ob der Spieler das Spielfeld verlassen hat. Deswegen war kurzzeitig ein zwölfter Spieler auf dem Feld, was natürlich nicht sein darf."

Coman, der eigentlich nicht mehr auf dem Feld hätte stehen dürfen, war in der Zeit der Münchener "Überzahl" sogar am Ball, griff also mehr oder weniger aktiv ins Spielgeschehen ein. Dingert weiter: "Wir haben das dann auch relativ schnell bemerkt und entsprechend das Spiel unterbrochen. Dann hat es natürlich ein bisschen gedauert, bis wir das ganze akkurat und richtigerweise mit Köln nochmal abgestimmt haben und entschieden haben, das Spiel mit Schiedsrichterball fortzusetzen."

Der Schiedsrichter ärgerte sich sehr über den Vorfall, "weil diese Szene jetzt im Mittelpunkt steht, obwohl wir eigentlich ein tolles Fußballspiel - speziell in der zweiten Halbzeit - gesehen haben.". Ob der Wechselfehler Konsequenzen nach sich zieht, sich womöglich sogar auf die Wertung des Spiels auswirken könnte, wollte Dingert nicht prophezeien. Über das weitere Vorgehen seinerseits sagte er: "In der Konsequenz ist es so, dass wir es natürlich im Spielbericht vermerken. 15, 16 Sekunden war das Spiel mit zwölf Spielern, es ist kein Tor gefallen. Von daher vermerken wir das und alles weitere wird dann der DFB entscheiden."

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Im entsprechenden Regelwerk des DFB (Paragraf 17, Absatz 4) steht geschrieben: "War in einem Spiel ein Spieler nicht spiel- oder einsatzberechtigt, so ist das Spiel für die Mannschaft, die diesen Spieler schuldhaft eingesetzt hatte, mit 0:2 verloren und für den Gegner mit 2:0 gewonnen zu werten, es sei denn, das Spiel war nach dem Einsatz des nicht spiel- oder einsatzberechtigten Spielers noch nicht durch den Schiedsrichter fortgesetzt."

Es scheint also, als werde der eigentlich souveräne Sieg der Bayern in Freiburg noch einmal in Frage gestellt und das Spiel womöglich nachträglich am grünen Tisch entschieden.

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