31. März 2021 / 17:57 Uhr

Wechselt Wolfsburg-Trainer Lerch zu den Arsenal-Ladies?

Wechselt Wolfsburg-Trainer Lerch zu den Arsenal-Ladies?

Andreas Pahlmann und Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Verlässt am Saisonende den VfL Wolfsburg: Stephan Lerch.
Verlässt am Saisonende den VfL Wolfsburg: Stephan Lerch. © Boris Baschin
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Die 0:3-Niederlage in der Champions League gegen Chelsea war noch nicht ganz verdaut, da wurde Stephan Lerch, Trainer der Fußballerinnen des VfL Wolfsburg, zu einem möglichen Wechsel nach London zum FC Arsenal befragt. Und seine Antwort ließ hellhörig werden...

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Die Enttäuschung bei den Fußballerinnen des VfL Wolfsburg saß tief nach dem Champions-League-Aus in Budapest gegen Chelsea, Stephan Lerch analysierte gewohnt unaufgeregt. "Wir haben auch heute wieder Kleinigkeiten nicht gut gemacht, die sofort bestraft wurden. So ist es aber auf dem Niveau. Und so verliert man dann eben, denn am Ende zählt das Ergebnis", so der VfL-Trainer kurz vor dem Rückflug. Mit derselben Unaufgeregtheit kommentierte der 36-Jährige ein Gerücht, dass am Rande des Spiels überraschend aufkam: Wechselt Lerch zur kommenden Saison zum FC Arsenal nach London?

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Hintergrund: Bereits im vergangenen Jahr hatte Lerch angekündigt, den VfL nach dieser Saison zu verlassen. Wohin es ihn zieht und ob er im Frauenfußball bleibt, ist offen. Am Mittwoch gab Arsenal bekannt, dass Trainer Joe Montemurro die Gunners nach drei Jahren im Amt im Sommer verlassen wird, um eine Fußballpause zu machen. Lassen sich da jetzt Eins und Eins so leicht zusammenzählen?

Es lässt jedenfalls aufhorchen, dass Lerch - konkret nach Arsenal gefragt - nicht dementierte. "Ich kenne natürlich die Klubs in anderen Ländern", sagte er (auf Englisch), "im Moment ist mein Fokus auf dem VfL Wolfsburg, das ist das Wichtigste. Ich weiß, dass in England einiges vor sich geht. Wir werden sehen, was mit mir passiert." Nach komplettem Desinteresse jedenfalls klang das nicht.

Kurzfristig wichtiger: die VfL-Mannschaft für das Pokal-Halbfinale am Sonntag gegen die Bayern aufzubauen. "Die Stimmung", so Lerch, "ist natürlich im ersten Moment sehr betrübt, man ist enttäuscht und traurig. Aber die Mannschaft weiß auch, dass es weitergeht und man mit der Situation klarkommen muss, das werden wir auch." Aber jetzt "sollte man sich schon erst einmal die Zeit nehmen, um das zu verarbeiten". Am Donnerstag starte "dann die Vorbereitung auf die nächste Aufgabe."

In der Königsklasse ausgeschieden, in der Bundesliga fünf Punkte hinter den Bayern: Den kürzesten Weg zu einem Wolfsburger Titel in dieser Saison gibt es nun im DFB-Pokal, wo bereits am Sonntag (14 Uhr, ARD) das Halbfinale gegen die Bayern ansteht. Die Wolfsburgerinnen treten mit viel Wut im Bauch an, die Bayern höchstwahrscheinlich mit viel Rückenwind. In der Königsklasse steht das Team von Coach Jens Scheuer nach dem 3:0 im Viertelfinal-Hinspiel gegen Rosengard bereits mit einem Bein im Halbfinale, allerdings haben die Bayern einen Tag weniger für Regeneration und Vorbereitung. "Vielleicht hat man jetzt ein bisschen auf der Rechnung, dass wir am Boden zerstört sind, aber ich kann sagen: Das sind wir nicht! Wir sind enttäuscht und traurig, aber werden wieder aufstehen und gegen die Bayern Gas geben", kündigte Lerch klar an. Denn das nächste Ziel, den Pokal wieder zu verteidigen, stehe nun im Fokus.

Was Mut macht: Erstens spricht die Pokal-Bilanz des VfL gegen Bayern eindeutig für die Wolfsburgerinnen (bereits in den vergangenen vier Jahren trafen beide Teams im Pokal in K.o.-Duellen aufeinander), zweitens gab es die gleiche Situation schon einmal! 2019 musste sich der Vorjahresfinalist im Viertelfinale gegen Lyon geschlagen geben und nur wenige Tage später im Halbfinale des Pokals gegen die Bayern ran - und gewann deutlich mit 4:0.

"Es ist natürlich eine andere Situation, und es sind zwei neu ausgerichtete Teams, aber es geht darum, positiv nach vorne zu schauen. Die Dinge, die wir gegen Chelsea, eine internationale Top-Mannschaft, gut gemacht haben, müssen wir rausnehmen und daran ansetzen. Wir kommen ja in die Situationen, Tore zu erzielen. Jetzt gilt es, den Bock umzustoßen und endlich zu treffen", so Lerch, denn: "Es ist natürlich schwer, wenn man weiß, dass man ein gutes Spiel macht und dann einen Nackenschlag nach dem anderen kassiert. Aber wir machen weiter und gehen das auch so am Sonntag an - nur, dass wir dann die Nackenschläge verteilen. Wir müssen ein Stück weit das Glück erzwingen."