25. März 2018 / 16:55 Uhr

Wegen 50+1: Rummenigge geht DFL scharf an - "Unglaubliches Ergebnis"

Wegen 50+1: Rummenigge geht DFL scharf an - "Unglaubliches Ergebnis"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Karl-Heinz Rummenigge kritisiert die DFL für den Umgang mit der Debatte über die Abschaffung der 50+1-Regel scharf. 
Karl-Heinz Rummenigge kritisiert die DFL für den Umgang mit der Debatte über die Abschaffung der 50+1-Regel scharf.  © 2017 Getty Images
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Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge gilt als einer der größten Kritiker der 50+1-Regel. Dass bei einer DFL-Sitzung nun beschlossen wurde, dass 50+1 bleibt - und es nur eine Debatte über die Festigung der Regel geben wird, missfällt Rummenigge. Er attackiert die Liga und Antragssteller Andreas Rettig.

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Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge vom FC Bayern hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) und insbesondere die Rolle des FC St. Pauli bei der Abstimmung zur 50+1-Regel kritisiert. „Die Liga, insbesondere die DFL mit ihren Mitgliedern, ist offensichtlich zerrissen. Es befremdet mich, dass ein Zweitligist, der nach meinem Kenntnisstand noch nie in einem europäischen Wettbewerb mitgespielt hat, auf einmal nicht nur eine so prominente, sondern auch dominierende Rolle einnimmt“, sagte Rummenigge in einem Interview mit dem Kicker.

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Der FC St. Pauli hatte auf der DFL-Mitgliederversammlung am Donnerstag den Antrag auf eine Grundsatzdebatte unter Beibehaltung der 50+1-Regel gestellt. 18 der anwesenden 34 Vereinsvertreter votierten bei der Versammlung dafür, vier dagegen.

„Ich glaube, es war nicht geplant, und wurde möglicherweise auch unterschätzt, was da passiert ist. Geplant war eine Grundsatzdiskussion, wie mit 50+1 künftig umzugehen ist. Keine finale Entscheidung zu diesem Thema. Die sollte ja bis zum Jahresende erarbeitet und dann der Vollversammlung zur Abstimmung vorgelegt werden“, sagte Rummenigge, der für ein Ende der 50+1-Regel ist.

Das sind einige Reaktionen auf die Entscheidung der DFL:

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Dirk Zingler, Präsident Union Berlin: Wir halten es für falsch, den Fußball immer weiter von den Menschen und ihrer Mitgestaltung zu entfernen. ©
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Scharfe Kritik von Rummenigge an Rettig

Das Auftreten des FC St. Pauli um Geschäftsführer Andreas Rettig missfiel ihm. „Es wurde dann ein emotionales und populistisches Spektakel von Rettig. Das ist das eigentlich Unglaubliche an diesem Ergebnis“, kritisierte Rummenigge.

Der 62-Jährige konstatierte: „Ich habe mich am vergangenen Donnerstag geistig ein Stück von der DFL verabschiedet. Ich finde die gesamte Entwicklung in der DFL im Moment bedenklich. Da fehlt mir Führung.“ Die Abstimmung vom Donnerstag bedeute für ihn Stillstand.

Die 50+1-Regel gibt es nur im deutschen Fußball. Sie besagt, dass der Stammverein auch nach einer Ausgliederung der Profiabteilung weiter die Stimmenmehrheit (50 Prozent plus eins) in einer Kapitalgesellschaft haben muss. Dies wird von vielen Profivertretern als Nachteil im internationalen Vergleich für die deutschen Vereine gesehen.

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