12. September 2021 / 16:10 Uhr

Wolfsburg-Manager Schmadtke kritisiert Flick und freut sich über den Super-Start

Wolfsburg-Manager Schmadtke kritisiert Flick und freut sich über den Super-Start

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Nahm Baku nicht nach Island mit: Bundestrainer Hansi Flick, Manager Jörg Schmadtke (kl. Bild) fand das nicht gut.
Nahm Baku nicht nach Island mit: Bundestrainer Hansi Flick, Manager Jörg Schmadtke (kl. Bild) fand das nicht gut.
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Der VfL Wolfsburg hat mit dem 2:0 in Fürth die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga verteidigt - Manager Jörg Schmadtke durfte am Sonntag im "Doppelpass" bereits erste Glückwünsche zum Titel entgegennehmen... Der Manager war in der TV-Sendung bei Sport1 bestens gelaunt, übte am Ende aber Kritik an Bundestrainer Flick.

Vier Spiele, vier Siege – der VfL hat seinen besten Bundesliga-Start der Vereinsgeschichte hingelegt. In der TV-Sendung „Doppelpass“ bei Sport1 wurde Jörg Schmadtke, dem Manager schon zur Meisterschaft gratuliert, worüber der erfahrene Manager nur schmunzeln konnte… Zudem kritisierte er am Ende der Sendung Bundestrainer Hansi Flick.

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Schmadtke sprach nicht nur über den VfL, sondern in der Sendung ging es auch um das Top-Spiel Leipzig gegen Bayern, das Wahnsinns-4:3 von Borussia Dortmund in Leverkusen und die vorzeitige Abreise von Ridle Baku von der deutsche Nationalmannschaft. Der neue Bundestrainer Flick hatte den Flügelspieler nicht mit nach Island genommen. Schmadtke schmeckte das nicht vollends: Der VfL-Manager: „Ich hätte mir gewünscht, dass wir da mit dem Nationalteam ein bisschen stärker in der Kommunikation gewesen wären. Ganz konkret hätte ich ich mir gewünscht, dass man mich anruft und wir abwägen, ob das gerade ein guter Move ist, ihn als einzigen Spieler nach Hause zu schicken oder ihn vielleicht doch mitzunehmen.“ Gut wiederum: Baku habe die Sache gut weggesteckt. Schmadtke: „Ich habe nicht den Eindruck, dass das bei ihm Brüche gibt, aber es kann Brüche erzeugen. Aber ich glaube, bei ihm wird das nicht passieren.“

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Nach dem tollen Saisonstart zeigte sich Schmadtke bestens gelaunt. „Herzlichen Glückwunsch zur Meisterschaft“, sagte Sport1-Experte und Ex-VfL-Profi Stefan Effenberg, nachdem es um eine Statistik ging, die besagt, dass vier der letzten sechs Teams nach vier Auftaktsiegen am Ende die Schale in den Himmel strecken durften, die anderen beiden anderen Mannschaften wurden Vizemeister. „Danke“, sagte Schmadtke grinsend in Richtung Effenberg und hob beide Daumen.

Ernsthaft fügte er beim Thema Super-Start hinzu: „Wir werden uns nicht wehren und wollen auch nicht die vier Spieltage kleinreden, wir sind total happy.“ Total happy, nachdem die Vorbereitung (fünf von sechs Tests wurden verloren, viele Spieler stiegen nach der EM erst verspätet ein) schwierig gewesen sei. Aber nach den Schwierigkeiten am Anfang läuft es bestens. Und das liege auch am neuen Trainer Mark van Bommel, der verstärkt auf Ballbesitz setzt.

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„Wir versuchen, das Spiel auf die nächste Stufe zu bringen, indem wir sagen, wie organisieren wir uns bei Ballbesitz, ohne die defensive Stabilität zu verlieren?“, so der Manager, der diese Aufgabe als „schwierigen Prozess“ bezeichnete. „Wir haben noch Potenzial im letzten drittel des Spielfelds mit dem vorletzten oder letzten Pass.“ Der müsse noch besser werden, „aber die Prozesse sind in vollem Gang. Ich muss sagen: Unsere Spiele kannst du richtig gut anschauen. Du siehst eine Mannschaft, die einen Plan und eine Idee davon hat, wie sie den Gegner bespielt – ohne gleich wild zu werden.“

VfL Wolfsburg bei Greuther Fürth

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VfL Wolfsburg bei Greuther Fürth © DPA

Zusammen mit Sportdirektor Marcel Schäfer hatte Schmadtke (Vertrag bis 2022) den VfL im Sommer 2018 nach zwei Jahren Relegation in Folge übernommen, danach ging es wieder aufwärts bei den Niedersachsen. Schäfer gilt schon lange als sehr wahrscheinlicher Nachfolger von Schmadtke als VfL-Manager. „Mit eine Aufgabe von mir ist es, Marcel so vorzubereiten, dass er die Position, die ich jetzt innehabe, sofort übernehmen kann. Nach meiner Einschätzung wären wir so weit“, sagte Schmadtke und meinte schmunzelnd weiter: „Aber irgendwie fragen alle, ob ich nicht doch noch ein bisschen da bleiben möchte.“

Kann er sich vorstellen, dass er noch länger bleibt? „Ich würde das nicht ausschließen. Insgesamt macht mir der Job total Spaß. Wir haben eine tolle Kombo, wir haben ein tolles Trainerteam, wir haben eine Scouting-Abteilung, die total emsig ist und auch immer wieder neue Ideen bringt.“ So dass auch er „jeden Tag neue Dinge“ lerne. „Und so lange mir das Freude und Spaß macht und Marcel mir vermittelt, dass ich ihn nicht störe und ihn auch nicht behindere – so lange kann ich mir das schon vorstellen.“

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