10. Februar 2022 / 19:04 Uhr

Wegen Champions-League-Prämie: Pongracic verklagt den VfL Wolfsburg

Wegen Champions-League-Prämie: Pongracic verklagt den VfL Wolfsburg

Engelbert Hensel, Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Klagt auf 250.000 Euro: Marin Pongracic.
Klagt auf 250.000 Euro: Marin Pongracic. © imago images/regios24
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Wieder einmal Ärger um Marin Pongracic: Der Innenverteidiger, der noch bis Sommer an Borussia Dortmund ausgeliehen ist, verklagt den VfL Wolfsburg. Es geht um eine Summe im sechsstelligen Bereich. Was sagen die Niedersachsen dazu?

In den vergangenen Monaten hatte Marin Pongracic, den der VfL Wolfsburg im vergangenen Sommer bis zum Saisonende an Borussia Dortmund ausgeliehen hat, das eine oder andere Mal für Negativ-Schlagzeilen gesorgt - jetzt zieht der Innenverteidiger sogar vor Gericht. Der Kroate verklagt den Wolfsburger Fußball-Bundesligisten auf satte 250.000 Euro. Anfang März soll der Fall vor dem Arbeitsgericht in Braunschweig verhandelt werden.

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Worum geht es? Durch das Erreichen des vierten Tabellenplatzes hatte sich der VfL in der vergangenen Saison zum dritten Mal in seiner Vereinsgeschichte für die Champions League qualifiziert. Für diesen Erfolg schüttete der Bundesligist Prämien an die Spieler aus. Allerdings: Bei der Berechnung dieser Zusatzgelder sollen Profi und Verein offenbar unterschiedliche Auffassungen haben. Nun geht der Fall also vors Gericht, Pongracic fordert vom Bundesligisten nachträglich eine Zahlung in Höhe von 250.000 Euro. Der angesetzte Termin ist ein Gütetermin.

Die Wolfsburger sind guter Dinge, dass die Sache am Ende positiv ausgeht für den Klub. Was sagt der VfL dazu? Da es sich um ein schwebendes Verfahren handelt, hält sich der Klub mit Details bei der ganzen Sache bedeckt. Aber: "Aus unserem Rechtsverständnis ist die Lage eindeutig", sagt Manager Jörg Schmadtke auf SPORTBUZZER-Nachfrage. Die Niedersachsen sind sich sicher: Mit dem Aussetzen seines Vertrags beim VfL hat der Abwehrspieler auf jegliches Anrecht verzichtet. Pongracic sieht das aber anders, deshalb klagt er.

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Pongracic hatte zuletzt regelmäßig für Ärger gesorgt. Mitte April beispielsweise, als der Abwehrmann bei Instagram ein Foto postete, das ihn mit drei Männern in Hannovers Innenstadt gezeigt– alle ohne Mund-Nasen-Schutz und dicht nebeneinanderstehend. Das wäre zu dem Zeitpunkt ein Verstoß gegen die Corona-Regelungen in Niedersachsen, aber auch einer gegen das Hygiene-Konzept der DFL gewesen. Manager Jörg Schmadtke hatte damals mit Pongracic über diesen Vorfall gesprochen, wollte sich aber nicht dazu äußern, wann das Foto genau entstanden sei.

Doch damit nicht genug: Kurz nachdem seine Leihe zum BVB perfekt war, teilte Pongracic in einem Twitch-Stream mächtig gegen den VfL aus und sprach unter anderem über Vertragsinhalte. Sollte Dortmund am Saisonende die Kaufoption ziehen, würden die Wolfsburger "gar kein Plus machen", so Pongracic Anfang November, dessen Vertrag in Wolfsburg noch bis 2024 läuft. Und er urteilte: "Für die ist es auch ein bisschen scheiße. Wenn ich jetzt hier durch die Decke gehe, sagen die in Wolfsburg alle: 'Was habt ihr hier gemacht, wen habt ihr hier ziehen lassen?' Das freut mich extrem."

Neun Millionen Euro habe der VfL im Januar 2020 an RB Salzburg überwiesen, "plus Bonus", verriet Pongracic, aber die Bonus-Voraussetzungen seien "nicht eingetreten". Für dieselbe Summe kann der BVB den kroatischen Nationalspieler nun im Sommer fest verpflichten - und der 24-Jährige hofft, dass das so auch passiert, "wenn ich das hier einigermaßen mache". Wirklich überzeugen konnte der Verteidiger in Dortmund aber noch nicht: Hatte er zu Beginn in der Liga regelmäßig gespielt, saß er in den vergangenen zehn Partien achtmal nur auf der Bank.