18. März 2020 / 14:15 Uhr

Wegen Corona: Fliegauf erwartet, dass sich bei Neuzugängen "eher weniger" tut

Wegen Corona: Fliegauf erwartet, dass sich bei Neuzugängen "eher weniger" tut

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
 Grizzlys-Manager Charly Fliegauf.
Zuversichtlich trotz vieler Probleme und Fragen: Grizzlys-Manager Charly Fliegauf. © Boris Baschin
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Der eine oder andere Klub im Eishockey-Oberhaus könnte finanzielle Probleme bekommen, für die Grizzlys Wolfsburg war das Verpassen von Platz sechs vielleicht ein Glücksfall. Es macht einige Kosten überschaubar.

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"Alle Teams haben einen Rucksack mit sich herumzutragen", die Grizzlys treffe es nicht ganz so heftig, "wir haben aber das Minus noch nicht final beziffern können", meint Manager Charly Fliegauf. Schlimmer trifft es etwa die Klubs, die das Viertelfinale direkt erreicht hatten, Prämien dafür zahlen müssen und durch das Saison-Aus keine Spieleinnahmen haben.

Allstars der Grizzlys Wolfsburg

362 Partien mit 127 Toren für Wolfsburg. So jubelte nur einer und das oft. Wenn er getroffen hatte oder einer seiner Mitspieler auf dem Eis erfolgreich war, dann explodierte Brent Aubin so  gewaltig, wie sein Direktschuss war. Nach sieben Spielzeiten in Wolfsburg war im März 2020 klar:  der Kanadier, dessen Namen die Fans oft zur Melodie von I Love You Baby sangen, muss gehen. Zur Galerie
362 Partien mit 127 Toren für Wolfsburg. So jubelte nur einer und das oft. Wenn er getroffen hatte oder einer seiner Mitspieler auf dem Eis erfolgreich war, dann explodierte Brent Aubin so  gewaltig, wie sein Direktschuss war. Nach sieben Spielzeiten in Wolfsburg war im März 2020 klar:  der Kanadier, dessen Namen die Fans oft zur Melodie von "I Love You Baby" sangen, muss gehen. ©

Unerwarte Fragen tauchen plötzlich auf

Auch Fliegauf ahnt allerdings, dass die Lage sehr kritisch ist. "Auch wir arbeiten jetzt auf, was wir an finanziellen Einbußen haben." Da tun sich Dinge auf, an die man so nie gedacht hätte. Wer übernimmt am Ende zum Beispiel die Ticketgebühren, für im Vorverkauf abgesetzte Karten für Spiele, die nicht stattfanden. Den Fans möchte man das nicht aufbürden.

Planungen laufen weiter

Corona macht Kummer. Die DEL-Geschäftsführung sei beauftragt zu ergründen, was es an staatlichen Hilfen und Unterstützung geben könnte, sagt Fliegauf. Bei vielen Klubs werden die Sponsoren unter der Pandemie leiden, womöglich ihre Investments zurückfahren, daran mögen die Klubs momentan nicht denken. Fliegauf plant für die neue Saison, "anders geht es nicht. Das, was kommen könnte, ist alles hypothetisch."

Mehrv zu den Grizzlys Wolfsburg

Neue Vertragsklauseln in der Diskussion

Doch in einem Fall sei man mit der Liga im Austausch: Verträge mit neuen Spielern. Üblich sind Klauseln, nach denen der Vertrag mit einem neuen Spieler unwirksam wird, wenn der Spieler nicht gesund ist oder den Fitnesstest nicht übersteht. Nun könnte die Frage werden: Wie ist der Kontrakt wirksam, wenn die Saison nicht oder verspätet startet? Der Manager sagt: "Solche Verträge haben wir nicht." Denn mit Dustin Strahlmeier, Janik Möser, Phillip Bruggisser sowie Phil Hungerecker waren die Verträge längst vor der Corona-Krise geschlossen worden. Fliegauf: "Es werden natürlich Profile erstellt und auch Gespräche mit Agenten geführt. Ich gehe jedoch davon aus, dass sich in den nächsten Wochen grundsätzlich in der DEL im Bezug auf Neuzugänge eher weniger tun wird. Es geht eher darum, den eigenen Kader zu bewerten und Entscheidungen zu treffen."

Möglichkeit Kurzarbeit wird geprüft

Die Mitarbeiter der Geschäftsstelle des Wolfsburger DEL-Klubs sind größtenteils schon im Home Office tätig, Fliegauf hielt am Dienstag noch die Stellung, sagt: "Vor zwei Wochen war das so nicht absehbar, dass diese Corona-Geschichte so eine Dynamik aufnimmt. Freistellungen sind kein Thema, mögliche Kurzarbeit werden wir insgesamt prüfen." Er bleibt zuversichtlich: "Angst habe ich nicht, sehr vorsichtig sollte jeder trotzdem sein. Es herrscht bei mir eher Zuversicht und Vertrauen dass die Experten die richtigen Entscheidungen für uns alle treffen."

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