14. Januar 2022 / 20:16 Uhr

Nach Spielabsage: Die BG Göttingen leckt ihre Wunden - was ist mit Brown?

Nach Spielabsage: Die BG Göttingen leckt ihre Wunden - was ist mit Brown?

Andreas Fuhrmann
Göttinger Tageblatt
„Das freie Wochenende tut uns ganz gut“: Enttäuschte Spieler der BG Göttingen nach der unglücklichen Niederlage in Chemnitz.
„Das freie Wochenende tut uns ganz gut“: Enttäuschte Spieler der BG Göttingen nach der unglücklichen Niederlage in Chemnitz. © imago images/Eibner
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Die Corona-Pandemie wirbelt den Spielplan der Basketball-Bundesliga weiter durcheinander. Jetzt traf es erneut einige Teams - darunter auch die BG Göttingen. Das für Sonnabend geplante Heimspiel der Veilchen gegen die Fraport Skyliners wurde kurzfristig abgesagt. So unglücklich darüber sind die Verantwortlichen aber gar nicht.

Die Hiobsbotschaft ereilte Klub und Fans am Freitagmorgen. Das Heimspiel der BG Göttingen gegen die Fraport Skyliners sei von der Basketball-Bundesliga (BBL) kurzfristig verlegt worden, teilte BG-Pressesprecherin Birte Meyenberg mit.

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Nachdem der Frankfurter Lukas Wank bereits zum Jahreswechsel positiv auf das Coronavirus getestet worden war, hätten sich in den vergangenen Tagen weitere Skyliners-Spieler infiziert. Da den Hessen dadurch weniger als acht Stammspieler zur Verfügung gestanden hätten, beantragten sie gemäß den Regularien eine Spielverlegung, die die Liga dann auch genehmigte.

Bittere Pille in Chemnitz 

Zuletzt war die BG Göttingen kurz vor Weihnachten von einem Spielausfall betroffen, als die Auswärtspartie gegen Chemnitz kurzfristig verlegt wurde. Auch damals lagen die Gründe beim Gegner: Nachdem mehrere Spieler der Sachsen positiv auf Corona getestet worden waren, hatte das örtliche Gesundheitsamt weitere Akteure in Quarantäne geschickt.


Die Entscheidung zur Spielverlegung hatten die Veilchen nicht ganz nachvollziehen können. „Am Spieltag sind ja alle anderen Chemnitzer Spieler getestet worden. Dass die Partie dann trotzdem ausfällt, ist für uns natürlich ärgerlich, aber auch ein Stück weit verwunderlich“, kommentierte BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen damals die Absage.

Niners Chemnitz - BG Göttingen, BBL 2021/22

Niners Chemnitz - BG Göttingen, BBL 2021/22 Zur Galerie
Niners Chemnitz - BG Göttingen, BBL 2021/22 © Eibner-Pressefoto

Besonders bitter: Das Nachholspiel gegen Chemnitz am vergangenen Mittwoch verloren die Veilchen nach komfortabler Führung am Ende noch hauchdünn. Die Spieler krochen im letzten Viertel angesichts von sechs Spielen innerhalb von zwei Wochen auf dem Zahnfleisch.

Und zu allem Überfluss war Spielmacher Stephen Brown auch noch angeschlagen. Viele Beobachter waren sich einig, dass die BG dieses Spiel unter normalen Umständen locker nach Hause gefahren hätte.

Spieler haben einige Tage frei

Insofern dürfte den Veilchen die neuerliche Spielverlegung dieses Mal durchaus gelegen kommen. BG-Trainer Roel Moors nahm die Nachricht am Freitag denn auch gelassen zur Kenntnis. „So sind eben die Regeln von der Liga, das müssen wir einfach respektieren“, sagte er.

Er habe seinen Spielern nun einige Tage freigegeben, weil die vergangenen Wochen „mental und physisch sehr schwierig waren“. Viele Spiele in kurzem Abstand, eine kleine Rotation und einige Verletzungen hätten den Veilchen zuletzt arg zugesetzt.

Er selbst verbringe ein paar Tage bei seiner Familie, sagte Moors, und es hörte sich so an, als könne er diese kleine Pause auch mal ganz gut gebrauchen. Wobei er die Zeit natürlich nutzen werde, um weiter nach geeigneten Spielern für die BG zu suchen, betonte der Trainer.

Wie geht es Stephen Brown?

Auch BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen ärgerte sich diesmal nicht über die Spielverlegung – im Gegenteil. „Das freie Wochenende tut uns ganz gut“, sagte er, weil sich die Spieler ausruhen und einige von ihnen ihre Verletzungen auskurieren könnten. Meist seien dies nur kleine Malaisen, bei Stephen Brown allerdings auch „was Größeres“. Konkreter wurde der BG-Chef nicht, was die Verletzung des Spielmachers anbelangt.

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Allgemein sei die Situation in der BBL natürlich schwierig, sagte Meinertshagen. Schließlich wurden außer dem Spiel der BG an diesem Wochenende auch die Partien Chemnitz gegen Würzburg, Berlin gegen Gießen und Bamberg gegen Crailsheim coronabedingt verlegt.

Noch sei das alles zu verkraften. „Aber man muss natürlich schauen, wie sich das entwickelt“, erklärte der BG-Chef. „Je näher wir dem Saisonende kommen, desto schwieriger wird es, Spiele nachzuholen.“ Derzeit müsse man von Spiel zu Spiel schauen. Konsens sei aber weiterhin bei allen Klubs und der Liga, „die Saison möglichst normal zu Ende zu spielen“. Und wenn das nicht klappt, müsse man sich eben eine andere Lösung überlegen.

Neue Tip-off-Zeit für BG-Heimspiel gegen Heidelberg

Ein neuer Termin für das Spiel gegen Frankfurt steht noch nicht fest. „BG-Dauerkartenbesitzer, die sich bereits neue Plätze für die Partie gebucht haben, müssen sich um nichts kümmern“, sagt BG-Sprecherin Birte Meyenberg. Die Tickets würden automatisch storniert. Für den neuen Spieltermin werde es dann einen neuen Kartenvorverkaufsstart geben.

Unterdessen wurde die Anwurfzeit für das Heimspiel der BG Göttingen gegen Heidelberg am Sonnabend, 29. Januar, auf 18 Uhr verschoben. Ursprünglich war für die Partie eine Live-Übertragung im Free-TV bei Sport1 geplant. Der Sender hat sein Programm allerdings geändert und überträgt nun ein anderes Spiel am Sonntag. Somit kann das Duell zur regulären Tip-off-Zeit stattfinden. Das nächste Spiel bestreiten die Veilchen Stand jetzt am Sonntag, 23. Januar, um 15 Uhr in Weißenfels beim SYNTAINICS MBC.

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Basketball-Nachwuchs der BG Göttingen spielt

Während das BBL-Team pausiert, sind die beiden Jugend-Teams der BG Göttingen am Wochenende gefordert. Die Youngsters treffen in der JBBL um 12.30 Uhr im Sartorius-Basketball-Lab auf den UBC Münster (Eintritt frei mit 2G-plus-Regel). Die Juniors schließen die Hauptrunde in der NBBL um 14 Uhr mit dem Derby bei der SG Junior Löwen Braunschweig ab. Das Spiel wird live auf sporttotal.tv übertragen.