08. November 2021 / 09:23 Uhr

Wegen Corona-Regeln: Fans des FC Erzgebirge Aue beleidigen Ministerpräsident Kretschmer

Wegen Corona-Regeln: Fans des FC Erzgebirge Aue beleidigen Ministerpräsident Kretschmer

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
Die Fans des FC Erzgebirge Aue machten per Banner Front gegen die Corona-Politik im Freistaat und gegen Ministerpräsident Michael Kretschmer persönlich.
Die Fans des FC Erzgebirge Aue machten per Banner Front gegen die Corona-Politik im Freistaat und gegen Ministerpräsident Michael Kretschmer persönlich. © dpa / Screenshot
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Der Sieg des FC Erzgebirge Aue gegen den 1. FC Heidenheim hatte unschöne Begleitumstände. Denn einige Fans der Veilchen machten per Banner gegen die Corona-Politik des Freistaats mobil, und beleidigten dabei Ministerpräsident Michael Kretschmer auf das Übelste.

Aue. Der FC Erzgebirge Aue feierte am Sonntag mit dem 2:0 gegen den 1. FC Heidenheim den zweiten Saisonsieg, macht im Kampf gegen den Abstieg so allmählich deutliche Fortschritte. Sportlich gesehen war die Partie demnach ein Grund zur Freude. Was sich auf den Rängen abspielte, sorgte dagegen für Kopfschütteln. Die Impf- und Corona-kritische Haltung der Veilchen-Fans ist nicht neu. Bei jedem Heimauftritt gab es bisher Banner zum Thema. So prangte gegen den FCH ein großes mit der Aufschrift "Freiheit ist nicht verhandelbar - Corona-Maßnahmen beenden jetzt!" vor dem Fanblock der Gastgeber.

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Doch dabei blieb es nicht. Im Verlauf der Partie wurde weitere Banner entrollt. "2G in Sachsen? Eure Intoleranz kotzt uns an!!", war noch eines der Harmloseren. "Kretschmer, du willst Sachse sein? Verhältst Dich wie ein Wessischwein!!!", wurde ebenfalls präsentiert, richtete sich gegen den Ministerpräsidenten des Freistaates und zielte mehr als unter die Gürtellinie. Gleiches galt für "Fick dich, Kretschmer." Der Verein selbst nahm die Stimmung auf, spielte im Verlauf der Begegnung über die Stadionmikrofone "Freiheit" von Marius Müller-Westernhagen ein. Die Anhängerinnen und Anhänger präsentierten ihre Schals, stimmten lauthals ein.

DURCHKLICKEN: Einige der in Aue gezeigten Banner

Im Fanblock des FC Erzgebirge Aue wurden am Sonntag mehrere beleidigende Banner gezeigt, die sich auf die Corona-Politik des Freistaates Sachsen bezogen. Zur Galerie
Im Fanblock des FC Erzgebirge Aue wurden am Sonntag mehrere beleidigende Banner gezeigt, die sich auf die Corona-Politik des Freistaates Sachsen bezogen. ©

In Sachsen gilt seit In-Kraft-Treten der neuen Corona-Schutz-Verordnung am Montag die 2G-Regel für den Besuch von Großveranstaltungen. Der Club hatte sich zuletzt, wie zahlreiche andere Profivereine im Freistaat, für den Fortbestand der 3G-Regelung beim Stadionbesuch stark gemacht. Veilchen-Kapitän Martin Männel hatte am Wochenende die Testkosten für alle Anhängerinnen und Anhänger übernommen, die einen entsprechenden Nachweis benötigten, um das Duell gegen Heidenheim zu besuchen. "Es ist mir persönlich ein großen Anliegen, dass uns nicht nur die geimpften und genesenen Fans im Stadion unterstützen dürfen, sondern auch die getesteten", so Männel. "Und dass der Stadionbesuch auch für diese Zuschauer bezahlbar bleibt!"

Im Erzgebirgskreis, zu dem Aue gehört, hatte am Montag laut Robert Koch-Institut (RKI) eine Sieben-Tages-Inzidenz von 491,4. Nirgendwo in Sachsen ist die Impfquote so gering wie hier. Das RKI gab sie am 25. Oktober mit 43,7 Prozent an. Demnach sind nicht einmal die Hälfte aller Bewohnerinnen und Bewohner des Landkreises vollständig geimpft. Der FCE hatte seinen Fans im Juli eine Impfmöglichkeit in Verbindung mit dem Stadionbesuch angeboten.