19. März 2020 / 18:49 Uhr

Wegen Coronavirus-Pandemie: Dynamo Dresden führt Kurzarbeit ein

Wegen Coronavirus-Pandemie: Dynamo Dresden führt Kurzarbeit ein

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Bei Dynamo Dresden ist der Trainingsplatz derzeit verwaist, es findet kein Training statt.
Bei Dynamo Dresden ist der Trainingsplatz derzeit verwaist, es findet kein Training statt. © Jochen Leimert
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Die Sportgemeinschaft reagiert auf die Corona-Krise und reduziert notgedrungen das Arbeitspensum ihrer Mitarbeiter.

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Dresden. Fußball-Zweitligist Dynamo Dresden hat sich am Donnerstag angesichts der Corona-Krise dazu entschlossen, einen Großteil seiner Beschäftigten in Kurzarbeit zu schicken oder deren Arbeitszeit wesentlich zu verkürzen. Diese Maßnahme betrifft sowohl die Geschäftsstelle als auch die Nachwuchs-Akademie, teilte der Verein in einer Presseerklärung mit.

Michael Born, der kaufmännische Geschäftsführer, führte darin aus: „Der Schritt zur Kurzarbeit ist uns nicht leichtgefallen, weil wir wissen, wie viel in allen Bereichen des Vereins von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geleistet wird. Aber diese Konsequenz ist in dieser herausfordernden und schwierigen Zeit notwendig, um den Betrieb der SG Dynamo Dresden insgesamt mit kaufmännischer Vorsicht weiterzuführen, wobei wir uns als Geschäftsführung zusammen mit den dafür zuständigen Fachbereichen natürlich intensiv um die finanzielle Abmilderung der Folgen für jeden Einzelnen einsetzen werden.“

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Nicht von der Kurzarbeit betroffen sind unter anderem die Mitarbeiter, die sich um die Fertigstellung des neuen Trainingszentrums im Ostragehege kümmern. Die Anlage soll im Sommer in Betrieb gehen. Die Erreichbarkeit der Geschäftsstelle sei via E-Mail unter der Adresse verein@dynamo-dresden.de sichergestellt, hieß es. Die telefonischen Sprechzeiten der Geschäftsstelle sowie für die Bereiche Mitglieder, Fans und Kartenstelle würden bestehen bleiben.

Trotz der raschen Ausbreitung des Coronavirus ist die Mannschaft bisher von Infektionen offenbar verschont geblieben. Wie Teamarzt Dr. Onays Al-Sadi in einem Interview auf der Vereinshomepage erklärte, gehe es den Profis der Schwarz-Gelben gut. Die Spieler würden sich aber verstärkt mit Fragen zum Thema an ihn wenden: „Es gab vermehrt Anfragen aus Spielerkreisen und auch ein paar Untersuchungen in der Uniklinik. Aber diesbezüglich erfreut sich der Kader aktuell bester Gesundheit“, so Al-Sadi.

Generelle Testung von Spielern wird es nicht geben

Eine Bevorzugung von Profis bei der Durchführung von Tests auf das gefährliche Virus gebe es nicht, sagte der Mediziner vom Uniklinikum „Carl Gustav Carus“. Die Mannschaft werde nicht einfach pauschal überprüft: „ Da halten wir uns an die Vorgaben der Bundesregierung, des Robert-Koch-Institutes und der Uniklinik Dresden. Demnach werden Spieler erst dann getestet, wenn sie Atemwegserkrankungen haben, die auch mit Fieber einhergehen oder aber wenn sie Kontakt zu Personen hatten, die mit dem Coronavirus infiziert worden sind. Auch Rückkehrer aus einer Risikoregion wie beispielsweise Italien oder Tirol wären präventiv getestet worden. Eine generelle Testung von Spielern wird es allerdings nicht geben, weil sie ohne begründeten medizinischen Hintergrund keinen Sinn macht.“

Den Umgang der Spieler mit der drohenden Infektionsgefahr beschreibt Al-Sadi als vorbildlich: „In meiner Wahrnehmung haben die Spieler alles sehr besonnen und auch interessiert aufgenommen. Es gab niemanden, der das grundsätzlich anders bewertet hat. Ich glaube, dass ihnen klar ist, was das für gesellschaftliche und volkswirtschaftliche Konsequenzen hat.“