16. Oktober 2020 / 13:43 Uhr

Wegen der Stimmung: Christian Lemke hofft auf Göttinger Fans

Wegen der Stimmung: Christian Lemke hofft auf Göttinger Fans

Lukas Everling
Peiner Allgemeine Zeitung
Eine Szene aus dem Bezirkspokal-Finale: Christian Lemke (rechts) gewann mit dem SV Lengede gegen Göttingen 05. Am Sonntag gastieren die Schwarz-Gelben am Lengeder Schachtweg.
Christian Lemke (rechts) am Ball. © Hubert Jelinek
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Gegen den 1. SC Göttingen 05 geht immer die Post ab. Zwischen den Südniedersachsen und dem SV Lengede gibt es spätestens seit dem Finale um den Bezirkspokal eine kleine Rivalität. Deshalb freut sich der Lengeder Christian Lemke besonders auf diese Partie, die bereits mit Topspiel-Charakter daherkommt. 

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Schon die zweite Partie des Fußball-Landesligisten SV Lengede hat Topspiel-Charakter: Nach dem 7:0-Auftakterfolg gegen Petershütte ist am Sonntag (14.30 Uhr) der 1. SC Göttingen 05 zu Gast am Schachtweg. „Das wird ein interessantes Spiel, denn mit dem Gegner verbinden wir einige Emotionen“, freut sich Lengedes Christian Lemke auf die 05er, die bisher beide Saisonspiele für sich entschieden.

Im Juni 2019 steckten die Lengeder zwar tief im Abstiegskampf der Landesliga, dafür lief es im Bezirkspokal umso besser. Das irre Finale gegen die Göttinger, in dem der SVL einen 0:1-Rückstand bis zur Pause in ein 4:1 umwandelte, brachten die Lengeder letztlich mit viel Kampf über die Bühne. 6:4 hieß damals das Ergebnis, mit dem der Verein erstmals diesen Wettbewerb gewonnen hatte.

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Getroffen hatte damals auch Christian Lemke per Elfmeter zum zwischenzeitlichen 5:3. In Erinnerung ist ihm aber nicht nur das Spiel geblieben, sondern auch „die Einzigartigkeit der Fanszene“ im 05er-Stadion. Fast die kompletten 90 Minuten machten die Anhänger der Schwarz-Gelben Stimmung. „Das ist etwas Besonderes“, erklärt Lemke, der hofft, dass am Sonntag auch einige Göttinger nach Lengede reisen. „Für die Stimmung würde ich mir das wünschen. Aber wenn sie in Corona-Zeiten mit einem Bus anreisen, wäre das das falsche Zeichen. Wenn aber die Regelungen eingehalten werden, wäre das eine tolle Sache“, findet Lemke.

Der Gegner habe nach dem verlorenen Pokalfinale einen kleinen Umbruch vollzogen: „Ich dachte, dass sie dafür länger brauchen, aber sie haben sich schnell zusammengefunden.“ Denn während die Lengeder im Vorjahr Platz fünf erreichten, lagen die Göttinger nur einen Rang dahinter – im einzigen Duell der beiden Teams gaben die 05er aber eine weitaus bessere Figur ab als der SVL. Im strömenden Regen retteten die Lengeder glücklich ein 2:2.

Seitdem habe sein Team jedoch nochmal einen Schritt nach vorne gemacht. „Spielerisch sind wir auf einem Niveau angekommen, das wir vorher noch nicht hatten“, sagt Lemke, der seit der A-Jugend beim SVL kickt. Der gebürtige Klein Ilseder, der mittlerweile in Braunschweig wohnt, ist mit dem Team in die Landesliga aufgestiegen und glänzt stets mit seiner Laufbereitschaft.

Für gewöhnlich macht er das im Mittelfeld, gegen Petershütte und zuvor im Bezirkspokal durfte der 25-Jährige aber mal wieder als Rechtsverteidiger ran. „Es geht darum, wie wir die beste Aufstellung auf den Platz kriegen. Und zuletzt hat sich das so dargestellt, dass ich Außen spiele“, erklärt Lemke, der gegen Petershütte ein Tor vorbereitete. Grundsätzlich fühle er sich wohler, je mehr Ballaktionen er hat. „Und das ist gerade der Fall.“

Peiner spielte mit 05 um Bundesliga-Aufstieg

In der Saison 1966/67 und 1967/68 spielte Göttingen 05 um den Aufstieg in die erste Bundesliga, scheiterte aber beide Male. 66/67 (Gegner waren Kickers Offenbach, Alemannia Aachen, TeBe Berlin und 1. FC Saarbrücken) stürmte ein Peiner für die Göttinger: Dietmar Mürdter, der anschließend vom 1. FC Köln verpflichtet wurde, dort aber nicht den Durchbruch schaffte. Vor seiner Göttinger Zeit hatte Mürdter für den VfB Peine und den TSV Marathon gespielt. In der Aufstiegsrunde 67/68 waren Hertha BSC, Rot-Weiß Essen, SV Alsenborn und der FC Bayern Hof Gegner der Göttinger. Der SV Lengede spielte damals in der Bezirksklasse.

Von Lukas Everling