09. Juni 2020 / 10:14 Uhr

Wegen Kniefall-Verbot: US-Fußballerinnen legen sich mit eigenem Verband an

Wegen Kniefall-Verbot: US-Fußballerinnen legen sich mit eigenem Verband an

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die US-Fußballerinnen, die 2019 in Frankreich Weltmeisterinnen wurden, wenden sich gegen die Hymnenpolitik des eigenen Verbandes.
Die US-Fußballerinnen, die 2019 in Frankreich Weltmeisterinnen wurden, wenden sich gegen die Hymnenpolitik des eigenen Verbandes. © imago images/foto2press
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Die Frauen-Nationalmannschaft der USA haben ihren Verband aufgefordert, seine Hymnenpolitik aufzuheben. Diese beinhaltet unter anderem das Verbot, während der Hymne zu knien und damit Protest gegen Rassismus und Polizeigewalt auszudrücken.

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Die US-amerikanischen Fußballerinnen haben ihren Verband aufgefordert, seine umstrittene Hymnenpolitik aufzuheben. Zugleich solle er seine falsche Politik eingestehen und sich bei schwarzen Spielern und Fans entschuldigen. „Darüber hinaus glauben wir, dass der Verband seine Pläne darlegen sollte, wie er nun die Botschaft und die Bewegung unterstützen wird, die er vor vier Jahren zum Schweigen bringen wollte“, schrieb die Spielergewerkschaft des US-Teams, das 2019 in Frankreich Weltmeister wurde, in einer auf Twitter veröffentlichten Erklärung. Die Männer-Gewerkschaft schloss sich der Forderung an. Die Weltmeisterinnen hatten auch mit einem Prozess, um die gleiche Bezahlung wie bei den Männern zu erstreiten, auf sich aufmerksam gemacht.

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Am Dienstag soll sich US Soccer mit dem Thema befassen. Vorstandsmitglied Steve Malik spricht sich für eine Aufhebung aus. "In dieser Sache auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen, macht für mich sehr viel Sinn", sagte Malik dem Inquirer. Kapitänin Megan Rapinoe (34) hatte im Jahr 2016 als Unterstützung für den schwarzen Ex-Quarterback der San Francisco 49ers Colin Kaepernick während der Hymne bei zwei Länderspielen niederkniet. Daraufhin erließ der Verband eine Bestimmung, wonach alle Teams bei der Hymne "respektvoll stehen sollen".

Kapitänin Megan Rapinoe unterstützt Protest von Colin Kaepernick

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Kaepernick, seitdem arbeitslos, demonstrierte mit der Geste gegen die Polizeigewalt gegen Schwarze und gegen Rassismus. In den USA gilt es als einer der schlimmsten Frevel, sich während der Hymne nicht patriotisch zu verhalten. Seit dem Erlass des Verbandes singt Rapinoe, die auch schon von US-Präsident Donald Trump angefeindet worden war, die Hymne aus Protest nicht mit. Die Hymnenpolitik des Verbandes halte "die Missverständnisse und Ängste aufrecht, die die wahre Bedeutung von Colin Kaepernick, Megan Rapinoe und anderen Athleten, die nicht knien, trüben", hieß es in der Erklärung. Schwarze hätten in Amerika weiterhin nicht die gleichen Rechte wie Weiße, Polizeibrutalität und systemischer Rassismus seien im Land allgegenwärtig.

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"Wir hätten in der Vergangenheit mehr tun können und sollen. Aber wir sind entschlossen, uns gegen rassistische, hasserfüllte und ungerechte Handlungen zu erheben, um Veränderungen herbeizuführen", hieß es in dem Schreiben. Unter dem Motto "Black Lives Matter" demonstrieren in den USA und weltweit seit Tagen tausende Menschen nach dem durch Polizeigewalt verursachten Tod des schwarzen US-Amerikaners George Floyd. Auch in der Bundesliga hatten Profis Solidarität mit Floyd bekundet und gegen Rassismus und Polizeigewalt protestiert, darunter Jadon Sancho und Achraf Hakimi von Borussia Dortmund, Marcus Thuram von Borussia Mönchengladbach und Weston McKennie von Schalke 04.