21. Mai 2020 / 14:18 Uhr

Wegen Neustart der 3. Liga: Hallescher FC und Jena prüfen rechtliche Schritte gegen DFB

Wegen Neustart der 3. Liga: Hallescher FC und Jena prüfen rechtliche Schritte gegen DFB

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
HFC-Präsident Jens Rauschenbach geht auf direkten Konfrontationskurs zum DFB.
HFC-Präsident Jens Rauschenbach geht auf direkten Konfrontationskurs zum DFB. © imago images / VIADATA
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Der Zoff war vorprogrammiert. Der DFB will die Saison in der 3. Liga am 30. Mai fortsetzen. Der Hallesche FC, der bis mindestens zum 27. Mai kein Mannschaftstraining absolvieren kann, will das nicht hinnehmen. Auch der FC Carl Zeiss Jena kündigt rechtliche Schritte an.

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Halle. Der Hallesche FC erwägt wegen des Neustarts der 3. Fußball-Liga rechtliche Schritte. „Unsere seit Wochen geäußerten Bedenken wurden mit der heutigen Entscheidung ebenso außen vor gelassen wie der Umstand, dass die Verfügungslage in Sachsen-Anhalt bis einschließlich 27. Mai kein Mannschaftstraining zulässt. Wir sehen uns gezwungen, diese plötzliche Entwicklung unter dem Aspekt der Chancengleichheit rechtlich prüfen zu lassen“, sagte Präsident Jens Rauschenbach am Donnerstag. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte zuvor mitgeteilt, dass die Saison am 30. Mai fortgesetzt wird und am 4. Juli abgeschlossen sein soll.

Auch in Thüringen regt sich Widerstand. Der Starttermin sei vorbei an Politik und Logik verkündet worden, heißt es in einer Mitteilung des FC Carl Zeiss Jena vom Donnerstag. „Dieser Termin ist zeitlich unmöglich umsetzbar, gefährdet die Gesundheit der Spieler und missachtet selbst die Präambel der eigenen DFB-Satzung, in der es heißt, dass der DFB in sozialer und gesellschaftspolitischer Verantwortung handelt und sich in hohem Maße dem Gedanken des Fair Play verbunden fühlt“, schrieb der Club. In Thüringen ist es nach geltender Verfügungslage bis einschließlich 5. Juni nicht möglich, den Trainings- und Wettkampfbetrieb wieder aufzunehmen.

DFB: Vereine sollen Druck auf Politik machen

„Es ist wichtig und nötig, dass nun Klarheit über den weiteren Fahrplan in der 3. Liga herrscht. Die 3. Liga ist eine bundesweite Profispielklasse, negative politische Verfügungslagen an vereinzelten Standorten dürfen hier nicht den deutschlandweit mehrheitlich möglichen Spielbetrieb komplett unterbinden“, sagte DFB-Präsident Fritz Keller. Alle Spiele sollen bei „MagentaSport“ live übertragen werden.

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Der DFB forderte die Clubs zudem schriftlich dazu auf, Druck auf die Politik auszuüben. „Die Vereine, an deren Standorten per Verfügungslage noch kein Profispielbetrieb erlaubt ist, sind nun noch einmal dazu aufgefordert, in aktive Klärung mit den zuständigen Behörden zu treten“, teilte der Verband mit.

HFC fühlt sich verschaukelt

Halles Sportdirektor Ralf Heskamp bemängelt den Umgang des DFB mit den Clubs. „Zur Kommunikation des DFB in dieser Woche fehlen mir schlicht die Worte. Innerhalb von 24 Stunden gab es zwei völlig unterschiedliche Aussagen, die unsere Planungen bezüglich des vorgeschriebenen Quarantäne-Trainingslagers ad absurdum führten. Von Fairness, Professionalität und einem Miteinander kann aktuell keine Rede sein“, sagte der 54-Jährige.

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Was Heskamp so aufbrachte? Der Club, der nach wie vor nur in Kleingruppen arbeiten darf, hatte ein Trainingslager in Nordrhein-Westfalen gebucht, wollte am Donnerstag aufbrechen. Am Dienstagabend war nach dpa-Informationen vom DFB jedoch die Mitteilung gekommen, dass vor dem 25. Mai nicht mit einer politischen Entscheidung über die Saisonfortsetzung zu rechnen sei. Also stornierte der HFC - um einen Tag später vom Verband so ziemlich das Gegenteil mitgeteilt zu bekommen.

Der HFC gehört zu den Clubs, die sich für einen Saisonabbruch ausgesprochen und dem DFB ein Konzept zur Zukunft der Liga vorgelegt haben.