27. November 2021 / 21:49 Uhr

Weghorst schimpft nach Wolfsburgs 1:3 gegen Dortmund: "Ist jetzt meine vierte Saison hier, und es klappt nie!"

Weghorst schimpft nach Wolfsburgs 1:3 gegen Dortmund: "Ist jetzt meine vierte Saison hier, und es klappt nie!"

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Nach Wolfsburgs Pleite gegen Dortmund: VfL-Stürmer Weghorst (l.) schimpft, Trainer Kohfeld sah einen Schritt in die richtige Richtung.
Nach Wolfsburgs Pleite gegen Dortmund: VfL-Stürmer Weghorst (l.) schimpft, Trainer Kohfeld sah einen Schritt in die richtige Richtung. © (c) Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
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Offensiv lief beim VfL Wolfsburg einiges besser als zuletzt, aber dennoch gab es gegen Borussia Dortmund eine 1:3-Niederlage. Einer war besonders frustriert: Stürmer Wout Weghorst. Der Niederländer schimpft über zu wenig Mut seines Teams.

Wer nur auf die Ergebnisse guckt, könnte sich Sorgen machen um den VfL Wolfsburg. Denn den drei Auftaktsiegen nach der Amtsübernahme von Trainer Florian Kohfeldt folgten drei Spiele ohne Sieg - erst ein 2:2 in Bielefeld, dann ein 0:2 in Sevilla und jetzt ein 1:3 (1:1) am Samstag gegen Borussia Dortmund. Das ist ein klarer Negativ-Trend, aber: Die Leistung gegen den BVB macht trotz der Niederlage überraschend viel Mut. Denn vieles war bei den Niedersachsen besser als zuletzt.

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15 zu 15 Torschüsse, sieben zu sieben Ecken und eine nahezu ausgeglichene Zweikampfbilanz zeigen, wie sehr der VfL und der BVB auf Augenhöhe waren - die Westfalen jedoch machten aus ihren Chancen mehr, nachdem Wout Weghorst bereits in der 2. Minute die fünfjährige Wolfsburger Torlosigkeit gegen Dortmund beendet hatte. Der Mittelstürmer wollte nach dem Spiel überhaupt nichts von verbessertem Offensivspiel wissen, sondern geriet vorm NDR-Mikro richtig ins Schimpfen: "Es hat nicht gereicht gegen Dortmund. Das war nicht das erste Mal seit ich bei Wolfsburg bin. Es ist jetzt meine vierte Saison hier, und es klappt nie."

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Wolfsburgs Ridle Baku klärt den Ball. Zur Galerie
Wolfsburgs Ridle Baku klärt den Ball. ©

Dabei habe sein Team "super angefangen, wir sind super ins Spiel gekommen" und "wir hatten einen klaren Plan, wollten aggressiv hoch gehen, voll pressen - aber nach dem 1:0 haben wir nachgelassen, sind zurückgelaufen, sind passiv geworden". Damit hätte das Team genau das gemacht, "von dem wir gesagt haben, dass wir es nicht machen sollen. Das verstehe ich absolut nicht." Die Champions-League-Partie in Sevilla, jetzt das Bundesliga-Duell mit Dortmund - für Weghorst "große Spiele - und ich finde, dass wir als Mannschaft in solchen Spielen nicht immer unsere absolute Top-Leistung bringen, die du halt brauchst".

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Klare Worte voller Frust - die schnell als Kritik an den eigenen Mitspielern ausgelegt werden können. Der Niederländer relativiert darum: "Ich will nicht sagen, dass nicht jeder 100 Prozent gibt, um das Spiel zu gewinnen - aber vom Taktischen her, vom Mut, von der Aggressivität war nicht genug da in Sevilla und war auch nicht genug da heute."

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Florian Kohfeldt sah es nach seiner ersten Bundesliga-Niederlage als VfL-Trainer anders. Das Spiel seiner Mannschaft sei "weitestgehend" besser gewesen als unter der Woche. "Gegen den Ball haben wir vor einer ähnlichen Aufgabe gestanden. Und hätten wir gerade in der ersten Halbzeit noch die Geduld bewahrt und wären nicht hektisch geworden, hätten wir noch mehr Freude gehabt", fand der 39-Jährige. Denn: "Wie die Energie im Spiel entstanden ist, das entspricht viel mehr dem Fußball, den ich von meiner Mannschaft sehen will und wie ich Fußball liebe. Für den neutralen Zuschauer war es schon ein richtig gutes Bundesliga-Spiel." Dennoch sei genau wie zuletzt gegen Bielefeld und in Sevilla auch gegen den BVB nicht alles gut gewesen. Kohfeldt: "Es waren ein paar Spiele, in denen wir immer Teile auf den Platz bekommen haben - aber eben nicht alles. Und das sollten wir jetzt schleunigst tun."

Und so gehören die Schlagzeilen nach der Partie in Wolfsburg einem Dortmunder - Erling Haaland. Nach Verletzungspause überraschend früh wieder im Kader, kam er als Joker und entschied mit dem dritten BVB-Treffer die Partie, Es war in seinem 50. Bundesliga-Spiel das 50. Tor für das Ausnahmetalent. "Erling ist natürlich ein Unterschiedsspieler. Und wenn man als Mannschaft lange auf einen Unterschiedsspieler verzichten muss, dann macht das etwas mit dir", so Dortmund-Trainer Marco Rose. "Erling gibt dir Energie. Er wollte sogar noch länger spielen. Dann kommt er rein und schießt sofort ein Tor. Das ist der Unterschied, den er macht. Wir sind froh, dass er wieder da ist."

Stark auch seine Reaktion nach dem Spiel - auf ein Video, dass die unschöne Geste eines Wolfsburg bei seinem Torjubel zeigt, antwortete er bei Twitter mit dem Satz: "This is why we love football" - "Das ist, warum wir den Fußball lieben."