13. Dezember 2020 / 12:39 Uhr

Weidenfeller und Hamann zählen BVB-Spieler an: "Gespaltene und führungslose Mannschaft"

Weidenfeller und Hamann zählen BVB-Spieler an: "Gespaltene und führungslose Mannschaft"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Roman Weidenfeller und Dietmar Hamann gehen mit den BVB-Profis hart ins Gericht.
Roman Weidenfeller und Dietmar Hamann gehen mit den BVB-Profis hart ins Gericht. © imago images/Maik Hölter/Montage
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Nach der derben 1:5-Klatsche von Borussia Dortmund gegen den VfB Stuttgart haben Ex-Spieler Roman Weidenfeller und "Sky"-Experte Dietmar Hamann die BVB-Spieler massiv kritisiert. Sie seien zusammen keine Mannschaft, war die einhellige Meinung. Das müsse man allerdings auch Trainer Lucien Favre anlasten.

Bei Borussia Dortmund herrscht nach der 1:5-Klatsche gegen den VfB Stuttgart Kater-Stimmung. Bereits direkt nach dem Spiel stellten etwa Mats Hummels und Marco Reus die individuellen Fehler heraus, die zu der derben Niederlage geführt hatten. Am Sonntag bei Sky90 zählten Experten die Spieler dann an. Dabei ging es vor allem darum, dass sich niemand auf dem Platz für den anderen zerreißen würde.

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"Warum engagieren sich die einzelnen Spieler nicht so?", fragte etwa Ex-BVB-Spieler Roman Weidenfeller am Sonntagmittag, während Dietmar Hamann konkrete Beispiele nannte. Etwa sei Jude Bellingham nach einem Fehlpass nur hinter dem Gegenspieler hergejoggt, anstatt alles dafür zu geben, den Fehler wieder gutzumachen. Weidenfeller kritisierte zudem, dass niemand auf dem Feld seine Mitspieler mal wachrüttelte. "Es waren kaum Wortwechsel auf dem Platz zu sehen. Es muss doch jemand sagen: Männer, es muss weitergehen." Die Einstellung der Spieler sei das Problem.

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Hamann wurde noch deutlicher. "Das ist eine gespaltene Mannschaft, eine führungslose Mannschaft. Solche Leistungen können nur passieren, wenn es in der Mannschaft nicht stimmt", sagte er über Jadon Sancho, Hummels, Reus und Co. "Die individuelle Klasse bringt dir nichts, wenn du nicht als Mannschaft auftrittst", so der ehemalige Nationalspieler weiter. Und da müsse man auch dem Trainer Lucien Favre einen Vorwurf machen. "Er ist dafür verantwortlich, dass alle als Mannschaft auftreten. Anspruch und Wirklichkeit sind weit voneinander entfernt", sagte Hamann.

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Mit den aktuellen Leistungen drohen die Ziele außer Reichweite zu geraten. Eigentlich war der BVB angetreten, um dem FC Bayern Konkurrenz um die Meisterschaft zu machen. Zwar beträgt der Rückstand derzeit dank des Remis des Rekordmeisters gegen den 1. FC Union Berlin nur fünf Punkte - doch die letzten Spiele verdeutlichten die Offensiv-Probleme der Mannschaft ohne Erling Haaland. "Sie hatten vier, fünf katastrophale Leistungen gegen qualitativ nicht so gute Teams, wo sie verdient verloren haben. Das ist knapp ein Drittel aller Spiele", analysierte Hamann. "Die Dortmunder haben Ausschläge nach oben, nicht nach unten." Heißt: Das Grundniveau ist aktuell nur Mittelmaß.

Deshalb müsse man bald handeln, waren sich die Experten in der Sky90-Runde einig. Schließlich seien nicht nur die sportlichen Ziele in Gefahr. "Sie haben mit Haaland, Sancho und Reyna drei der wertvollsten Spieler der Welt. Die kannst du nur halten, wenn du denen eine Perspektive bietest. So eine Entwicklung kann die Wechselgedanken der Spieler beschleunigen", warnte Hamann.