23. Dezember 2021 / 22:42 Uhr

Weihnachten in Guilavoguis Waisenhaus: "Die Menschen sollen es genießen und tanzen"

Weihnachten in Guilavoguis Waisenhaus: "Die Menschen sollen es genießen und tanzen"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wolfsburg-Profi Josuha Guilavogui besuchte sein Waisenhaus-Projekt in Guinea.
Wolfsburg-Profi Josuha Guilavogui besuchte sein Waisenhaus-Projekt in Guinea. © guilavogui foundation
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Josuha Guilavogui war in den vergangenen Tagen in Guinea. Der Profi des VfL Wolfsburg besuchte die Kinder, die in seinem Waisenhaus in Guinea leben. Ein besonderer Besuch.

Die VfL-Profis haben eine kurze Winterpause, bevor sie am 29. Dezember in Wolfsburg mit dem Training starten. Und während so mancher Spieler gerade die Sonne in Dubai genießt, hat Josuha Guilavogui in den vergangenen Tagen sein Herzensprojekt in Guinea besucht – ein Waisenhaus für Kinder. „Ich musste jetzt nach Afrika fliegen, denn ich habe dort viel Verantwortung. Dieses Projekt ist sehr wichtig für mich“, betont der VfL-Profi. Die schlechte VfL-Hinrunde hat er in den vergangenen Tagen fast immer ausblenden können. Einzig in ruhigen Momenten habe er daran denken müssen, so der Wolfsburger, der betont: „Ich bin in Afrika. Hier gibt es viel wichtigere Dinge als Fußball - hier geht es für die Menschen ums Überleben.“

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Im Sommer 2019 war der 31-Jährige erstmals wegen seines Projekts (Instagram: @guilavogui_foundation) in das Land gereist, in dem die Wurzeln seiner Eltern liegen. Er wollte Kindern ohne Mutter und Vater helfen. Im Oktober dann die Eröffnung des Waisenhauses. Zunächst einmal fanden neun Kinder dort eine neue Heimat, jetzt sind es 14. Aber: Die Kinder hatten in einem Mietobjekt gelebt, im Sommer 2021 begannen die Arbeiten auf einem 2000 Quadratmeter großen Grundstück am eigenen Waisenhaus. Warum Guilavogui und seine Familie so viel Liebe, Zeit und natürlich auch Geld investieren, erfuhr der Mittelfeldspieler gerade erst wieder.

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Seit August lebt ein neues Mädchen in Guilavoguis Waisenhaus. Er erzählt: „Als sie kam, war sie sehr traurig. Sie hatte eine schwere Geschichte, aber jetzt lebt sie bei uns. Sie sagt Papa zu mir. Ich habe ihr gesagt, ich bin gern dein Papa. Aber alle hier sind deine Mama und dein Papa, alle werden auf dich aufpassen. Sie singt jetzt zusammen mit den anderen Kindern und fühlt sich wohl.“ Die Siebenjährige kann endlich Kind sein - sie kann spielen, toben, lachen und lernen. Genau das will Guilavogui zusammen mit seinem Team ermöglichen. Die Kinder sollen die Chance auf ein besseres Leben in der Zukunft haben.

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Jetzt steht erst einmal der Bau des eigenen Waisenhauses im Blickpunkt. Die Arbeiten seien trotz der Corona-Pandemie und verspäteten Lieferungen „richtig gut vorangegangen“. Der Plan ist, die Bauarbeiten bis Juni 2022 fertigzustellen. Guilavogui: „Ich kann meiner Familie nur ein großes Kompliment machen, was hier geleistet wurde. Gerade wegen Corona war es nicht einfach, aber die Mitarbeiter haben alles gegeben. Jetzt haben wir ihnen einen Monat frei gegeben, damit sie mit ihren Familien das Weihnachtsfest feiern können.“

Probleme mit Corona habe es im Waisenhaus nicht gegeben. „Wir hatten keine Fälle, Gott sei Dank", sagt Guilavogui. "Aber wir haben ein kleines anderes Problem", erzählt der VfLer schmunzelnd. "Wir haben Probleme mit Süßigkeiten." Gerade in den vergangenen Tagen habe es viel davon gegeben. Einige Kids haben Zahnprobleme. Guilavogui lachend: "Ich hoffe, eines unserer Kinder wird später mal Zahnarzt werden und kann dann dieses Problem lösen."

Wolfsburg-Profi Guilavogui in Guinea - Die Bilder

Wolfsburg-Profi Guilavogui und sein Waisenhaus-Projekt in Guinea Zur Galerie
Wolfsburg-Profi Guilavogui und sein Waisenhaus-Projekt in Guinea © guilavogui foundation

Das Fest der Liebe soll ein ganz besonderes für die Kinder in seinem Waisenhaus werden. „Für Weihnachten und Neujahr ist alles organisiert“, erzählt der zweifache Familienvater. Alles organisiert – das gilt jedoch nicht nur für die Menschen in seinem Waisenhaus. „Ich habe immer gesagt: Wir sind ein Waisenhaus, aber unsere Türen sind für alle geöffnet. An diesen Tagen wird es Essen und Trinken für alle geben und natürlich Musik“, schildert der VfL-Profi und fügt hinzu: „Der Zusammenhalt in Afrika ist besonders, besonders groß ist er an diesen Tagen. Wir können nicht das Leben von hundert oder mehr Leuten besser machen, aber an diesen Tagen sollten wir alles Schlechte vergessen. Die Menschen sollen das Weihnachtsfest genießen und tanzen.“