02. Januar 2022 / 12:29 Uhr

Weil Augsburg mehr zahlt: US-Talent Pepi wechselt nicht zum VfL Wolfsburg

Weil Augsburg mehr zahlt: US-Talent Pepi wechselt nicht zum VfL Wolfsburg

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Augsburg statt Wolfsburg: Ricardo Pepi vom FC Dallas.
Augsburg statt Wolfsburg: Ricardo Pepi vom FC Dallas. © Getty Images
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Der VfL Wolfsburg wird das US-Sturmtalent Ricardo Pepi nicht verpflichten - weil der FC Dallas zu viel Ablöse fordert. Stattdessen schlägt nun wahrscheinlich der FC Augsburg zu.

Der VfL Wolfsburg ist aus dem Transferrennen um das US-Sturmtalent Ricardo Pepi ausgestiegen. Der noch 18-Jährige wechselt voraussichtlich zum FC Augsburg. Bereits vor dem Jahreswechsel hatte sich angedeutet, dass der FC Dallas möglicherweise mehr für den Angreifer haben will, als der VfL zu zahlen bereit ist. Als das Ablöse-Paket nun deutlich über der 15-Millionen-Euro-Marke landete, winkten die Wolfsburger ab. Zunächst war von 9 bis 10 Millionen Euro Ablöse ausgegangen worden.

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Möglich wurde die Preissteigerung offenbar dadurch, dass mit den Augsburgern ein zweiter Interessent aus der Bundesliga Ernst machte. Damit wird sichtbar, dass der Einstieg der Bolt-Gruppe des amerikanischen Milliardärs David Blitzer im vergangenen Jahr die wirtschaftlichen Möglichkeiten des FCA deutlich erhöht hat. Blitzer ist mit Augsburg-Präsident Klaus Hofmann befreundet, seine "Bolt Football Holdings" halten unter anderem auch Beteiligungen an Crystal Palace (Premier League), Waasland-Beveren (Belgien) und den New Jersey Devils (NHL).

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Schon im vergangenen April hieß es, der FCA wolle auch davon profitieren, dass die Bolt-Gruppe den US-Markt gut kennt. Offenbar ist genau das passiert, am Samstagabend berichtete der italienische Journalist Fabrizio Romano als Erster darüber, dass sich Pepi, der stark zu einem Wechsel zum VfL tendiert hatte, nun für Augsburg statt für Wolfsburg entschieden habe. Im Laufe des Sonntags wird er bereits in Augsburg erwartet. Am kommenden Samstag, einen Tag vor seinem 19. Geburtstag, könnte er im FCA-Kader für die Partie bei 1899 Hoffenheim stehen.

Pepi wird damit nicht nur der teuerste Augsburger aller Zeiten, sondern auch der teuerste Transfer eines Spielers, der in der nordamerikanischen Profi-Liga MLS ausgebildet wurde. Diesen Rekord hält bisher Alphonso Davies, der Anfang 2019 vom Vancouver Whitecaps FC für 10 Millionen Euro zum FC Bayern gewechselt war.

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VfL-Manager Jörg Schmadtke lässt durchblicken, dass das Wolfsburger Interesse an dem US-Angreifer nicht in erster Linie eine Reaktion auf die Verletzung von Lukas Nmecha war, vielmehr seien in den USA, wo die Saison nach dem Kalenderjahr gespielt wird, Winter-Wechsel üblich. Neben Nmecha fallen unter anderem auch Paulo Otavio und Xaver Schlager noch eine Weile aus. "Unser Kader ist dennoch ausreichend bestückt", so Schmadtke gegenüber dem SPORTBUZZER, nichtsdestotrotz sei eine Nachbesserung bis zum Ende der Transferzeit am 31. Januar nicht auszuschließen, wenn "es Ideen gibt, von denen wir überzeugt sind".

Von der Idee, möglicherweise noch einen jungen VfL-Spieler zum Kooperationspartner SKN St. Pölten nach Österreich abzugeben, sind beide Klubs etwas abgerückt. "Danach sieht es im Moment nicht aus", bestätigte Schmadtke. Zum einen lasse die Personalsituation in Wolfsburg derzeit nicht viel Spielraum, zum anderen brauche der österreichische Zweitligist eher Verstärkung mit Erfahrung.

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