28. September 2021 / 22:53 Uhr

Weiter Gruppenletzter: RB Leipzig patzt sich gegen Brügge zu 1:2-Pleite

Weiter Gruppenletzter: RB Leipzig patzt sich gegen Brügge zu 1:2-Pleite

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Mats Rits erzielte das 1:1. Christopher Nkunku ist enttäuscht.
Mats Rits erzielt das 1:2. Christopher Nkunku ist enttäuscht. © dpa / Getty Images
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RB Leipzig kommt in der Champions League weiter nicht in Tritt. Im ersten Heimspiel der Königsklassen-Saison kassierten die Sachsen eine 1:2-Pleite (1:2), warten damit weiter auf den ersten Punkt. Die Umstellung von der zuletzt erfolgreichen Dreier- auf eine Viererkette ging vor allem in der ersten Halbzeit schief.

Leipzig. Zweites Spiel in der Champions League, zweite Niederlage. Die Roten Bullen müssen sich nach dem 3:6 in Manchester und dem 1:2 (1:2) gegen den FC Brügge mit einer Nicht-Teilnahme an der K.o-Runde der Königsklasse anfreunden. Tore vor 23500 Fans (1300 aus Belgien) in der Red-Bull-Arena: 1:0, Christopher Nkunku (5.), 1:1, Hans Vanakens (22.), 1:2, Mats Rits (41.). Die Männer von Jesse Marsch lassen einer dünnen ersten Halbzeit eine griffige zweite folgen, unterliegen unglücklich, aber nicht vollends unverdient.

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Was gut und erfolgreich ist, kommt im Normalfall wieder. Die Rede ist von der sagenumwobene Dreier-Abwehrkette. Das beim 6:0 gegen die allerdings rheumatische Alte Dame Hertha in Stellung gebrachte Konstrukt sollte eigentlich auch drei Tage später in der Konigsklasse angesagt sein. Zum hochkomplexen Hintergrund: In einer Dreier-Kette spielen drei Abwehrspieler. Einer weniger als in einer Vierer-Kette. Der überzählige junge Mann bereichert das Mittelfeld, hieß gegen Berlin Angeliño. Weil der Flügelflitzer gesperrt fehlt, greift Jesse Marsch beim Match gegen den FC Brügge zur Vierer-Kette und drei Änderungen gegenüber Sonnabend: Dominik Szoboszlai spielt statt Angeliño, Konrad Laimer staubsaugt für Amadou Haidara, Mohamed Simakan verteidigt für Josko Gvardiol.

DURCHKLICKEN: Einige Bilder aus der Partie gegen Brügge

Einfach schwach: RB Leipzig verliert das Heimspiel in der Champions League gegen Club Brügge mit 1:2 und hat damit kaum noch Chancen auf den Einzug in die nächste Runde. Zur Galerie
Einfach schwach: RB Leipzig verliert das Heimspiel in der Champions League gegen Club Brügge mit 1:2 und hat damit kaum noch Chancen auf den Einzug in die nächste Runde. ©

Rein ins stimmungsvolle Rund, rein ins zweite Gruppe-A-Spiel der Roten Bullen. Beide Teams legen behende los, spielen nach vorn, stören einander zeitig. Nach fünf Minuten schießt Christopher Nkunku nach Emil Forsbergs Pass ein Tor, das nach Abseits aussieht und vom Schiri-Gespann weggepfiffen wird. Der Videokeller illert sicherheitshalber und winkt den Treffer durch. 1:0! Frühe Führungen sind ganz was Feines, weil sie den oberen Knopf enger Hosen aufspringen lassen und Lust auf mehr machen. Seltsamerweise tritt das Gegenteil ein, kommt Brügge zu zwei Top-Chancen, die Stoiker Peter Gulacsi zunichte macht. Einmal ist Abseits im Schwange. RB übernimmt kurzzeitig wieder das Kommando, bleibt aber hinten anfällig. Siehe die Minute 22.

In der steht die RB-Abwehr offen wie ein Marathon-Tor, bietet Raum, Zeit und nach Flipper-Spiel im Fünfmeter-Raum zudem die Chance zum Nachwaschen. Duplizität der Ereignisse: Auch Hans Vanakens Tor wird erst vom Video-Keller als solches erkannt. 1:1. Folgerichtig, verdient. Brügge bis zur Halbzeit klarer, besser, sortierter, dynamischer. Und mit der 2:1-Führung. Leipzig wieder ohne Zugriff, Flanke von rechts, Ablage von links, Mats Rits schiebt in der 41. Minute zur Pausenführung ein. Der belgische Meister liegt vorne - entspricht der Darbietung beider Teams.

DURCHKLICKEN: Das sind die Noten für die RB-Elf

Diese Noten gibt LVZ-Chefreporter Guido Schäfer den Profis von RB Leipzig nach der Partie gegen den FC Brügge: Zur Galerie
Diese Noten gibt LVZ-Chefreporter Guido Schäfer den Profis von RB Leipzig nach der Partie gegen den FC Brügge: ©

Wiederbeginn mit Haidara und Gvardiol für Mukiele und Laimer. Und mit neuem Selbstverständnis. Schneller, zielgerichteter. Großartige Chancen resultieren aus dem verbesserten Vortrag zunächst nicht, das Abwehrbein von Jack Hendry hindert Poulsen am Vergolden einer Gvardiol-Eingabe. André Silva kommt für Szoboszlai (58.). Die Statik des Spiels hat sich geändert: RB hat den Ball, Brügge hat ihn nicht. Was RB bei aller Kontrolle und Mentalität fehlt: Durchschlagkraft, Tiefgang, ein Törchen. Dann wird Nkunku von Keeper Simon Mignolet gelegt. Elfer? Nö, Schiri Slavko Vincic winkt ab (79.). Der Ausgleich ist mit Blick auf den Einbahnstraßen-Kick längst verdient. Nachspielzeit, fünf Minuten. Geht noch was? Nein, Abpfiff, Schluss, vorbei. Die K.o-Runde der Königsklasse ist nur noch ein sehr kleines Thema. Weiter, immer weiter: Am Sonnabend empfängt der Vize-Meister den VfL Bochum. Anpfiff: 18.30 Uhr.

Die Statistik zum Spiel:

Leipzig: Gulacsi - Mukiele (46. Gvardiol), Simakan (78. Adams), Orban, Klostermann - Laimer (46. Haidara), Kampl - Szoboszlai (58. Silva), Forsberg, Nkunku - Poulsen (78. Brobbey).


Brügge: Mignolet - Sobol (79. Ricca), Nsoki, Hendry, Clinton Mata - Balanta, Vanaken, Rits (79. Vormer) - Lang, Sowah (68. Van Der Brempt) - De Ketelaere (72. Wesley).

Tore: 1:0 Nkunku (5.); 1:1 Vanaken (24.); 1:2 Rits (41).

Zuschauer: 23.500 (ausverkauft).